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Einsatz mit Hindernis: Die Feuerwehr hat keinen direkten Zugang zum zentralen Brandmeldeanlagenraum in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an der Wolfratshauser Heimgartenstraße.

Heikler Feuerwehreinsatz in Asylbewerberunterkunft 

Tür zur Brandemeldezentrale versperrt

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Wieder einmal musste die Feuerwehr am Montag zur Gemeinschaftsunterkunft an der Heimgartenstraße ausrücken. Vor Ort stießen die Einsatzkräfte auf ein altbekanntes Problem: Sie haben keinen Zugang zur zentralen Brandmeldeanlage. 

Wolfratshausen – Im Ernstfall zählen Sekunden. Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an der Heimgartenstraße 3a, die von der Regierung von Oberbayern betrieben wird, verfügt über zirka 50 miteinander verbundene Rauchmelder, die im gesamten Gebäude verteilt sind. Aber: Löst einer der Rauchmelder Alarm aus, läuft dieser nicht unmittelbar bei der Integrierten Leitstelle (ILS) Oberland in Weilheim, sondern zunächst bei dem Wachschutz in Wolfratshausen auf, der für die Einrichtung zuständig ist. Die Security informiert anschließend die ILS und die ruft die Feuerwehr auf den Plan.

Das zweite Problem: Am besagten Objekt fehlt ein sogenanntes Feuerwehrschlüsseldepot, das den Türöffner für den zentralen Brandmelderaum enthält. Zugang zur Brandmeldeanlage in der Unterkunft an der Heimgartenstraße hat nur der Securitydienst – „und der war am Montagabend eine Viertelstunde nach uns vor Ort“, berichtet der Kommandant der Wolfratshauser Feuerwehr, Andreas Spohn. Um keine wertvolle Zeit verstreichen zu lassen, knackte die Feuerwehr den Türzylinder zur Brandmeldezentrale. „Nicht zum ersten Mal“, sagt Spohn. Nach seiner Erinnerung sei es bereits „der fünfte oder sechste Fall“ gewesen.

Bevor Hand ans Türschloss gelegt wurde, hatten neun Aktive der Weidacher und 25 Kräfte der Wolfratshauser Feuerwehr das Gebäude durchkämmt, um sich zu vergewissern, dass keine akute Gefahr für die Bewohner besteht. „Etwa die Hälfte hatte die Einrichtung nach dem Rauchmelderalarm verlassen, die anderen hielten sich noch im Gebäude auf.“ Hätte die Wehr ein Feuer entdeckt, „dann hätten wir nicht den Türzylinder aufgebohrt, sondern die Tür sofort mit brachialer Gewalt geöffnet, um keine Zeit zu verlieren“, erklärt Spohn.

Der Bürgermeister hat mehrmals nachgehakt - vergeblich

Etwa 25 ähnliche Brandmeldeanlagen gibt es laut Spohn im Wolfratshauser Stadtgebiet. Jedes dieser Gebäude sei mit einem Feuerwehrschlüsseldepot ausgerüstet, jede der 25 Anlagen sei direkt mit der ILS vernetzt. Spohn hat die Regierung von Oberbayern schon mehrmals auf das Problem an der Heimgartenstraße hingewiesen, doch eine Reaktion sei bis dato nicht erfolgt. Der Feuerwehrkommandant hat dafür kein Verständnis: Natürlich koste die Nachrüstung Geld, aber in der Einrichtung seien Tag und Nacht Menschen untergebracht, weist Spohn auf das hohe potenzielle Risiko hin.

Auch Bürgermeister Klaus Heilinglechner, selbst aktives Mitglied der Weidacher Feuerwehr, hat die Bezirksregierung bereits gebeten, tätig zu werden. „Schon im Herbst vergangenen Jahres“, sagt der Rathauschef im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie berichtet hatte er seinerzeit auf einen Sicherheitsdienst für die Einrichtungen der Regierung von Oberbayern an der Heimgartenstraße sowie am Loisachbogen (altes Pfarrheim) gepocht. Das Ergebnis: Am Loisachbogen ist rund um die Uhr ein Wachdienst anwesend, das Objekt an der Heimgartenstraße wird laut eines Sprechers der Bezirksregierung in unregelmäßigen Abständen „bestreift“.

Dass die Feuerwehr keinen direkten Zugang zur Brandmeldezentrale an der Heimgartenstraße hat, ist für den Bürgermeister ein Unding. An den Investitionskosten dürfe die Installation eines Feuerwehrschlüsseldepots nicht scheitern, urteilt Heilinglechner. Seit Dienstagnachmittag jedoch besteht Hoffnung auf Besserung. Die Regierung von Oberbayern habe ihm telefonisch mitgeteilt, dass am Objekt an der Heimgartenstraße ein Feuerwehrschlüsseldepot „angebracht werden soll“, berichtet Feuerwehrkommandant Spohn.

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