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Mit einem Tunnel will CSU-Stadtrat Alfred Fraas die Wolfratshauser Verkehrsprobleme lösen. Erste Schritte für eine Umsetzung wurden jetzt eingeleitet. 

Bürgermeister und Bauamtsleiter disktuieren

Tunnel-Idee für Wolfratshausen: Diese Schritte sind jetzt notwendig

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Alfred Fraas will in Wolfratshausen einen Tunnel bauen. Im Gespräch zwischen Bürgermeister Heilinglechner und dem Leiter des Bauamts in Weilheim wurde klar, dass dafür eine Sache unbedingt erfolgen muss.

Wolfratshausen – Ein Tunnel löst die Verkehrsprobleme in der Flößerstadt. Dieser Ansicht ist zumindest CSU-Stadtrat Alfred Fraas. Zusammen mit Markus Feigl, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative für eine Wolfratshauser Umgehungsstraße, hat er die unterirdische Straße bereits konzipiert. Fraas’ Planskizzen für die geschätzt 150 Millionen Euro teure Röhre liegen seit Anfang Februar beim Staatlichen Bauamt Weilheim.

Nun haben sich Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Vertreter der Stadtverwaltung mit dem Leiter des Staatlichen Bauamts, Uwe Fritsch, zusammengesetzt, um gemeinsam über den Vorschlag zu beraten. „Das Gespräch diente zum Wissensaustausch, und um Perspektiven aufzuzeigen, wie Wolfratshausen weiter vorgehen könnte“, sagt Fritsch auf Nachfrage unserer Zeitung.

Dabei gebe es einige Hürden. Die Röhre soll vom Ende des Autobahnzubringers in Wolfratshausen bis zur Pupplinger Au reichen. „Der Tunnel wäre daher eine Ortsumgehung der Staatsstraße 2070 Richtung Egling. Demnach wäre der Baulastträger der Freistaat“, erklärt Fritsch. Projekte dieser Größenordnung müssen im Ausbauplan für die bayerischen Staatsstraßen enthalten sein. Laut Fritsch könne der Tunnel zwar dafür angemeldet werden. „Aber es ist noch nicht gewiss, wann der Ausbauplan das nächste Mal fortgeschrieben wird.“ Außerdem stellt sich die Frage nach der Finanzierung des ehrgeizigen Bauprojekts. Fritsch ist sich sicher, dass der etwa zwei Kilometer lange Tunnel mindestens die 150 Millionen Euro kosten würde, die Fraas in seinem Konzept veranschlagt. „Dabei beträgt die Jahresrate für Straßen in ganz Bayern nur 120 Millionen Euro“, sagt der Bauamtsleiter. Obwohl derzeit noch keine grundlegende Kosten-Nutzen-Rechnung vorliege, ist sich Fritsch sicher, dass das Vorhaben den Freistaat extrem überfordern würde. In seinen Augen ist eine Umsetzung des Vorhabens „derzeit nicht vorstellbar“.

Ist das Projekt realisierbar? 

Eine zweite Möglichkeit wäre, den Tunnel als kommunale Entlastungsstraße zu deklarieren. Dann wäre die Stadt Wolfratshausen der Baulastträger, und nicht der Freistaat, erklärt Fritsch. So oder so: Wenn die Stadt die Tunnel-Pläne weiterverfolgen will, ist laut Fritsch eine planerische Voruntersuchung zwingend nötig. Sie soll zeigen, ob das Projekt grundsätzlich realisierbar ist.

Schritte in diese Richtung sind bereits getan. „Zur Schaffung einer Datengrundlage sind Verkehrserhebungen notwendig, deren Umfang sich aus dem zu betrachtenden Hauptstraßennetz von Wolfratshausen und Umgebung ableitet“, sagt Heiling-lechner auf Anfrage. Bereits vergangene Woche habe die Stadt ein Angebot eines Planungsbüros erhalten. Über die Vergabe des Auftrags werde der Stadtrat in der April-Sitzung entscheiden.

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