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Die 5G-Mobilfunktechnologie ist umstritten. In Wolfratshausen gehen jetzt die ersten Stationen in Betrieb. 

Stadtrat kritisiert Informationspolitik

Telekom nimmt in Wolfratshausen5G-Stationen in Betrieb

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Die Telekom hat sechs bestehende Mobilfunkstationen in Wolfratshausen auf den Standard 5G umgerüstet.

Wolfratshausen– An der Mobilfunkgeneration der fünften Generation, kurz 5G, scheiden sich die Geister. Nun hat die Telekom dem Wolfratshauser Bürgermeister mitgeteilt, dass im Landkreis sechs bestehende Mobilfunkstationen um 5G erweitert worden sind – und noch in diesem Monat in Betrieb gehen sollen. Ob und wenn ja, wie viele Stationen in der Flößerstadt aufgerüstet worden sind, gab Rathauschef Klaus Heilinglechner in der jüngsten Stadtratssitzung nicht bekannt.

„Hinsichtlich der Vorgehensweise beziehungsweise des Mangels an frühzeitigen Informationen für die betroffenen Kommunen besteht reger Schriftverkehr mit dem Konzernvertreter“, so der Bürgermeister. Die Telekom habe betont, dass an den bestehenden Antennenanlagen – rein technisch betrachtet – nichts verändert werde: „Es würden keine neuen Antennen verbaut oder höhere Sendeleistungen benötigt“. Die Telekom nutze nach eigenen Angaben „einfach nur die 2,1 Gigahertz-Frequenz, die bisher rein für UMTS genutzt wurde, jetzt noch etwas effektiver.“ Dieses Vorgehen sei mit den kommunalen Spitzenverbänden so vereinbart worden und stimme mit den aktuellen Mobilfunkvereinbarungen überein.

Der 5G-Ausbau sei erklärtes Ziel der Bundes- und Landesregierung, „wie dies den Briefen an alle Bürgermeister von Herrn Wirtschaftsminister Aiwanger und Herrn Ministerpräsident Söder entnommen werden konnte“, stellte Heilinglechner fest. Der Rathauschef wies auf das Informationsangebot des Bundesamts für Strahlenschutz hin. Die Sprechstunde der Bundesbehörde richte sich zwar exklusiv an Landräte, Bürgermeister und kommunale Bedienstete, doch die Stadtverwaltung werde Bürgerfragen „weiterleiten und die Antworten rückmelden“.

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Dr. Hans Schmidt (Grüne), Umweltreferent des Stadtrats und Mobilfunk-Kritiker, war mit den in seinen Augen spärlichen Infos der Telekom nicht zufrieden. „Ich erinnere an das vollmundige Versprechen der Bundesregierung, die Bevölkerung umfassend über 5G zu informieren“ – und zwar vor der Einführung der neuen Technologie. „Dies ist nicht geschehen“, stellte Schmidt fest. „Dabei sind inzwischen 48 Prozent der Bürger skeptisch beziehungsweise misstrauisch, was die Gesundheitsgefahren durch die Mobilfunktechnologie und speziell 5G betrifft.“ Der Umweltreferent nahm den Rathauschef und die Stadtverwaltung in die Pflicht: „Hier muss dringend auch auf kommunaler Ebene informiert werden.“  cce

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