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Ukraine-Krieg: Stadt sucht Wohnungen für Flüchtlinge - und erlebt Welle der Hilfsbereitschaft

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Von: Dominik Stallein

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Ukraine-Konflikt - Geflüchtete in Polen
Auf der Flucht: Viele Ukrainer verlassen wegen des Krieges ihre Heimat. So wie diese Mutter mit ihrem Kind, die am Warschauer Bahnhof angekommen ist.  © Pawel Supernak

Wegen des Kriegs in der Ukraine sind viele Menschen auf der Flucht. In Wolfratshausen wollen Privatpersonen ihnen Wohnungen zur Verfügung stellen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Es sind Bilder der Verzweiflung, und sie gehen um die Welt: Die Fotos von vollen Autobahnen, Bussen und Zügen aus der Ukraine. Viele Menschen wollen das Land verlassen, fliehen vor dem Krieg. Ihr Ziel: Westeuropa. Die Kommunen bereiten sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor.

Ukraine-Krieg: Stadt sucht Wohnungen für Flüchtlinge - und erlebt Welle der Hilfsbereitschaft

Die Stadt Wolfratshausen ist in die Offensive gegangen: Die Kommune sucht nach Wohnungen in Wolfratshausen, in denen Menschen aus dem Kriegsgebiet schnell und unkompliziert ein Dach über dem Kopf finden können. Ines Lobenstein, Wohnungslosen-Beauftragte und Chefin des Asylhelferkreises, freut sich über eine große Hilfsbereitschaft unter den Wolfratshausern: 19 neue Mitglieder wollen sich im Helferkreis engagieren, drei davon sprechen Russisch. „Es haben sich außerdem einige Menschen gemeldet, die Zimmer zur Verfügung stellen würden.“

Flüchtlinge in Privathaushalten - Lösung ist nicht immer optimal

Wenn Flüchtlinge in Privathaushalten unterkommen, sei das aber nicht immer eine optimale Lösung, zeige ihre Erfahrung. „Das kann funktionieren, aber es kann auch Probleme aufwerfen, Die Menschen brauchen klare, langfristige Lösungen.“ Bislang seien noch keine Flüchtlinge aus der Ukraine in der Loisachstadt angekommen, „aber wir wären darauf vorbereitet“, sagt Lobenstein. Sie weiß von einer Familie aus dem Kriegsgebiet, die sich auf den Weg nach Wolfratshausen gemacht hat. „Bislang sind sie aber noch nicht über die Grenze nach Polen gekommen.“ Lobenstein hat trotzdem ein Zimmer gefunden, in dem sie unterkommen könnten.

Ines Lobenstein
Ines Lobenstein © Sabine Hermsdorf-Hiss

Asylhelferkreis Wolfratshausen: Ehrenamtliche sind bereit, Flüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen

Die Wolfratshauserin hat Erfahrung mit der Versorgung von Flüchtlingen. Seit zehn Jahren gibt es den Kreis von Ehrenamtlichen, den sie leitet. 2015 fanden hunderte Menschen eine neue Heimat in Wolfratshausen. Jetzt, kurz nach Kriegsbeginn, vermisst sie eine klare rechtliche Regelung für die Neuankömmlinge: „Wir wissen nicht, ob sie ein Visum kriegen und sich alleine um eine Unterkunft kümmern müssen oder ob sie als Asylbewerber ankommen und in die Unterkünfte verteilt werden.“ Zwei große Unterkünfte gibt es in Wolfratshausen, dazu einige dezentrale. Bevor diese offenen Fragen nicht geklärt seien, sei es schwierig, alle Vorkehrungen zu treffen.

Flüchtlinge aus der Ukraine: viele Ehrenamtliche in Geretsrieder Asylhelferkreis

Es sind nicht die einzigen Fragezeichen bei einer möglicherweise anstehenden Flüchtlingswelle: „Wir wissen nicht, wie viele Menschen tatsächlich nach Deutschland kommen“, sagt Thomas Loibl. Der Pressesprecher der Stadt Geretsried vertraut auf die Strukturen, die im Zuge der Flüchtlingskrise geschaffen wurden: „Es gibt Unterkünfte, in denen die Regierung von Oberbayern Menschen unterbringen kann.“ Ein Vorpreschen der Kommune sei aktuell nicht in Planung, „weil der Prozess zentral gesteuert werden wird“. Auch wenn derzeit vieles unklar sei, „ist zu erwarten, dass Menschen zu uns kommen werden, deshalb sind wir natürlich in Habacht-Stellung“. Der ehrenamtliche Asylhelferkreis in Geretsried stehe bereit und habe in den vergangenen Wochen neue Mitglieder gewonnen. „Die Strukturen im sozialen Bereich sind auf jeden Fall da“, so Loibl.

SPD zum Ukraine-Krieg: Ortsverein möchte Flüchtlinge aufnehmen - „Bereitschaft signalisieren“

Frühzeitig Fakten schaffen möchte die SPD in Icking. Sie stellte kurz nach Angriff auf die Ukraine einen Eilantrag an Bürgermeisterin Verena Reithmann: Die Kommune möge prüfen, „ob es in Icking Aufnahmemöglichkeiten für zu erwartende Flüchtlinge aus der Ukraine gibt“. Außerdem solle die Isartalgemeinde „eine Aufnahmebereitschaft signalisieren“, wenn es Kapazitäten gebe, heißt es in dem Schreiben. Schließlich sei „mit massiven Fluchtbewegungen aus der Ukraine in Richtung EU zu rechnen“.

Auf seiner Homepage äußert der Ortsverein der Sozialdemokraten einige Gedanken zum Konflikt in Europas Osten. Außerdem wird erklärt, warum die Sozialdemokraten den Antrag ans Rathaus schickten: „Wir als Ickinger SPD wollen nicht bei mahnenden Worten bleiben, sondern aktiv werden.“ Der Gemeinderat tagt wieder am Montag, 14. März.

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