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Sicherheitsmaßnahmen nach Amoklauf. Im Landkreis soll die Polizeipräsenz steigen.

Polizeipräsenz

So will die Polizei nun das Sicherheitsgefühl stärken

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Mehr Polizisten sollen auf die Straßen. Leichter gesagt als getan, denn die Inspektionen in Wolfratshausen und Geretsried klagen über Personalmangel.

Robert Kopp: Das Gefühl von Angst und Furcht greift um sich

Erst Paris, Brüssel und Nizza, nun Würzburg, München und Ansbach, die Gewalt hat unsere Haustüre erreicht. Ob Attentate vor terroristischem Hintergrund oder persönlich motivierte Gewalttaten Einzelner – die aktuelle Sicherheitslage ist hoch sensibel. Robert Kopp, Chef des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim, spricht in einem am Montag herausgegebenen Statement von „dramatischen“ Ereignissen. Unbestritten sei, „dass die zeitliche Nähe und Wucht dieser Verbrechen nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei vielen Bürgern Spuren hinterlassen haben“. Die Menschen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, für die die Behörde in Rosenheim zuständig ist, seien schockiert und besorgt. „Das Gefühl von Angst und Furcht greift um sich und nimmt ständig zu.“ 

Die Geschehnisse der vergangenen Tage werden sich laut Kopp auf die Arbeit der Beamten in den Dienststellen auswirken. „Mir ist es wichtig, dass wir als Polizei Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger noch greifbarer und sichtbarer machen. Die Menschen sollen sehen, dass ihre Polizei alles „was machbar und sinnvoll ist, unternimmt, um Risiken zu minimieren und Gefahren zu verhindern“. Viel sei in der Vergangenheit bereits geschehen. Der Polizeipräsident zählt in diesem Zusammenhang die konzeptionelle Vorbereitung von Einsatzszenarien, praktische Trainings und Übungen sowie die optimierte Ausstattung auf. Aufgrund der aktuellen Entwicklung hat Kopp seine „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergänzend gebeten, noch mehr uniformierte Präsenz, wann immer es geht, in der Öffentlichkeit zu zeigen“. 

Personallage in den Inspektionen ist ausbaufähig

Leichter gesagt als getan. Dass die personelle Situation bei den Sicherheitskräften ist angespannt ist, das ist kein Geheimnis. Walter Siegmund, Leiter der Geretsrieder Polizeiinspektion, hält die Anordnung seines Chefs in Rosenheim dennoch für richtig. „Wir werden im Rahmen des personell Machbaren alles tun, um das umzusetzen.“ Siegmunds Pendant in der Wolfratshauser Inspektion sieht es ähnlich. „Herr Kopp hat ja Recht“, sagt Werner Resenberger. „Jeder uniformierte Polizist auf der Straße erhöht das Sicherheitsgefühl der Bürger und wirkt abschreckend auf potenzielle Täter. Das ist einfach so. Also werden wir es tun.“ Selbst wenn die Personallage besser sein könnte: „Ein bisserl was geht immer.“ Die Ankündigung von Ministerpräsident Horst Seehofer nach der Axt-Attacke in einem Würzburger Regionalzug, auf der anstehenden Kabinettsklausur über die Ausstattung der Polizei zu sprechen, bewertet Resenberger diplomatisch: „So etwas hört man gerne.“ 

Das viele Lob, dass die Kollegen der Münchner und bayerischen Polizei nach ihrem hochprofessionellen wie besonnenen Einsatz am Freitagabend in München erhalten haben, freut den Wolfratshauser Polizeichef – und er hält es für verdient. Resenberger konstatiert im Gespräch mit unserer Zeitung: „Was die Kollegen vor Ort und mit ihrer Präsenz in den sozialen Medien geleistet haben, war gewaltig."

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