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Der Andrang war groß: Mehr als 100 Besucher kamen auf Einladung des Alpenvereins zum Bildvortrag von Bergsteiger Alois Graf ins Wirtshaus Flößerei. 

Vortrag im Wirtshaus Flößerei

Tour auf den Piz Bernina: „Schöner geht’s nicht mehr“

Bergsteiger Alois Graf berichtet über seine Tour auf den Piz Bernina und weitere 4000er in den Schweizer Alpen. Das Interesse an seinem Abenteuer war groß.

Wolfratshausen Wenn der Berg ruft: Mehr als 100 Besucher, Mitglieder der Alpenvereinssektion Wolfratshausen sowie interessierte Gäste, drängten sich im Wirtshaus Flößerei. In einem Bildvortrag berichtete Alois Graf dort über seine Tour auf den Piz Bernina und weitere benachbarte 4000er in den Schweizer Alpen.

Im Juli vergangenen Jahres – für ihn die beste Zeit für Hochtouren – hatte sich der 60-jährige Münsinger Landwirt Alois Graf zusammen mit seinem Freund Sigi Bartmann (62), einem in Grafing lebenden, ehemaligen Berufsfeuerwehrmann, auf den Weg ins Engadin nach Pontresina gemacht. Von dort aus marschierten sie am Tag eins nach der Übernachtung im Roseg-Hotel auf die 2600 Meter hohe Tschiervahütte.

„Wenn einer fällt, dann fällt nur einer“

Am Tag zwei um fünf Uhr morgens begann das Abenteuer für die beiden erfahrenen Alpinisten. Bei guten Firnverhältnissen und fast wolkenlosem Himmel erklommen sie über den Biancograt ihren ersten Gipfel, den Piz Bianco (3995 Meter). Links und rechts des schmalen, 45 Grad steilen Schneepfads ging es 60 Grad abwärts. Die beiden benutzten trotzdem kein Seil. „Man muss halt sauber gehen. Mit Steigeisen und Eispickel, so wie ich’s bei meinem Lehrer Werner Schote gelernt habe“, sagte Graf. Mit seinem Kameraden habe er sich darauf geeinigt, dass man sich nicht gegenseitig sichere. „Wenn einer fällt, dann fällt nur einer“, so das Motto der Freunde. Glück hatten sie, dass sie den berüchtigten Felssporn namens „Haifischflosse“ auf dem Biancograt unterqueren konnten.

Lesen Sie auch unser Interview mit Alois Graf

Nicht Schwindelfreien jagten die Fotos vom Aufstieg Schauer über den Rücken. Für den Münsinger stellt der mühsame Weg eine der „schönsten Himmelsleitern“ Europas dar. Damit nicht genug. Über mehrere Abseilstellen kraxelten er und Bartmann weiter auf den Piz Bernina (4049 Meter), den König der Ostalpen, und über den ausgesetzten Spallagrat hinab zur italienischen Marco-e-Rosa-Hütte. Während der Übernachtungspause machte Hundefreund Graf ein Foto von dem domestizierten Wolf, der das Haus bewacht.

Oben ist jeder glücklich und genießt das Panorama

Am Tag drei Tag wanderte das Duo über die Palü-Gipfel und die riesige Bellavista-Gletscherterrasse zur Diavolezza-Bergstation. Über die Gipfel sagt Graf: „Auf einmal stehst du da oben. Es sind schon mehrere Seilschaften da. Jeder ist glücklich und genießt das einmalige Panorama.“

Am Tag vier stand der Piz-Palü-Ostpfeiler auf dem Programm, eine anspruchsvolle, nur gesichert zu bewältigende Tour mit teilweise Schwierigkeitsgrad IV. Wieder zeigte Graf Fotos von rauen Felswänden und am Ende einer schneeweißen Bergspitze – in der Schweiz ohne Gipfelkreuz – vor azurblauem Himmel. „Eigentlich sollt’ ich jetzt das Hochtourengehen aufhören, weil schöner geht’s nicht mehr“, kommentierte er diese letzten Bilder. Für die Alpenvereinsmitglieder, die sich jedes Mal auf Grafs Vorträge freuen, wäre das jammerschade. Tanja Lühr

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