Schwerer Verkehrsunfall

Überholmanöver fordert drei Verletzte: Dietramszeller vor Gericht

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Drei Schwerverletzte, zwei demolierte Autos, rund 12000 Euro Sachschaden: Das war die Bilanz eines Frontalzusammenstoßes in der Nähe der Gaststätte Walgerfranz. Nun stand ein Dietramszeller deshalb vor Gericht.

Bad Tölz-Wolfratshausen Drei Schwerverletzte, zwei demolierte Autos, rund 12000 Euro Sachschaden: Das war die Bilanz eines Frontalzusammenstoßes auf der Staatsstraße 2072 in der Nähe der Gaststätte Walgerfranz. Der Unfall ereignete sich am 2. März um kurz vor 14 Uhr. Ein heute 63-jähriger Rentner aus der Gemeinde Dietramszell hatte mit seinem Audi einen Lastwagen überholen wollen und dabei einen entgegenkommenden VW Golf übersehen (wir berichteten). Eine 66-jährige Tölzerin und deren ein Jahr ältere Beifahrerin erlitten Brüche, Prellungen und Verletzungen an der Halswirbelsäule.

Der Unfallverursacher wurde mittels Strafbefehl zu einer Geldstrafe sowie drei Monaten Fahrverbot verurteilt. Dagegen legte der 63-Jährige Einspruch ein: Das Fahrverbot dauerte ihm zu lange. „Meine Schuld erkenne ich an, die ist unbestreitbar“, erklärte der Mann vor dem Wolfratshauser Amtsgericht, wo der Vorfall nun verhandelt wurde. Die Strecke sei ihm gut bekannt. „Aber in meiner Wahrnehmung habe ich den Pkw in weiter Entfernung gesehen“, erläuterte der Audi-Fahrer, der seinerzeit selbst mit gebrochenem Brustbein ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Zu 1250 Euro Geldstrafe und Fahrverbot verurteilt

Weil er inzwischen umgezogen sei und „ziemlich ländlich“ wohne, sei er wegen ärztlicher und therapeutischer Behandlungen auf ein Auto und somit seinen Führerschein angewiesen, begründete der ehemalige Schlosser seinen Einspruch. „Mir tut die ganze Sache wirklich leid, ich habe die Entfernung einfach falsch eingeschätzt“, sagte der 63-Jährige.

Sein Ziel erreichte er damit nicht. Richter Helmut Berger verurteilte den Rentner zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 25 Euro, insgesamt also 1250 Euro. Das brachte gegenüber dem Strafbefehl, in dem von einem höheren Einkommen des Unfallverursachers ausgegangen worden war, eine Ersparnis von 750 Euro. Das Fahrverbot blieb jedoch unverändert. „Das kann nicht heruntergesetzt werden“, so Richter Berger. „Ein derartiges Verhalten ist nun mal mit drei Monaten Fahrverbot als Besinnungsstrafe zu ahnden.“

Rubriklistenbild: © dpa

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