+
Alle Hände voll zu tun hatten die Feuerwehren in der Nacht auf Samstag. Wie hier in Gerets ried stürzten zahlreiche Bäume um. Große Schäden in den Wäldern blieben zum Glück aus. 

Unwetter-Bilanz 

Trotz geringer Waldschäden ist Vorsicht geboten

  • schließen

Nach dem Unwetter am Wochenende machen die Förster im Landkreis Kassensturz - und sind erleichtert. Die Schäden im Wald sind überschaubar.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Schlimmer als erwartet traf das Unwetter in der Nacht auf Samstag viele Teile Bayerns. Im Vergleich dazu kam der Landkreis glimpflich davon. „Obwohl ein deutlicher Gewittersturm über uns hinweggefegt ist, sind die Schäden überschaubar“, berichtet Robert Krebs, stellvertretender Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Bad Tölz. Lediglich einzelne Bäume seien umgestürzt. Teilweise hängen Äste, die durch den Sturm abgeknickt wurden, noch lose an den Bäumen. „Wer derzeit im Wald unterwegs ist, sollte deshalb vorsichtig sein“, rät Krebs.

Ähnliches berichtet Michael Lechner von der Waldbesitzervereinigung (WBV) Holzkirchen, deren Mitgliedern Teile des Privatwalds im Landkreis gehören. Das Unwetter war „nicht dramatisch“, urteilt er. Zwar seien Bäume umgestürzt und zum Teil entwurzelt worden. Das beschränke sich jedoch auf Einzelwürfe. „Es gibt kein großes Schadholzaufkommen, die Aufräumarbeiten sind gering.“

Sturmholz zügig beseitigen

Johann Killer von der WBV Wolfratshausen stimmt zu. Der Sturm sei aus forstlicher Sicht „nicht tragisch“ gewesen. Schäden gibt es trotzdem. „Einzelne Bäume wurden umgerissen – Laub- und Nadelholz gleichermaßen betreffend“, sagt der WBV-Geschäftsführer. Das Sturmholz zügig zu beseitigen, sei nun wichtig. Der Grund: Bleiben die umgestürzten Bäume liegen, bieten sie für den Borkenkäfer, der in den Wäldern im Nordlandkreis heuer besonders wütet (wir berichteten), einen optimalen Nährboden. Damit sich der Schädling dort nicht vermehren und dann gesunde Bäume befallen kann, muss das Schadholz aufgearbeitet werden. „Diese Gefahr wird oft unterschätzt“, sagt Killer. „Aber es ist notwendig, die Aufräumarbeiten zeitnah durchzuführen.“

Auswirkungen auf den Holzpreis haben die Sturmschäden im Landkreis nicht. „Das Volumen ist deutlich zu wenig“, sagt Killer. In Niederbayern habe der Sturm auf dem Holzmarkt zwar für ordentlich Nachschub gesorgt. Allerdings seien viele von den Bäumen auf drei, vier Meter abgerissen worden. Weil die Stämme nicht mehr sägefähig sind, sondern als Brennholz dienen, sei der Einfluss auf den Markt dann wiederum geringer. „Aber für eine genaue Einschätzung ist es derzeit noch zu früh“, erklärt der Wolfratshauser WBV-Geschäftsführer.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ausstellung in Münsing erinnert an Nick Knatterton und seinen Schöpfer 
Dass sich die großen Zeichner Graf von Pocci und Loriot für Münsing als Heimat entschieden haben, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass Manfred Schmidt, Schöpfer von …
Ausstellung in Münsing erinnert an Nick Knatterton und seinen Schöpfer 
Geretsrieder will wenden und sorgt für 10.000 Euro Schaden
Eigentlich wollte ein Geretsrieder nur auf der Egerlandstraße wenden. Er übersah allerdings den Gegenverkehr und baute einen teuren Unfall.
Geretsrieder will wenden und sorgt für 10.000 Euro Schaden
Christkindlmarkt und Wintersonnwendfeuer in Gelting
Ein gemütliches Beisammensein ist das Wintersonnwendfeuer mit Christkindlmarkt am Geltinger Dorfplatz. Heuer feiert die Veranstaltung ihren zehnten Geburtstag.
Christkindlmarkt und Wintersonnwendfeuer in Gelting
B11: Rechtsabbieger-Ampel auf Grundlage falscher Zahlen?
Die neue Rechtsabbieger-Ampel an der Kreuzung zwischen B11 und Schießstättstraße ist bis auf Weiteres außer Betrieb. Eine Videoerfassung soll Klarheit bringen, ob die …
B11: Rechtsabbieger-Ampel auf Grundlage falscher Zahlen?