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Trotz Corona: Stadtbücherei ist ein beliebter Treffpunkt - Chefin zieht positive Bilanz

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Von: Dominik Stallein

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Lesen und genießen: Die Chefin der Stadtbücherei, Silke Vogel, arbeitet trotz der Pandemie an einer Wohlfühl-Oase in Waldram und Wolfratshausen. Die Besucherzahlen der Einrichtungen stimmten auch 2021.
Lesen und genießen: Die Chefin der Stadtbücherei, Silke Vogel, arbeitet trotz der Pandemie an einer Wohlfühl-Oase in Waldram und Wolfratshausen. Die Besucherzahlen der Einrichtungen stimmten auch 2021. © Archiv

Bücher, DVDs und Spiele sind nicht alles, was die Stadtbücherei Wolfratshausen bietet. Die Einrichtung ist ein beliebter Treffpunkt. Das zeigen auch die Zahlen.

Wolfratshausen – Eine Stadtbücherei ist kein Supermarkt: Die Menschen sollen in die beiden Filialen in Wolfratshausen und Waldram nicht bloß reinkommen, einpacken und wieder gehen. Mit Veranstaltungen und einer Wohlfühl-Atmosphäre will die Einrichtung seit Jahren auch Treffpunkt sein. Das hat unter der Pandemie etwas gelitten – trotzdem gab es im vergangenen Jahr Lichtblicke.

Trotz Corona: Stadtbücherei Wolfratshausen ist ein beliebter Treffpunkt - Chefin zieht positive Bilanz

Auch wenn wegen Corona kein Normalbetrieb möglich war, blickt Silke Vogel zufrieden auf das Jahr 2021 zurück. „Der Betrieb ist anders als früher“, sagt sie. „Aber trotz der Pandemie sind wir sehr zufrieden.“ Nicht nur die nackten Zahlen sorgen für eine gute Bilanz. Trotz aller Widrigkeiten herrschte auch Leben in der Bücherei. „Wir konnten einige Veranstaltungen ausrichten“, sagt Vogel. Mit weniger Gästen und Hygiene-Konzept, versteht sich, „aber es waren dennoch schöne Erlebnisse“.

Bücher, DVDs und mehr: Viel Betrieb in Wolfratshauser Bücherei

Vier Lesungen richtete die Bücherei aus. Bestseller-Autor und Pfarrer Rainer Maria Schießler beispielsweise stellte seine „Schießler-Bibel“ vor. 30 Zuhörer besuchten diese Veranstaltung, mehr war nicht erlaubt. „Da hätten wir die Bude vollkriegen können“, erinnert sich Vogel. Anfragen für den Termin gab es genug. Wolfratshauser Grundschüler lauschten den Geschichten von Annette Röder, die sich gleich für sieben Lesungen Zeit genommen hatte, weil jeweils nur eine vierte Klasse zu den Terminen kommen durfte. Im Advent besuchten die Zweitklässler Weihnachtslesungen, um sich auf das Christkind vorzubereiten. „Wir haben trotz der Umstände viel auf die Beine gestellt“, ist Vogel zufrieden. Die Bücherei-Mitglieder quittierten dies: 41 000 Besucher zählte das Bücherei-Team. 135 000 Bücher, DVDs und Gesellschaftsspiele gingen über den Tresen. „Das sind sehr ordentliche Zahlen.“ Im letzten corona-freien Jahr 2019 waren es nur etwa 2000 Medien mehr, die ausgeliehen wurden. Vogel: „Dass der Abstand so klein ist, macht uns sehr glücklich.“

Rainer Schießler, Ellen Sandberg, Stephanie Schuster: Prominente Autoren in Wolfratshausen

Was aufgrund von Maskenpflicht und 2G-Beschränkungen leiden musste, war das, was die Bücherei über ihre Kernkompetenz – den Medienverleih – hinaus auszeichnet: die soziale Komponente. In den Vor-Corona-Jahren waren die Gebäude in Waldram und Wolfratshausen auf dem besten Weg, ein sogenannter „dritter Ort“ zu werden – also eine Einrichtung, in der Menschen Ausgleich zu Berufsleben und Familienalltag finden können. Den Treffpunkt-Charakter möchte Vogel nach der Pandemie beibehalten. Dafür plant sie bereits Veranstaltungen für das laufende Jahr: Im Frühling präsentiert Stephanie Schuster ihren Roman „Die Wunderfrauen“, im Herbst besucht Ellen Sandberg die Einrichtung in Wolfratshausen.

Streaming-Portal ist eine Alternative zu Netflix und Amazon

Weil – nicht zuletzt wegen der Pandemie – viele Menschen vermehrt digitale Plattformen nutzen wollen, hat die Bücherei ihr Online-Portfolio erweitert. Neben der „Onleihe“, also einem E-Book-Ausleihmodell, gibt es zwei neue Offerten: den digitalen Brockhaus und die Mediathek „filmfriend“. Im digitalen Lexikon finden nicht nur Schüler und Studenten zitierfähige Informationen. Auf der Film-Plattform gibt es Kino-Genuss abseits des Netflix-Mainstreams wie Arthouse-Filme oder hochwertige Produktionen für Cineasten. Vogel: „Beide Angebote sind ganz ordentlich angelaufen. Solchen neuen Kanälen muss man aber ein bisschen Zeit geben und sie weiter bewerben, bis sie sich etabliert haben.“

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