1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Wolfratshausen

Trotz Unwetter und Hochwasser - Flussfestival-Organisatorin zieht erstes positives Fazit

Erstellt:

Von: Dominik Stallein

Kommentare

Volles Haus: Einige Veranstaltungen auf dem Flussfestival 2021 waren ausverkauft. Die Stimmung war bestens.
Volles Haus: Einige Veranstaltungen auf dem Flussfestival 2021 waren ausverkauft. Die Stimmung war bestens. © Archiv

Es war ein Albtraum vor dem Start - eine Überschwemmung auf dem Flussfestival. Ganz so schlimm wurde es nicht. Marlene Schretzenmaier zieht ein positives Fazit, weil die Flexibilität der Organisatoren viel rettete.

Wolfratshausen – Mit dem Auftritt von Django Asül endete am Sonntagabend das Wolfratshauser Flussfetival. Für einen Kassensturz ist es zwar noch zu früh, ein erstes Fazit kann Festivalleiterin Marlene Schretzenmaier aber ziehen – und auch endlich wieder ruhig schlafen.

Zwei Auftritte wurden wegen Hochwassers verlegt

So schlimm wie in ihren Albträumen lief es nicht. Wenige Tage vor dem Startschuss zum Flussfestival hatte Marlene Schretzenmaier eine schreckliche Nacht. Sie träumte von einer sintflutartigen Überschwemmung an der alten Floßlände. Verglichen mit dieser Vorstellung kam die Loisachstadt mit einem blauen Auge davon. Nur zwei Konzerte mussten wegen Hochwassers kurzerhand verlegt werden. Die Organisatoren bewiesen Flexibilität bei den Auftritten von Laith Al-Deen, der in der Loisachhalle sang, und Dominik Halamek, dessen Musical-Show im Pausenhof der Schule am Hammerschmiedweg stattfand. „Für mich persönlich waren die beiden Abende sogar die Highlights in diesem Jahr“, sagt Schretzenmaier im Gespräch mit unserer Zeitung. „Da herrschte richtig gute Stimmung.“ Und das obwohl die Verlegung erst wenige Stunden vor dem Einlass erfolgte. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim hatte die zwei Auftritte auf der schwimmenden Bühne wegen Hochwassers untersagt.

Marlene Schretzenmaier
Marlene Schretzenmaier © Sabine Hermsdorf-Hiss

Das Wetter meinte es allgemein nicht gut mit dem Festival. Die meisten Konzertabende waren verregnet. „Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn das Wetter besser gewesen wäre“, meint die Kulturmanagerin. Umso glücklicher ist sie, dass trotzdem ein Großteil der Veranstaltungen ausverkauft war. „Nur an wenigen Abenden haben wir wenige Zuschauer gehabt“. Das Klamauk-Duo „Luggi & Guggi“ spielte beispielsweise nur vor rund 60 Gästen im Festzelt.

Das Wetter wird auch bei den nächsten Festivals eine Komponente sein, mit der wir planen müssen

Marlene Schretzenmaier

Das Zelt war die corona-konforme Alternative zum Opera-Tent, das optisch an das Opernhaus im australischen Sydney erinnert. Die Änderung machte sich bezahlt: „Das Feedback von den Besuchern war gut. Es war gemütlich und jeder hatte einen festen Sitzplatz.“ Ein weiterer Vorteil: „Im Zelt ist jeder trocken geblieben.“ Im Opera-Tent gingen die Zuschauer in den vordersten Reihen mindestens mit nassen Hosenbeinen nach Hause. Ist das Zelt also eine Option für die Zukunft? „Gute Frage“, sagt die 31-Jährige. Sie möchte die Eindrücke erst sacken lassen. Aber: „Das Wetter wird auch bei den nächsten Festivals eine Komponente sein, mit der wir planen müssen.“ Vielleicht nicht so extrem wie in den vergangenen Wochen, „aber regnen und stürmen kann es immer“. Umso wichtiger sei es, flexibel zu sein.

Lesen Sie auch: Erst vor wenigen Tagen hat eine Gewitter-Superzelle in Königsdorf heftig gewütet - sogar Kellertüren wurden vom Hagel aus den Angeln gerissen.

Weniger Zuschauer wegen Corona - hohe Aufbaukosten: Das Festival bleibt defizitär

Das haben Schretzenmaier und ihre Mitstreiter bewiesen. Bürgermeister Klaus Heilinglechner lobte diese Stärke des Teams am letzten Abend ausdrücklich. Einen Kassensturz hat die Rathausmitarbeiterin noch nicht gemacht. Schon vorher war klar: Eine schwarze Null wird es nicht geben. „Wir hatten weniger Zuschauer wegen der Pandemie-Bestimmungen“, sagt die Festivalchefin. Mit zwei Umzügen und einem längeren Aufbau kommen zusätzliche Kosten dazu.

Lesen Sie auch: Der Kulturherbst in Geretsried soll stattfinden - die Stadt rechnet mit einem dicken Minus

Doch nach 14 arbeitsreichen Tagen und Nächten hofft Schretzenmaier jetzt erstmal auf Schlaf. „Ich lag auch nach dem letzten Konzert noch wach und habe lange gebraucht, um runterzukommen“, sagt sie – in diesem Fall nicht wegen eines Albtraums. „Es waren so viele schöne Eindrücke, die ich erst einmal sacken lassen musste.“ DOMINIK STALLEIN

Auch interessant

Kommentare