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In seinem Element: Francesco Picco zählt seit Jahren zu den Spitzenspielern beim TC Wolfratshausen. Auch in der Übergangssaison ist der Italiener am Start. Gemeinsam mit Nicola Ghedin führt er das extrem junge Team in der Landesliga an.

Sport

Tennisspieler sind die Vorreiter

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Die ersten Sportler, die nach der Corona-Pause wieder in den Punktspielbetrieb starten, sind die Tennisspieler. Auch die Vereine im Landkreis schlagen ab diesem Wochenende für eine verkürzte Medenrunde auf.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Virologen sind sich einig. Das Corona-Virus mittels eines Tennisballs zu übertragen – nahezu unmöglich. Entsprechend früh machte sich der Bayerische Tennis-Verband (BTV) an die Arbeit, einen Spielplan für eine Medenrunde zu erstellen. An diesem Wochenende geht es nun los. Die ersten Spiele der sogenannten Übergangssaison stehen an. Auf- und Absteiger gibt es keine. Das Credo lautet: Hauptsache Tennisspielen. Ein Überblick, wie die Vereine im Landkreis mit der Situation umgehen –und welche Chancen sie sich in dieser erhoffen.


TC Wolfratshausen / Herren, Landesliga

Daniel Hahn ist Realist. Der Vorsitzende des TC Wolfratshausen kennt seine Spieler, weiß um deren Stärken und Schwächen – und hat daher einen mutigen Entschluss gefasst: Nach dem Abstieg aus der Regionalliga in der abgelaufenen Medenrunde hat Hahn das Herren-Team des TC nicht etwa für die Bayernliga gemeldet. Nein, die Wolfratshauser gehen in der Corona-bedingten Übergangssaison freiwillig noch eine Etage tiefer, in der Landesliga, an den Start. „Die Bayernliga wäre für unsere junge Truppe nicht das Richtige gewesen“, betont Hahn. Er befürchtete zahlreiche Niederlagen und Frustration. Erlebnisse, die der Entwicklung der Wolfratahauser Talente mehr schaden als nützen.

In der Landesliga hingegen sieht Hahn seine Rasselbande um Niklas Vonthein (17), David Gampenrieder (17), Sebastian Rupp (18), Yannick Maser (15), Ferdinand Klösters (14) und Cosmo Tretter (15) als konkurrenzfähig an. „Die Jungs packen das“, unterstreicht er. Unterstützt werden sie von den erfahrenen Christopher Hahn (29) und Martin Gerstl (29), der aus Garmisch-Partenkirchen nach Wolfratshausen gewechselt ist. Die Spitzenpositionen eins und zwei belegen die altbewährten ausländischen Top-Spieler Nicola Ghedin (32) und Francesco Picco (29). „Da sind wir sehr gut aufgestellt.“

Nicht mehr dabei im Vergleich zu Regionalliga-Zeiten ist neben den Österreichern Markus Sedletzky und Philip Lang der Tennistrainer Wolfgang Wenus aus Gelting. Der bisherige Teammanager und der TCW haben sich „aufgrund einiger Meinungsverschiedenheiten“ getrennt, wie es Hahn ausdrückt.

Los geht’s für die Wolfratshauser an diesem Sonntag auswärts um 10 Uhr gegen Luitpoldpark München II.

BCF Wolfratshausen / Herren, Bezirksklasse 2

Eine Chance für die Jugend bietet die Übergangssaison im Tennis nicht nur beim TC Wolfratshausen. Die Aussetzung der Auf- und Abstiegsregelung macht’s möglich. So sollen auch beim Lokalrivalen BCF die Talente frei von unbedingtem Ergebnisdruck ihre ersten Schritte im Herrenbereich machen. „Das ist in den kommenden Wochen unsere absolute Prämisse“, sagt Mannschaftsführer Henning Münster. Mit Jakob Münster (15), Luke Sotzeck (17), Marc Schindel (17) und Maximilian Haas (18) schickt er vier Junioren in der Bezirksklasse ins Rennen. „Die haben alle Potenzial.“ Münsters großes Ziel: Nach einer Eingewöhnungssaison sollen die Youngster den BCF in der kommenden Medenrunde zum Aufstieg führen. „So stellen wir uns das zumindest gerne vor.“

Henning Münster, Mannschaftsführer des BCF Wolfratshausen.

Unerwartete Unterstützung erhält das Team heuer von einem alten Bekannten. Simon Gebhart, bis vor wenigen Jahren bei den Herren des BCF aktiv, hat sich zu einem Comeback entschlossen. Eigentlich hatte der 31-Jährige aufgrund seiner Verpflichtungen als Fußballspieler und -Trainer den Tennisschläger schon beiseitegelegt. Doch da das Corona-Virus den Kickern derzeit einen geregelten Spielbetrieb verwehrt, hat Gebhart nun unverhofft wieder mehr Zeit fürs Tennisspielen. „Eine schöne Fügung für uns“, sagt Münster. „Der Simon trifft den Ball. Eine absolute Verstärkung für uns.“

Sein erstes Spiel bestreitet der BCF am Sonntag um 9 Uhr gegen den TC Wolfratshausen II.

DJK Waldram / Herren 50, BZKL 1

In Waldram haben sie einiges vor. In den kommenden Jahren soll es für die Herren 50 laut Vereinssprecher Ralf Berwanger bis in die Landesliga nach oben gehen. Den ersten Schritt, den Aufstieg in die Bezirksliga, würde die DJK dabei gerne schon heuer vollziehen – auch wenn dies in den Regeln der Corona-Saison eigentlich nicht vorgesehen ist. „Aber vielleicht zieht der Verband den Meister ja doch hoch, wenn oben jemand zurückzieht“, vermutet Berwanger. So oder so: Die DJK will angreifen. „Wir scharen mit den Hufen“, sagt Berwanger vor dem Start der Medenrunde. Verstärkt haben sich die Waldramer mit Martin Januale, der vom TV Schönrain kommt und bei der DJK an Position zwei spielt. „Ein guter Mann.“ Den Auftakt in die Übergangssaison wertet Berwanger sogleich als entscheidend für die Endplatzierung. Geht es beim Heimspiel am Samstag um 14 Uhr gegen Feldafing doch bereits gegen den ihm zufolge stärksten Gegner. Seine Einschätzung: „Wenn wir Erster werden wollen, müssen wir Feldafing schlagen – sonst wird’s nix.“

TC Geretsried / Herren 30, Bezirksliga

In der Bezirksliga starten die Herren 30 des TC Geretsried, der mit 374 Mitgliedern der größte Tennisklub im Landkreis ist. Verstärkt wurde das Team des 1953 gegründeten Vereins unter anderem mit den Ex-Wolfratshausern Wolfgang Wenus und Markus Sedletzky. Der Tennistrainer aus Gelting und der Österreicher sind außerdem noch für die Herren I des TCG in der Bezirksklasse 1 am Start. Ebenfalls in der Bezirksklasse vertreten die Herren 40 den Klub.

Los geht’s für die Herren 30 an diesem Samstag mit dem Match beim ETC Siegertsbrunn (14 Uhr).

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