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Der Unglücksort: An der alten Floßlände in Wolfratshausen rutschten die zwei Buben auf nassen Ufersteinen aus und stürzten in die Loisach.

innenminister herrmann zeichnet lebensretter aus

Trio rettet Buben aus der Loisach

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat am Mittwoch drei Lebensretter mit der Christophorus-Medaille geehrt. Das Trio zog Ende Juni vergangenen Jahres in Wolfratshausen zwei Buben aus der Loisach – ohne diese Hilfe wären die Kinder ertrunken.

Wolfratshausen– Der 29. Juni vergangenen Jahres war ein sonniger Tag. Doch hätten drei couragierte Menschen nicht beherzt gehandelt, hätte mutmaßlich eine Tragödie den Tag überschattet. Eine von den Dreien ist die Wolfratshauserin Martina Frank. Die vierfache Mutter saß an der alten Floßlände, als ihr Sohn Noel plötzlich schrie: „Mama, komm’ schnell, ich glaube, der ertrinkt!“ Was war passiert? Zwei Buben im Alter von elf beziehungsweise 14 Jahren, die an der alten Floßlände gespielt hatten, waren auf den nassen Ufersteinen ausgerutscht und in den Fluss gestürzt. Die Fluten rissen die Kinder mit, ihre Köpfe gerieten immer wieder unter Wasser, einer der Buben verlor das Bewusstsein. Später stellte sich heraus: Die Kinder syrischer Asylbewerber konnten nicht schwimmen.

Martina Frank zögerte keine Sekunde. Sie zog ihre Schuhe aus und sprang in den Fluss. Etwa 60 Meter unterhalb der alten Floßlände, auf Höhe des Wirtshauses Flößerei, bekam sie den Elfjährigen zu packen und rettete ihn mit Hilfe von zwei Wirtshaus-Bedienungen ans Ufer. Sein Bruder, das Gesicht im Wasser, trieb weiter flussabwärts.

Bub schlägt die Augen auf

Doch Lebensretterin Frank war nicht allein: Der Münchner Alexander Schoßmann hatte das Geschehen vom Sebastianisteg aus beobachtet und rannte zu den Uferbänken am Loisachhallen-Parkplatz. Dasselbe galt für den Penzberger Alexander Biendl, der ebenfalls zufällig Augenzeuge der dramatischen Ereignisse war.

Schoßmann machte einen weiten Satz in die Loisach, ergriff den 14-Jährigen und zog ihn zusammen mit Biendl ans Ufer. Mit vereinten Kräften kämpften die Männer um das Leben des Buben – schließlich schlug der die Augen auf, hustete und spuckte Wasser. „Und dann war da ganz viel Polizei, Feuerwehr, Sanitäter und der Notarzt“, berichtete Biendl später. Die Geretteten brachte das BRK in die Kinderstation des Starnberger Klinikums, beide trugen nach Angaben eines Sprechers der Wolfratshauser Polizei keine körperliche Schäden davon.

Für seinen Rettungseinsatz ist das mutige Trio bereits vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim geehrt worden. 150 Euro als Belohnung bekam jeder von ihnen. Die Übergabe fand im Herbst vergangenen Jahres unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Frank, Biendl, und Schoßmann betonten, dass es für sie selbstverständlich gewesen sei, in die Loisach zu springen und die Kinder, die zu ertrinken drohten, aus dem Wasser zu ziehen.

Zeichen des Dankes für Handeln in höchster Not

Lebensretter: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (2. v. li. ) zeichnete (v. li.) den Münchner Alexander Schoßmann, die Wolfratshauserin Martina Frank und den Penzberger Alexander Biendl mit der Christophorus-Medaille aus. Das Trio hatte im Juni vergangenen Jahres zwei Buben, die nicht schwimmen konnten und in die Loisach gestürzt waren, aus dem Wasser gezogen.

Dass es eben nicht alltäglich ist, das eigene Leben für andere auf Spiel zu setzen, stellte Joachim Herrmann am Mittwoch in München fest. Bayerns Innenminister zeichnete Frank, Biendl und Schoßmann mit der Christophorus-Medaille aus. „Jeder von uns kann plötzlich in Gefahr geraten. Gefahren wie Flutkatastrophen oder reißende Flüsse, brennende Häuser oder Autos haben unsere Lebensretter nicht davon abgehalten, mutig einzugreifen“, sagte Herrmann, der am Mittwoch mehr als 120 Frauen, Männer und Kinder aus dem gesamten Freistaat mit der Bayerischen Rettungsmedaille beziehungsweise der Christophorus-Medaille ehrte. „Ihnen ist es zu danken, dass Eltern, Kinder, Großeltern und Partner geliebte Menschen wieder in die Arme schließen konnten. Sie sind für mich Helden der Mitmenschlichkeit und der Nächstenliebe. Deshalb zeichnen wir diese besonderen Menschen aus – als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für ihr beherztes Handeln in höchster Not.“

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