Umweltinstitut München stellt mieses Zeugnis aus: Wolfratshausen hat zu wenig Solarstrom

Die Future-Aktivisten fordern handfeste Maßnahmen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Der Grund: Das Umweltinstitut München hat über 2000 Gemeinden verglichen – Wolfratshausen gehört zu den Verlierern.
Wolfratshausen – Die Klimaschützer von Wor for Future weisen schon lange relativ erfolglos darauf hin: Die Loisachstadt hat laut dem lokalen Ableger der „Fridays, Parents und Grandparents for Future-Bewegung“ einen viel zu geringen Anteil erneuerbarer Energien im Strommix. Das Bündnis sieht sich nun bestätigt: Eine aktuelle Analyse des Umweltinstituts München zum Solarausbau gibt der Stadt eine äußerst bescheidene Platzierung: Wolfratshausen steht auf Rang 2023 von 2056 untersuchten Gemeinden. „Damit ist Wolfratshausen Schlusslicht in der Region“, folgert die Future-Bewegung.
Umweltinstitut München stellt ein mieses Zeugnis aus: Wolfratshausen hat zu wenig Solarstrom
Wolfratshausen habe derzeit nur etwa sieben Prozent des Werts erreicht, der nötig wäre, um Deutschland klimaneutral zu machen – nämlich 0,2 Kilowatt-Peak (kWp) pro Einwohner. Benötigt würde laut Umweltinstitut ein Wert von 2,9. Mit dem kWp-Wert wird angegeben, welche Leistung in Kilowatt eine Photovoltaikanlage erbringen kann.
Die Schlussfolgerung der Klimaschützer ist wenig überraschend: „Das Ergebnis ist eindeutig. Wir können und müssen in unserer Stadt deutlich mehr tun, um erneuerbare Energien auszubauen.“ Das sei nicht nur wegen der Klimakrise, „sondern auch wegen der Energiekrise“ geboten. Laut Wor for Future sei das durchaus machbar. „Es gibt viele kommunale Solarmaßnahmen, die einfach umzusetzen sind: Solaranlagen auf kommunale Dächer, Kommunale Solarpflicht, Stadtwerke in die Solaroffensive, Solarenergie fördern“, zählen die Aktivisten in einem Schreiben auf ihrer Internetseite auf.
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Wolfratshausen: Klimaschützer fordern konkrete Maßnahmen zum Ausbau der Erneuerbaren
Die Finanzlage der Loisachstadt „kann nicht als Entschuldigung herhalten“, schlussfolgert das Bündnis. „Bei den Einnahmen gehören wir zum oberen Mittelfeld der untersuchten Gemeinden.“ Die Klimaschützer schließen ihr Schreiben mit einem Versprechen: „Wir als Gruppe werden weiterhin versuchen, den Bürgermeister, den Stadtrat und die Fraktionen zu überzeugen, dass größere Schritte dringend nötig sind.“ Zuletzt war die Gruppierung mit zwei Anträgen auf der Bürgerversammlung gescheitert: Weder für einen Klimabeirat noch für eine Solaroffensive in Wolfratshausen fand die Initiative Mehrheiten unter den Besuchern in der Loisachhalle.