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„Extremes Potenzial“: Wolfratshausen hat in den Augen von Bürgermeister Klaus Heilinglechner touristisch viel zu bieten – um das Potenzial auszuschöpfen, wird nun voraussichtli ch eine zusätzliche Stelle im Rathaus geschaffen. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Hauptausschuss votiert mit 7:3 Stimmen für Stellenmehrung

Tourismus: Diesen Job bietet die Stadt Wolfratshausen an

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Die Tourismusförderung in der Stadt Wolfratshausen soll forciert werden. Deswegen wird eine zusätzliche Stelle im Rathaus geschaffen.

Wolfratshausen Das Thema Tourismus bleibt für die Kommune ganz oben auf der Prioritätenliste. Aus diesem Grund befürwortete der Hauptausschuss des Stadtrates am Dienstagabend mit 7:3 Stimmen die Schaffung einer zusätzlichen Stelle unter dem Dach des Stadtmanagements. SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner sowie die CSU-Räte Dr. Manfred Fleischer und Peter Plößl lehnten den Antrag von Stadtmanager Dr. Stefan Werner ab.

Werner hatte bereits im vergangenen Jahr um eine Stellenerweiterung gebeten, der Hauptausschuss stellte den Antrag seinerzeit zurück. Die zusätzliche Tourismuskraft mit 19,5 Wochenstunden Arbeitszeit „ist für die adäquate Bearbeitung der bereits bestehenden Aufgaben im Sachbereich Tourismus dringend notwendig“, sagte Werner am Dienstag. Derzeit ist Teilzeitkraft Gisela Gleißl verantwortlich für die Tourismusförderung in der Flößerstadt, unterstützt wird sie von Laura Schniotalle. Die jedoch ist genau genommen die Assistentin des Stadtmanagers, sodass unterm Strich laut Werner das operative Geschäft leidet. Die derzeitigen Personalressourcen in der Stabsstelle Stadtmanagement „erlauben nur eine Bearbeitung auf Sparflamme“, stellte Werner fest. Für eine „zieladäquate und strategische Tourismusarbeit ist eine eigene, 50-Prozent-Assistenzstelle im Tourismus erforderlich“. Zusätzliche Kapazitäten „werden dringend für die strategische Weiterentwicklung und die stimmige Einbettung des Tourismusbereichs in die übergeordnete Stadtmarketingstrategie benötigt“.

„Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren“

Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) unterstützte Werners Antrag. Wolfratshausen dürfe in puncto Tourismus „den Anschluss nicht verlieren“, allein die Pflege der Homepage und die Netzwerkarbeit seien sehr zeitintensiv. Die Loisachstadt verfüge über ein „extremes Potenzial“, das aufgrund ungenügenden Personals nicht ausgeschöpft werden könne.

Stadtrat Plößl reichte die Begründung nicht. Er habe viele „Oberbegriffe“, aber inhaltlich nur wenig gehört. SPD-Fraktionschef Meixner machte kein Geheimnis daraus, dass in den Reihen der Sozialdemokraten „eine gewisse Skepsis herrscht“. Er halte den Zeitpunkt der Entscheidung für „zu früh“. Meixner hätte es lieber gesehen, erst am Personalschlüssel zu drehen, wenn die beschlossene Tourist-Info konkrete Formen annimmt. Wie berichtet soll die Tourist-Info im städtischen Gebäude am Untermarkt 10 eingerichtet werden. Doch zuvor muss die denkmalgeschützte und mit Schadstoffen belastete Immobilie von der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft saniert und modernisiert werden – bis dato haben die Arbeiten nicht begonnen.

Meixner räumte ein, dass das Surfwellenprojekt Tourismusförderin Gleißl in der vergangenen Zeit extrem in Anspruch genommen habe. Doch sobald die Bauphase eingeläutet werde, habe Gleißl wieder mehr Zeit.

Das glaubt Rathauschef Heilinglechner nicht. Ja, die Surfwelle werden vom Verein „Surfing Wolfratshausen“ betrieben, „doch die Surfwelle braucht Unterstützung“, so der Bürgermeister. „Wir müssen das Thema touristisch spielen“, unterstrich Gleißl, und verwies auf „Presseanfragen aus ganz Deutschland“.

CSU-Stadtrat Fleischer ist verwundert

„Wir haben die Surfwelle auf die Beine gestellt, Laufen lernen muss sie alleine“, meinte dagegen Plößl. Auch sein Fraktionskollege Fleischer zeigte sich verwundert über die Aussagen: „Die PR-Arbeit muss der Surf-Verein machen.“ Fleischer vertrat den Standpunkt: Die Stabsstelle Stadtmanagement sei personell und finanziell „sehr gut“ ausgestattet.

Rudi Seibt (Grüne) betrachtet den Tourismus als einen Baustein zur Imageaufwertung Wolfratshauens und votierte für die Stellenmehrung. Die Gremiumsmitglieder der Bürgervereinigung meldeten sich in der Debatte nicht zu Wort, stimmten aber für die Erweiterung des Stellenplans. Es handelt sich laut Heilinglechner um eine unbefristete Stelle, die erforderlichen Haushaltsmittel (26 500 Euro Jahressumme) werden nachträglich im Haushalt 2019 bereitgestellt. Das letzte Wort hat allerdings am kommenden Dienstag der Stadtrat. cce

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