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Freundschaftsspiel BCF Wolfratshausen gegen FC Bayern

Gut dagegengehalten

Rund 4.000 Zuschauer verfolgten das Testspiel des BCF Wolfratshausen gegen den FC Bayern im Isar-Loisach-Stadion. Die Organisation war perfekt, es gab strenge Sicherheitsmaßnahmen.

Wolfratshausen – Die Erwartungen und der Organisationsaufwand waren immens. Schon Stunden vor dem Anstoß des seit Tagen restlos ausverkauften Fußballspiels zwischen dem BCF Wolfratshausen und dem FC Bayern München war nicht nur rund um das Isar-Loisach-Stadion viel los. Auch am S-Bahnhof mischten sich am späten Nachmittag zahlreiche Fans in roten Trikots mit Pendlern, die früher aus ihren Büros geeilt waren, um rechtzeitig zum Spiel zu kommen. Polizei und Sicherheitskräfte waren allgegenwärtig. Keine Frage, die jüngsten Terroranschläge und der Bombenangriff auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben Spuren hinterlassen. Rucksäcke und Taschen wurden dementsprechend streng kontrolliert.

BCF oder FCB? Der junge Fußballfan drückte beiden Mannschaften beim Duell im Isar-Loisach-Stadion gleichermaßen die Daumen.

Dass Schiedsrichter Julian Kreye die Begegnung dann nur mit wenigen Minuten Verspätung anpfiff, war da fast schon erstaunlich. Hand in Hand mit BCF-Nachwuchsfußballern betraten die Münchner um die Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels den Rasen. Dass außer ihnen nur die Namen des eigentlich schon ausgemusterten Stand-by-Torwarts Tom Starke und des französischen Nationalspielers Kingsley Coman den meisten der 4000 Zuschauer geläufig waren, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Denn auch die Nachwuchs- und Regionalligaspieler des Rekordmeisters zeigten sofort, dass sie Tore schießen wollten. Und als Manuel Wintzheimer schon nach sieben Minuten den ersten Treffer erzielte, schien sich sogar ein ähnliches Schützenfest wie vor einem Jahr anzudeuten. Damals verlor eine desolate BCF-Elf gegen die Amateure des FC Bayern mit 1:13. Doch die in Grün spielenden Gastgeber hielten diesmal besser dagegen. So verfehlte ein Kopfball von Angelo Hauk in der 17. Minute nur um einen halben Meter das von Starke gehütete Bayern-Tor. Freilich musste auch BCF-Keeper Emrullah Karaca auf der gegenüberliegenden Seite in vielen Situationen sein ganzes Können zeigen. Bei einem trockenen Schuss von Müller war jedoch auch er machtlos. Als sich der FCB-Kapitän schließlich eine Viertelstunde vor Spielende auswechseln ließ, hatte er eine ungleich anspruchsvollere Aufgabe zu bewältigen: Autogrammjäger hielten ihm Trikots, Kappen und Blöcke entgegen. Miley, die siebenjährige Tochter von Farchets Coach Marco Stier, bekam sogar das Trikot des Weltmeisters geschenkt.

Auf dem Spielfeld ließ der BCF, der in der zweiten Hälfte ebenso wie die Münchner fast komplett durchwechselte, nicht locker. Und nach zwei Treffern von FCB-Nachwuchsspieler Franck Evina wölbte sich Sekunden vor dem Abpfiff doch noch das Netz des Bayern-Tores: Enzo Potenza sorgte mit seinem Kopfballtor zum 1:4-Endstand für das letzte sportliche Ausrufezeichen. Danach stürmten die Autogrammjäger wieder das Feld, sodass der breit aufgestellte Sicherheitsdienst die Stars nur mit Mühe abschirmen konnte. Dennoch blieb alles in friedlichen Bahnen.

Stimmen zum Spiel:

Thomas Müller (Mittelfeldspieler des FC Bayern): „Ich war schon öfters in Wolfratshausen. Hier kann man wunderbar Golf spielen. Und auch dieses Freundschaftsspiel hat Spaß gemacht, die Leute sind glücklich. Solche Begegnungen kann man in der ersten Trainingswoche gut einbauen.“ Tom Starke (Torwart des FC Bayern): „Gutes Wetter, tolle Kulisse und ein Spiel direkt vor der Haustür – was will man mehr? Dass wir vier Tore gemacht haben, ist ok. In der ersten Trainingswoche kann man nicht mehr erwarten, zumal wir nicht in Bestbesetzung angetreten sind.“ 

Dr. Manfred Fleischer (Vorsitzender des BCF Wolfratshausen): „Das war ein großartiges Ereignis, an das man sich noch lange erinnern wird. Ein Riesenkompliment an alle Helfer und Edmund Stoiber, ohne dessen Vermittlung dieses Spiel nicht stattgefunden hätte. Wolfratshausen kennt man jetzt noch besser auf der fußballerischen Landkarte.“ 

Klaus Heilinglechner (Bürgermeister von Wolfratshausen): „Das war eine tolle Leistung des BCF. Wenn die in der Bayernliga auch so spielen, mache ich mir um den Klassenerhalt keine Sorgen. Auch die Organisation war hervorragend. Großes Kompliment an die Vorsitzenden Helmut Forster und Manfred Fleischer. Sie haben Schwerstarbeit geleistet.“ 

Marco Stier (Trainer des BCF Wolfratshausen): „Ich bin megastolz auf meine Jungs. Wir haben gut dagegengehalten und am Ende sogar noch ein Tor gemacht. Wir hätten uns zwar noch einen Franck Ribéry gewünscht, aber der war angeschlagen und wollte nichts riskieren. Immerhin hat sich meine Tochter Miley ein verschwitztes Trikot von Thomas Müller sichern können.“ 

Michael Müller (Bürgermeister von Geretsried): „Ich war erstaunt, wie stark der BCF gespielt hat. Im Vergleich zur Pokalniederlage in Geretsried war das Team nicht wiederzuerkennen. Vielleicht bedeutet das aber, dass der TuS genauso gut wie der FC Bayern ist (lacht)“. 

Peter Herrmann

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