Ungewöhnliche Maßnahme in Wolfratshausen: Feuerwehr spritzt Schnee vom Dach
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Retten, löschen, bergen, schützen – und Schnee vom Dach spritzen: Die Feuerwehren hatten am späten Sonntagabend einen ungewöhnlichen Einsatz im Gewerbegebiet.   

Der Grund war eine Photovoltaikanlage

Ungewöhnliche Maßnahme in Wolfratshausen: Feuerwehr spritzt Schnee vom Dach

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Ein außergewöhnliches Bild bot sich Sonntagabend bei der Polizeiinspektion Wolfratshausen: Mit Wasser spritzte die Feuerwehr den Schnee vom Dach.

Wolfratshausen – Die Schneelast auf dem Pultdach der Polizeiinspektion Wolfratshausen erreichte am Sonntagnachmittag einen kritischen Punkt (wir berichteten). Da das Hauptgebäude der Dienststelle mit einer großen Photovoltaikanlage ausgerüstet ist, entschied sich die Feuerwehr zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Der tonnenschwere Schnee wurde mit Wasser vom Dach gespritzt. Beim Betreten des Dachs wäre das Risiko, die Anlage zu beschädigen beziehungsweise die Gefahr, abzurutschen, zu groß gewesen. Auch die Idee, der weißen Pracht mit Taumittel auf den Leib zu rücken, wurde verworfen.

„Aufgrund der angespannten Witterungslage und des anhaltenden Regens am Sonntag legten die Fachberater der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt nochmals das Augenmerk auf viele Flachdachbauten“, berichtet der Wolfratshauser Polizeichef Andreas Czerweny. Dazu zählten auch die drei Gebäude der Inspektion im Wolfratshauser Gewerbegebiet. Nach Besichtigung und Beurteilung durch das Gremium wurde in Absprache mit dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd festgelegt, dass die Dächer geräumt werden müssen.

Gegen 20 Uhr – bei Dunkelheit, Starkregen und Sturmböen – trafen am Hans-Urmiller-Ring gut 30 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Wolfratshausen, Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Mürnsee ein. Unterstützt wurden sie von Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks aus Roding in der Oberpfalz, die die Örtlichkeit mit Hilfe eines Lichtmast-Lkw beleuchteten. Für die Absicherung der Feuerwehrmänner sorgten fünf Mitglieder der Bergwacht Eichstätt, vorsorglich waren zudem Mitglieder des Rettungsdiensts Bad Tölz-Wolfratshausen zur Polizeiinspektion beordert worden. Nach zwei Stunden waren die Dächer von Schnee und Eis befreit.

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Erster Hauptkommissar Czerweny dankte allen knapp 50 Aktiven im Namen des Polizeipräsidiums sowie ganz persönlich für ihr Engagement: „Was Ihr Ehrenamtlichen leistet, ist nicht zu beschreiben.“ Der Dienstbetrieb, das betont der Wolfratshauser Polizeichef, sei zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt gewesen.  

cce

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