Frauen präsentieren Produkte von Leder Tausend bei einer Modenschau
+
Da schaut her: Das Fachgeschäft Leder Tausend bereicherte den „(B)Untermarkt“ mit einer mobilen Modenschau.

Kulinarik, Kunst und diverse Aktionen

„(B)Untermarkt“ in Wolfratshausen: Geselligkeit in Corona-Zeiten

Einen schönen Freitagabend verbrachten die Besucher in Wolfratshausen am „(B)Untermarkt“. Das Konzept ging auf. Kulinarik, Kunst und diversen Aktionen lockten.

Wolfratshausen – Böse Zungen behaupten, dass man in der Wolfratshauser Altstadt ab dem Nachmittag die Gehsteige hochklappen könnte. Mit dem ersten „(B)Untermarkt“ am Freitagabend traten rund 25 Geschäfte im Süden der Marktstraße den Gegenbeweis an: Mit Kulinarik, Kunst und abwechslungsreichen Aktionen sorgten die Einzelhändler im Markt für Besucherströme und gute Stimmung.

Wer um 19 Uhr durch den Untermarkt schlenderte, traute womöglich seinen Augen nicht. Mehr als 50 Besucher bevölkerten die Gehsteige vor den teilnehmenden Geschäften, die kleine Zelte, Bistrotische und gemütliche Sitzgelegenheiten vor den Ladentüren aufgebaut hatten. „Ich finde die Aktion richtig gut“, freute sich Barbara Unterberger, die durch den Untermarkt bummelte. Ursprünglich hatte sie bei der angekündigten Aktion mitten in der Corona-Pandemie ein mulmiges Gefühl, „aber auch wenn viel mehr los ist als sonst, kann man sich ganz gut aus dem Weg gehen und Abstände einhalten.“ Wegen der Corona-Pandemie und der Infektionsschutzregeln galten in den Geschäften Abstandsregeln, begrenzte Besucherzahlen und natürlich Maskenpflicht.

„Das hat jeder Laden für sich selbst verantwortet“, erklärte Johannes Woll. Der Betreiber des noch jungen „Redstone“-Modegeschäfts war zusammen mit Geschäftspartnerin Martina Petz Initiator des „(B)Untermarkts“ – und mit dem Besucherstrom zufrieden: „Es ist total schön zu sehen, dass so viele Leute gekommen sind und sich auf die Geschäfte verteilen“, meinte er am Freitagabend inmitten einer Menschengruppe, die beim „Tasting“ vor seinem Geschäft den Wolf-Gin der Wolfratshauser Firma Bavaria Selection kostete.

Zum Wohl: Beim italienischen Klassiker Aperol Spritz aus der „La Bottega“ ließ sich Abend vortrefflich genießen.

Der außergewöhnliche Wacholderschnaps war nur einer von vielen kulinarischen Spezialangeboten: Vor dem Mode- und Einrichtungsgeschäft max.leben prosteten sich Kunden mit Prosecco-Gläsern zu, an der Wäscherei am Untermarkt probierten sie Börek und andere türkische Spezialitäten. Die Aktionen waren vielfältig – und genau das wollten Woll und seine Mitstreiter am Freitagabend demonstrieren. „Wir haben eine wahnsinnig bunte Gesellschaft im Markt, und ein genauso abwechslungsreiches Angebot“, betonte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese Grundidee kam bei den Besuchern am Freitagabend ausgesprochen gut an. „Toleranz ist etwas so Wichtiges, und es ist schön, wenn man die hier nach außen präsentiert“, meinte beispielsweise Jürgen Hauser aus Gelting.

Auch Dominik Halamek, Betreiber der Ballet Factory in der Flößerstadt, fand die Aktion nach eigenen Worten „total cool“. Das Engagement habe sich gelohnt: Immer wieder kamen laut Halamek „neue Gesichter zu uns in den Laden und haben sich über uns informiert“. In den beiden Tanzräumen seiner Schule tobten sich alle Generationen zu Hip-Hop-Rhythmen aus. „Das war richtig lässig“, grinste ein kleiner Bub, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Der Sprössling machte große Augen, als er die Ballet Factory verließ und die kleine Karawane von Models entdeckte, die durch den Untermarkt zog: Mit hochwertigen Taschen, modischen Accessoires und lauten Evergreens, die aus einer Musikbox schallten, präsentierte die mobile Modenschau, veranstaltet vom Fachgeschäft Leder Tausend, diverse Kollektionen.

„Die Händler haben nach Aktionen gesucht, die zu den momentanen Infektionsschutzregeln passen“, erklärte Woll mit Blick auf die Modenschau. Präsentationen wie diese seien der Beweis, dass die Gewerbetreibenden kreativ seien – und dass die Gehsteige im Markt auch an einem Freitagabend bevölkert werden können.

Dominik Stallein

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare