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Sie sind Umweltschützern ein Dorn im Auge: Plastiktüten.

Immer mehr Händler verlangen Geld 

Umdenken beim Thema Plastiktüte

Bad Tölz-Wolfratshausen – Umweltschützern ist sie ein Dorn im Auge: Die Plastiktüte. Ab 2019 darf sie nicht mehr kostenfrei an Kunden herausgeben. Einige Geschäftsbetreiber haben bereits reagiert.

Ein Beispiel ist Elvine Engelhardt. Die Betreiberin der Isar-Apotheke in Wolfratshausen und der Paracelsus-Apotheke in Geretsried hat zu Beginn des Monats einen Tütenpreis eingeführt. „Die Plastiktüte kostet seither zehn Cent“, erläutert die Apothekerin. Papiertüten hingegen gibt’s für die Kunden kostenlos. Die Maßnahme zeigt Wirkung: „Ich selbst habe seitdem keine einzige mehr herausgegeben.“ Auch Engelhardts Angestellten sei aufgefallen, dass die meisten Kunden entweder zur Alternative aus Papier greifen oder ihre Einkäufe in mitgebrachten Stofftüten oder Körben verstauen.

Auch im Wolfratshauser Drogeriemarkt Müller gibt es die Plastiktüte nicht mehr umsonst. „Seit über einem Jahr handhaben wir das so“, erläutert Canan Özkan, Mitglied der Marktleitung. Viel mehr Kunden als früher, so erläutert sie, kämen nun mit eigenen Taschen zum Einkaufen. „Die meisten haben dafür Verständnis, dass wir Geld verlangen“, sagt Özkan.

Rudi Utzinger von Intersport Utzinger in Geretsried.

Anders ist das beim Isartaler Elektromarkt in Geretsried. Geschäftsführer Thomas Purmann berichtet: „Vor allem, wenn Kunden gerade ein Handy für 500 Euro gekauft haben, rechnen sie damit, dass es die Tüte kostenfrei dazu gibt.“ Ein Irrglaube, denn Purmanns Angestellte verlangen seit etwa zwei Wochen für die Plastikbeutel je nach Größe zehn, 20 oder 50 Cent. Das stoße zwar nicht bei allen Einkäufern auf Gegenliebe. „Aber es geht dabei um die Umwelt. Das ist mir wichtiger“, erläutert der Geschäftsführer.

Weiterhin kostenlos gibt es die kleinen Tragehilfen beispielsweise bei Intersport Utzinger in Geretsried. Geschäftsinhaber Rudi Utzinger stellt trotzdem immer wieder fest, dass viel weniger Tüten als früher angefragt werden. „Ich habe das Gefühl, dass sich das Umweltbewusstsein bei vielen Kunden ganz markant verändert hat“, sagt der Sportwarenhändler. Er schätzt, dass er momentan nur rund halb so viele Tüten herausgibt wie früher. „Einige Kunden betonen an der Kasse sogar, dass sie keine Tüte wollen.“ Wenn doch, würden die meisten lieber zur Papiervariante greifen.

Die Händler, die derzeit Geld für die Plastiktüten verlangen, tun dies freiwillig. Es könnte sehr bald zur Pflicht werden. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) müssen die EU-Mitgliedstaaten bis Oktober 2016 entscheiden, wie das Problem mit den Tüten angegangen werden soll.

Friedl Krönauer, Vorsitzender des Bund Naturschutz

Laut dem Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Friedl Krönauer, wäre eine gesetzliche Vorgabe schon jetzt „dringend notwendig. Denn von allein wird keiner auf Plastiktüten verzichten.“ Dabei sei es recht einfach, sie zu vermeiden: „Eine Tragetasche einfach in den Radlkorb oder ins Auto legen“, rät er. „So hat man sie immer dabei.“

von Dominik Stallein

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