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Unterstützung bei Hausaufgaben ist eines der Tätigkeitsfelder der ehrenamtlichen Familienpaten. Diese werden demnächst auch in den Landgemeinden ihre Hilfe anbieten. 

Familienpaten bieten Hilfe an

Wenn man nicht den Nachbarn fragen will

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Wolfratshausen - Die Familienpaten schwärmen aus: Künftig soll es auch in Egling, Münsing, Eurasburg und Icking vermehrtes Engagement geben. Die Kommunen müssen sich finanziell beteiligen. Aktuell trägt Wolfratshausen alle Kosten.

Abholen aus dem Kindergarten, Hilfe bei den Hausaufgaben oder gemeinsame Spielenachmittage: Es gibt viele Felder, in denen Familienpaten aktiv sind. Das Modell, bei dem Ehrenamtliche Familien unter die Arme greifen, gilt als großer Erfolg. Über 100 Frauen und Männer haben sich in den vergangenen Jahren für diesen Zweck schulen lassen. Nirgendwo in Bayern gibt es so viele Paten wie im Landkreis. Jetzt soll das Projekt ausgebaut werden: Die Familienpaten wollen vermehrt in den Landgemeinden tätig werden.

Der Sozialraum Nord, zu dem neben der Stadt Wolfratshausen die Gemeinden Egling, Icking, Münsing und Eurasburg gehören, plant ein Pilotprojekt. In den kommenden Jahren sollen vier bis sieben Familienpaten für jede Gemeinde gefunden und eingesetzt werden. Die Koordinatorin sitzt in Wolfratshausen. Momentan bezahlt die Stadt über den Kinder- und Jugendförderverein ihre Stelle. Familienpaten, die in den anderen Kommunen unterwegs sind, nutzen ebenfalls dieses Angebot. „Im Prinzip bezahlt Wolfratshausen also die Kosten für die Nachbarn mit“, erklärt Diana Eichmüller von der Fachstelle für Familienförderung im Landratsamt. Zwei Familienpaten gebe es zum Beispiel schon in Egling, drei in Münsing und ein paar Anfragen für Eurasburg. Eichmüller schlägt vor, das Projekt zu verteilen. „Das hat den Vorteil, dass wir Familienpaten auch gemeindeübergreifend einsetzen können.“ Vielen Familien sei es unangenehm, einen Nachbarn um Hilfe zu bitten.

Die Stelle der hauptamtlichen Koordinatorin für den Sozialraum Nord soll pro Woche 20 Stunden besetzt werden. Träger soll der Wolfratshauser Kinder- und Jugendförderverein sein. „Mit ihm haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, der kann so etwas stemmen.“ Wolfratshausen soll die Hälfte bezahlen, jede Landgemeinde jeweils ein Achtel. Egling, Münsing und Eurasburg hätten bereits Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert, in Icking überlegt derzeit man noch. Abzüglich der Zuschüsse des Landratsamts und des bayerischen Förderprogramms Koki blieben für jede Gemeinde in den ersten beiden Jahren Kosten von knapp 3000 Euro jährlich. Im Regelbetrieb ab dem dritten Jahr würden dann etwa 4600 Euro pro Jahr anfallen. Da viele Unternehmer spenden, verringere sich der Anteil als Mischfinanzierung.

Jetzt müssen die Gemeinderäte in ihren kommenden Sitzungen entscheiden, ob sie sich finanziell beteiligen wollen. „Es lohnt sich“, sagt Eichmüller. Man biete Familien niederschwellige Unterstützung an – und zwar jeder. Der Sozialdienst des Landratsamt komme, wenn es in einer Familie schon brennt. „Die Familienpaten verhindern das Feuer. Sie haben Lebenserfahrung, sind gut ausgebildet und hören zu.“

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