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Ein freundlicher Händedruck: Rathauschef Michael Müller begrüßt Natalia Lissandrello zur Bürgersprechstunde.

Bürgersprechstunde Geretsried

Das Thema Asyl steht im Vordergrund

Geretsried - Bürgermeister Michael Müller und Bundestagsmitglied Alexander Radwan stehen den Bürgern bei der Open-Air-Sprechstunde Rede und Antwort. Es überwiegt ein Thema: Asylanten in Geretsried.

Eine ganze Präsentationsmappe mit Entwürfen für den neuen Karl-Lederer-Platz hatte Bürgermeister Michael Müller mitgebracht. Doch keiner der Passanten, die am Dienstag auf dem Wochenmarkt einkauften, sprach das Thema Zentrumsplanung an. Bei seiner dritten Bürgersprechstunde unter freiem Himmel beziehungsweise im schattigen Pavillon bekam Müller Unterstützung vom CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan. Der Stimmkreis-Vertreter tourt zur Zeit durch die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Starnberg.

Ausländerfeindliche Töne

Ein wenig erschreckend fanden es die beiden Politiker, dass gleich drei Besucher ihres Stands – zwei junge Männer und eine Frau, die alle anonym bleiben wollten – sich deutlich ausländerfeindlich äußerten. Die Frau beschwerte sich, dass die Asylbewerberunterkunft in der ehemaligen Filigran-Halle auf dem Weg der Isardamm-Grundschüler liege. Sie selbst sei von Flüchtlingen sexuell belästigt worden. Auf Nachfrage Müllers sagte die Frau, sie habe aber keine Anzeige erstattet.

Die beiden Männer mit osteuropäischem Akzent schimpften, es gebe zu viele Asylbewerber in Geretsried. Müller betonte, dass er als Bürgermeister und als Privatperson dazu stehe, Menschen in Not aufzunehmen. Natürlich müssten sie sich an deutsche Gesetze halten, doch ihm seien bislang keine Verstöße dagegen bekannt geworden. „Dass es in den Unterkünften zu Spannungen kommt, ist unstrittig.“ Alexander Radwan berichtete später im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er die „diffusen Ängste“ der Bürger vor Asylbewerbern, vor dem Islam und vor Terrorismus landauf landab zu spüren bekomme. Der Standpunkt des Gmunders mit ägyptischen Wurzeln lautet: „Wir brauchen eine friedliche Koexistenz mit einem moderaten Islam.“

Ein Problem, für das nicht die Stadt, sondern der Landkreis zuständig ist, brachte Natalia Lissandrello vor: die ständig überfüllten Wertstoffinseln. Die junge Mutter nannte die Standorte Johannisplatz und Jahnstraße. Müller versprach, bei der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises, der WGV Quarzbichl, wegen einer eventuell möglichen häufigeren Leerung nachzufragen.

Direkt auf die Zentrumsneugestaltung angesprochen, äußerte sich schließlich doch noch eine Geretsriederin. Annusch Wenus-Damian sagte, sie könne sich den geplanten Krämmel-Bau gut vorstellen. Müller zeigte ihr, wie weit er in den Platz ragen würde. Das Gebäude könnte dem Karl-Lederer-Platz einen Abschluss verleihen, die Geschäfte darin könnten für mehr Belebung sorgen, meinte Wenus-Damian. Allerdings sollte der Blick auf das schöne, alte Rathaus nicht komplett verbaut werden.

Tanja Lühr

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