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Ackern für den guten Zweck: Rund 100 Skifahrer, Tourengeher, Snowboarder und Telemarker sammeln am 6. April beim Charity Hike & Ride auf der Zugspitze Geld. Ins Leben gerufen hat das Event im Jahr 2005 das Wolfratshauser Ehepaar Chrissi und Michi Strobl.

Charity Hike & Ride

Tourengeher im Vollgas-Modus: Darum schwitzen Sportler auf der Zugspitze

  • vonPeter Borchers
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Rund 100 Skisportler und Snowboarder drehen am 6. April Runde um Runde für einen guten Zweck.

Wolfratshausen – Ja, Tourengehen macht Spaß. Und nein, mit diesem Sport lässt sich in der Regel nichts verdienen. Mit einer Ausnahme: Seit 2005 sammeln Skifahrer, Telemarker und Snowboarder in jedem Frühjahr bei einem Wettbewerb auf der Zugspitze Geld für wohltätige Projekte. Im vergangenen Jahr kamen rund 25 000 Euro zusammen. Insgesamt, sagt Initiatorin Chrissi Strobl, „haben wir seit Bestehen des Charity Hike & Ride über 120 000 Euro für gute Zwecke gesammelt“.

Chrissi Strobl Initiatorin des Charity- Hike & Ride-Rennens.

Heuer ist aus der Gruppe von Freunden, die das Event einst auf die Beine stellten, ein gemeinnütziger Verein geworden: der Charity Hike & Ride e.V. „Das erleichtert uns die Arbeit, gerade was das Ausstellen von Spendenquittungen betrifft“, sagt Strobl. Neben der Wolfratshauserin und ihrem Mann Michael sind der Ismaninger Roland Meierhofer und der Miesbacher Andi Klevar seit Jahren an Bord. Strobl: „Beide nehmen uns sehr viel Arbeit ab.“

Am 6. April, einem Samstag, erwartet der neue Verein wieder gut 100 Sportler aus allen Teilen des Landes auf Deutschlands höchstem Berg. Dort stellen sie sich ab 10 Uhr einem Freeride-Rennen der besonderen Art: Innerhalb von vier Stunden gilt es, möglichst viele Runden eines abgesteckten Off-PisteKurses mit etwa 200 Höhenmetern Aufstieg und Abfahrt zu meistern. Ein bis zwei Richtungstore weisen den Athleten den Weg. Ansonsten ist Vollgas angesagt – runter wie rauf.

Im Vorfeld hat jeder Teilnehmer eine Liste von Spendern erstellt. Aufgeführt ist dort auch der Betrag, den der jeweilige Spender pro gelaufener Runde seines Schützlings zahlt. Das können laut Strobl „beispielsweise der eine Euro von der Oma oder auch die 100 oder mehr Euro von einer Firma sein“.

Die Organisatoren verlangen kein Startgeld, auch die Liftkarte ist umsonst. Die Teilnehmer haben also keinerlei Kosten – abgesehen vom Schweiß, den sie vergießen. Und sie gehen im besten Fall sogar mit tollen Preisen nach Hause. Strobl: „Wir haben dieses Jahr viele Firmen aus der Region dabei, die Sachpreise spenden.“ Darunter der Wolfratshauser Sportartikel-Vertriebsriese MTS sowie das Garmischer Brauhaus und zahlreiche weitere Unternehmen.

So lief‘s im vergangenen Jahr: Charity-Event auf der Zugspitze: Wolfratshauser sammeln 25.000 für guten Zweck

Zu gewinnen gibt’s für die Teilnehmer selbstredend Wintersport-Equipment. Die besten Teams können sich Tickets für das demnächst startende Outdoor-Filmfestival BOFF von Andreas Prielmaier und Tom Dauer sichern. Zudem in der Verlosung: eine Übernachtung für vier Leute im Iglu-Dorf auf der Zugspitze, ein Besuch im Hochseilgarten oder im Palmenbad sowie gemeinsames Schlemmen in der Lodge.

In den Genuss des Spendenerlöses kommt heuer erneut das schon bei früheren Auflagen berücksichtigte Netzwerk „Protect Our Winters“ (POW) – was naheliegend ist für den wintersportaffinen Verein: POW hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit durch Aufklärung und Bildungsmaßnahmen für den menschenverursachten Klimawandel zu sensibilisieren. Den anderen Teil des Kuchens erhält das Wolfratshauser Projekt Gorilla. Dessen Botschafter, meist professionelle Athleten, wollen auf kreative Art Jugendliche dazu motivieren, gesünder, nachhaltiger und aktiver zu leben. „Die Gorilla-Workshops an den Schulen beinhalten meist Freestyle-Sportarten, die in Vereinen nicht angeboten werden“, sagt Strobl.

Was der Wolfratshauserin und ihren Mitstreitern am 6. April neben dem Spendensammeln und der sportlichen Herausforderung jedoch ebenso wichtig ist: „Wir alle wollen am Ende des Winters noch einmal in einer schönen und entspannten Atmosphäre das tun, was wir alle lieben. Dieses Rennen gibt uns die Möglichkeit, uns für all die tollen Powder-Tage in dieser Saison zu bedanken.“ Entspannung ist auch nach dem Hike & Ride angesagt: Während die Organisatoren die Strecke ab- und die Preise für die Siegerehrung in der Lodge aufbauen, haben die Teilnehmer Zeit zum Relaxen und Abendessen.

Alle Infos

zum Ablauf, den unterstützten Projekten und weiteres finden sich auf der Vereins-homepage www.charityhike.de. Dort kann man sich auch für das Rennen anmelden. Noch sind im Starterfeld Plätze frei.

peb

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