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Wenn der Computer diese Ansicht zeigt, ist es zu spät. Dann hat sich der Virus bereits festgesetzt. 

Trojaner nistet sich in Server ein

Computervirus legt Rathaus lahm

Wolfratshausen - Im Wolfratshauser Rathaus hatte man seit Mittwoch Probleme mit der EDV: Auf dem Server hat sich ein Virus eingenistet. Die Daten sind gerettet - dank Zwischenspeicherung.

„Als wir gesehen haben, dass wir uns den Virus eingefangen haben, haben wir sofort alle Computer heruntergefahren“, berichtet der Amtsleiter des Wolfratshauser Rathauses, Franz Gehring, auf Nachfrage unserer Zeitung. Das war am Mittwochnachmittag – seitdem ging nichts mehr im Rathaus. „Unsere EDV-Beamten haben Stück für Stück versucht, unsere Daten zu retten“, erläutert Gehring.

Trojaner "Locky" ist brandgefährlich

„Locky“, wie der Trojaner genannt wird, verbreitet sich derzeit rasend schnell. Die Erpressersoftware infizierte bereits die Server von Einrichtungen wie Krankenhäusern und dem Fraunhofer-Institut in München. Hat sich der Virus einmal auf einem Computer festgesetzt, werden alle Dateien auf der Festplatte verschlüsselt. Nur gegen Zahlung eines Lösegeldes bekommt das Opfer angeblich den passenden Schlüssel, um die Daten wieder lesbar zu machen. Der Bildschirmhintergrund wird mit einer Nachricht ausgewechselt, die die Infizierung ankündigt. Inzwischen kann der Wolfratshauser Amtsleiter Entwarnung geben: „Wir sind dabei, alle Geräte wieder gesichert hochzufahren. Ab Montag können wir den geregelten Betrieb wieder aufnehmen.“ Zuvor wurden alle Maschinen geprüft. Das Ergebnis: Die Computer konnten bereinigt, nahezu alle Dateien wiederhergestellt werden. Lediglich einige, die am Mittwochvormittag entstanden, müssen ersetzt werden. „Das ist aber eine überschaubare Zahl.“

Hinter dem Angriff stecken Erpresser

Die Rathauscomputer speichern täglich automatische Sicherungen auf einem externen Speicherplatz. „Es wäre also keinesfalls alles verloren gewesen“, sagt der Amtsleiter. Wie hoch die Lösegeldforderung der Erpresser war, weiß Gehring nicht: „Wir haben uns damit überhaupt nicht befasst.“ Damit das Wolfratshauser Rathaus zukünftig von Virenangriffen verschont bleibt, möchte Gehring seinen Mitarbeiter Verhaltenstipps mitgeben. „Sobald die Computer wieder funktionieren und wir E-Mails verschicken können, werden wir Anweisungen zusammenstellen, was es zu beachten gilt.“ 

Im Übrigen: Der Virus hat auch eine Firma im Raum Ebersberg lahmgelegt

Dominik Stallein

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