Hier stimmt was nicht: So sieht der Bildschirm eines PCs aus, der mit „Locky“ infiziert ist. Foto: dpa
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Hier stimmt was nicht: So sieht der Bildschirm eines PCs aus, der mit „Locky“ infiziert ist.

So schützen Sie sich

Trojaner Locky: Im Zweifelsfall Anhänge nicht öffnen

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Wolfratshauser Rathaus war kürzlich lahmgelegt durch den Trojaner „Locky“. Wie schützen sich die Behörden im Landkreis vor Computerviren?

Einen ganzen Vormittag lang brauchten die EDV-Spezialisten im Wolfratshauser Rathaus, um „Locky“ aus dem System zu jagen.

Wie berichtet hatte sich der Virus am Freitag davor als Spam-Mail in einen Computer eingeschlichen. Öffnet man die Dokumente dieser Mails, verschlüsseln sie die Daten auf dem PC. Nur gegen Bezahlung eines Lösegelds – rund 200 Euro – soll man angeblich den passenden Schlüssel bekommen, um seine Daten wieder lesbar zu machen. Gezahlt hat man im Rathaus natürlich nicht.

„Wir haben sehr früh gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, sagt Franz Gehring, Amtsleiter für den Bereich Bürger und Verwaltung. Die EDV-Fachleute in der Verwaltung hätten sofort alle Rechner vom Netz genommen und Stück für Stück auf Viren überprüft sowie neue Virenscanner installiert. „Die Mitarbeiter räumten in der Zeit ihre Schreibtische auf oder feierten Überstunden ab.“ Gleichzeitig sei an alle Angestellten ein Rundschreiben mit den wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen hinausgegangen. An erster Stelle: E-Mails mit Anhängen dürfen nur eingeschränkt geöffnet werden. „Gerade im Standesamt und im Meldeamt, wo wir Mails aus aller Welt erhalten, ist es schwierig zu entscheiden, ob die Anhänge sauber sind oder nicht. Im Zweifelsfall sollen die Mitarbeiter unsere EDV-Abteilung zu Rate ziehen“, erklärt Gehring.

Überhaupt keine Anhänge werden am Landratsamt in Bad Tölz geöffnet. „Seit einer Woche sind empfangene E-Mails mit PDF- oder Word-Anhängen bei uns gesperrt“, berichtet der zuständige Sachgebietsleiter Wolfgang Krause. Der Absender erhalte eine Nachricht, dass „Locky“ und andere gefährliche Trojaner die Behörde dazu zwingen würden. Der Absender könne seinen Anhang daraufhin noch einmal über eine Datenaustauschbox schicken. Dafür erhalte er einen Link vom Landratsamt. „Das ist etwas umständlich, aber wir müssen uns schützen“, bittet Krause alle E-Mail-Schreiber um Verständnis. Die EDV-Abteilung arbeite an einer einfacheren, aber trotzdem sicheren Lösung.

Interne Personalschulungen gibt es auch in kleineren Gemeinden wie Münsing. „Zum Glück waren wir bisher nicht von aggressiven Viren betroffen“, sagt Bürgermeister Michael Grasl. Seine Mitarbeiter würden angewiesen, sich jedes Mal auf dem PC vom Arbeitsplatz abzumelden, wenn mehrere von ihnen an einem Gerät arbeiteten. „Sonst frisst sich so ein Virus durch.“ Grasl hält die Rathausangestellten dazu an, E-Mails aufmerksam durchzulesen und Anhänge nicht leichtfertig zu öffnen. „Einen vollständigen Schutz gibt es aber nicht“, weiß der Bürgermeister. Der Wolfratshauser Amtsleiter Franz Gehring drückt es so aus: „Egal, welchen neuesten Virenscanner man installiert – das Böse ist immer schneller.“

von Tanja Lühr

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