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Die Mehrzweckhalle in Farchet: Geht es nach den Stadträten, ziehen weder hier noch in anderen Hallen Flüchtlinge ein.

Unterbringung von Asylbewerbern

„Das Signal ist längst angekommen“

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Wolfratshausen - Die Wolfratshauser CSU ist mit ihrem Antrag zur Unterbringung von Asylbewerbern in Turnhallen gescheitert. Ziel war es, den Landkreis unter Druck zu setzten und örtliche Hallen erst zu belegen, wenn alle anderen Alternativen geprüft sind. Die Vereine tüfteln inzwischen Plan B aus

 Eine Stimme fehlte. Erst nach der zweiten Zählung sah es auch Dr. Manfred Fleischer ein: Die CSU ist am Dienstagabend im Stadtrat mit ihrem Antrag gescheitert, der ein Signal in Richtung Landrat Josef Niedermaier sein sollte. Im Kern forderten die Christsozialen, dass die Mehrzweckhalle in Farchet erst dann mit Flüchtlingen belegt wird, wenn alle anderen Alternativen ausgelotet, geprüft und verworfen wurden. Vorrang haben sollten landkreiseigene Immobilien.

Nach langer, intensiver und zum Teil emotionaler Diskussion lehnte das Gremium den Antrag mit 12:12 Stimmen ab (in einer Patt-Situation gilt ein Antrag als abgelehnt). Neben sieben CSU-Vertretern votierten die Bürgervereinigungs-Räte Markus Höft, Helmut Forster, Benedikt Brustmann und Josef Praller sowie Fritz Schnaller (SPD) dafür. Ein Kommunalpolitiker fehlte am Dienstag entschuldigt – CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl.

Im Kern waren sich alle Stadträte einig: Der Landkreis tut sein Bestes, um die Asylbewerber unterzubringen. Die Belegung von Turnhallen mit Flüchtlingen ist nur die absolut letzte Option – und keine gute. Sie waren sich auch darin einig, dass sie Schul- und Vereinssport nicht gegeneinander ausspielen wollen.

Annette Heinloth (Grüne) verwies darauf, dass die von der CSU ins Spiel gebrachte Alternative, die Realschulturnhalle, keine Alternative sei. Hier würden 28 Klassen Schulsport betreiben. Würde man diese bei einer Belegung der Halle per Shuttlebus nach Farchet bringen, so Heinloth weiter, sei ein ernsthafter Unterricht nicht mehr möglich. Außerdem sei diese Halle nur über den Pausenhof zugänglich. „Das mag gut für die Integration sein, ist aber zu eng.“ Eine andere Alternative sei nicht in Sicht. Die ehemalige Kfz-Zulassungsstelle an der Gebhardtstraße etwa gehöre zwar dem Landkreis, sei aber an eine Gesellschaft der Kreisklinik vermietet. Unterstützung erhielt Heinloth von Dr. Ulrike Krischke (Bürgervereinigung): „Vereinssport ist eine pädagogische Ergänzung, Schulsport eine pädagogische Pflicht.“

Fleischer betonte im Namen der CSU, dass man „kein Signal gegen Flüchtlinge und kein Signal gegen den Schulsport“ setzen wolle. „Wir müssen aber alles tun, damit auch der Vereinssport weiter möglich ist.“ Außerdem möchte er als Stadtrat „niemals die Hand dafür heben, dass im Erdgeschoss der Mehrzweckhalle 100 Menschen untergebracht werden und im Keller ein Schießbetrieb ist“ – hier trainieren die Edelweisschützen Farchet. Fleischers Fraktionskollege Alfred Fraas hatte zuvor auf die 1000 Vereinsmitglieder verwiesen, die die Farcheter Halle aktiv nutzen. „Keine Halle heißt kein Vereinsleben – und das heißt: keine Integration.“

Die Gegner des CSU-Antrags verwiesen darauf, dass Wolfratshausen inzwischen einiges in die Wege geleitet habe, um – wenn auch verspätet – Platz für Flüchtlinge zu schaffen. Außerdem erwarte man Stand jetzt, zumindest bis März alle Asylbewerber unterbringen zu können. „Das heißt für mich: Das Signal, das wir geben wollen, ist längst angekommen“, sagte SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner. „Wir können die Belegung von Hallen vermeiden, wenn wir den Turbo anschmeißen.“ Mehrere Räte machten allerdings deutlich, dass sie einen Plan B vermissen, der greift, wenn tatsächlich Hallen belegt werden müssen.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner zufolge sei dieser in Arbeit. Er habe sich als Reaktion auf den Brandbrief der Vorsitzenden der drei großen Wolfratshauser Sportvereine am Samstag mit diesen getroffen. Die Teilnehmer hätten eine gemeinsame Aktion gestartet. Jeder Verein entsendet zwei Vertreter in eine Arbeitsgruppe, die austüfteln soll, wie man sich gegenseitig helfen könnte, wenn der Notfall eintritt – zum Beispiel mit freien Hallenzeiten.

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