Ein jugendlich wirkender Mann.
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Carl-Christian Eick, Redaktionsleiter des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur.

Kommentar

„Tun, was richtig ist“: Von allen politischen Ämtern zurücktreten!

Der Grünen-Politiker Hans Urban ist vom Amtsgericht Wolfratshausen zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Ein Kommentar von Redaktionsleiter Carl-Christian Eick.

Wolfratshausen/Eurasburg/München - Der Landtagsabgeordnete Hans Urban (Grüne) aus Eurasburg ist vom Amtsgericht Wolfratshausen wegen Nötigung in Tatmehrheit mit falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.500 Euro verurteilt worden. Die beiden Anwälte des 43-Jährigen legen keine Rechtsmittel gegen den Schuldspruch ein. Die Staatsanwaltschaft München II hat daraufhin ihre Berufung zurückgezogen (wir berichteten). Damit ist das Urteil rechtskräftig. Dazu ein Kommentar:

„Tun, was richtig ist“: Das sei sein persönliches Motto, betont der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans Urban auf seiner Homepage. Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, Glaubwürdigkeit: Diese drei Begriffe, „das ist meine Haltung“. Seine ehrbaren Vorsätze hat der 43-jährige Eurasburger vor knapp zwei Jahren über Bord geworfen. Urban missbrauchte einen genau genommen banalen Streit auf seinem Hof – in der Hoffnung, dem ihm verhassten Internetriesen Google schlagzeilenträchtig einen politisch motivierten Hieb verpassen zu können.

Hans Urban inszenierte ein theatralisches Schauspiel

Er inszenierte ein theatralisches Schauspiel, das laut Überzeugung des Amtsgerichts darin gipfelte, dass er wider besseren Wissens einen Autofahrer der gefährlichen Körperverletzung bezichtigte. Bauer Urban nahm billigend in Kauf, dass der damals 25-Jährige zu Unrecht in die Mühlen der Justiz geriet – mit potenziell fatalen Folgen für den Google-Mitarbeiter.

„Tun, was richtig ist“: Der Grünen-Politiker posaunte seine frei erfundene Geschichte per „Medienmitteilung“ in die Welt und übernahm die Aufgaben von Ermittlern, Ankläger und Richter in Personalunion. Zu blöd, dass während seiner bizarren „Schmierenkomödie“, so Staatsanwalt Thomas Ehemann in seinem Plädoyer, eine Kamera mitlief: So konnten Polizei, Staatsanwaltschaft, Gutachter und Amtsrichter einen unverstellten Blick auf die fraglichen Ereignisse werfen.

Die Mustervorlage einer Rücktrittserklärung kann man googeln

„Grod raus“ zu sagen, was Sache ist: Das sei eine seiner Stärken, so Urban über Urban. Doch auf die Idee, kurz nach seinem Bauerntheater „grod raus“ zuzugeben, dass ihm die Gäule durchgegangen sind, kam er nach der von ihm fingierten Körperverletzung nicht.

„Tun, was richtig ist“: Seine Lebensphilosophie sollte der entlarvte Lügner jetzt wieder beherzigen: „Grod raus“ eine öffentliche Entschuldigung formulieren und alle politischen Ämter niederlegen. Die Mustervorlage einer Rücktrittserklärung, lieber Herr Urban, können Sie übrigens googeln.

Carl-Christian Eick

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