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Viele geplante Bauprojekte zur dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen werden nun doch nicht umgesetzt.

„Ein humanitärer Rückschritt“

Asylbewerber: keine dezentrale Unterbringung mehr

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Scharfe Kritik erntet die Regierung von Oberbayern zur Zeit. Eine Kreisrätin sieht die geplante zentrale Unterbringung als "humanitären Rückschritt".

„Aufs Schärfste protestieren“ will Kreisrätin Barbara Schwendner (Grüne) gegen die Pläne der Regierung von Oberbayern, Asylbewerber nur noch in zentralen Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. „Das ist ein humanitärer Rückschritt. Ich bin entsetzt“, sagte sie in der jüngsten Kreistagssitzung. Prof. Matthias Richter-Turtur (FUW) gab ihr Recht: „Durch die dezentrale Unterbringung hat gute Integration stattgefunden.“ Das werde nun zunichte gemacht.


„Durch die dezentrale Unterbringung hat gute Integration stattgefunden.“


Wie berichtet, hat die Regierung von Oberbayern mit Blick auf die zurückgegangenen Flüchtlingszahlen die Anmietung von weiteren Objekten gestoppt. Baupläne liegen auf Eis. Künftig soll die Unterbringung in zentralen Gemeinschaftsunterkünften (GU) erfolgen, die die Regierung betreibt. Das Problem: Im Landkreis gibt es bislang ausschließlich dezentrale Wohnungen und kleinere Einheiten.

Die Zahl der Flüchtlinge im Landkreis wird genau beobachtet.

„Objekte, die geeignet sind, übernimmt die Regierung als GU. Andere werden geprüft, ob dort anerkannte Flüchtlinge unterkommen können“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Provisorien wie Turnhallen werden geleert. „Wir kündigen aber keine angemietete Wohnung und pferchen die Leute irgendwo zusammen“, beruhigte Abteilungsleiterin Helga Happ.

Fertig gebaut werden die Container am Schulzentrum in Geretsried und an der Realschule in Bad Tölz. Die Stadt Bad Tölz baut ihr Projekt auf der Flinthöhe zu Ende, da es hier Verträge gibt. Die hat die Stadt Wolfratshausen nicht – und bangt daher um Planungskosten in sechsstelliger Höhe für fünf Unterkünfte.

Ob man hier schon ein Signal von der Regierung bekommen habe, ob und wie es weitergehe, wollte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (FW) wissen. „Die befindet sich mitten in der Prüfung“, antwortete Happ. Und das könne dauern, schließlich liegen allein aus Oberbayern 200 offene Fälle vor. va

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