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Das Gericht verurteilte den Vater zu einem Jahr Haft auf Bewährung sowie 1200 Euro Geldbuße. 

Verhandlung am Wolfratshauser Amtsgericht

Vater würgt Sohn: Haftstrafe auf Bewährung

Wolfratshausen - Weil er beim Nachhause-Kommen nicht grüßte, hat ein Vater seinen Sohn (12) schwer misshandelt. Dafür muss der Vater jetzt ein Jahr ins Gefängnis. Die Haft wurde auf Bewährung ausgesetzt. 

Am 7. Juli vergangenen Jahres kam es in der Wohnung des Angeklagten zu dem Vorfall, der dem bis dahin unbescholtenen Wolfratshauser ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen bescherte. Laut Anklageschrift soll der 42-Jährige seinen Sohn im Streit gepackt, mehrmals mit dem Kopf auf den Boden gestoßen, ihn geohrfeigt und gewürgt haben. Vorausgegangen war ein Disput, nachdem der Junior seinen Vater, dessen Lebensgefährtin und gerade anwesende Gäste des Paares ignoriert hatte, als er nach Hause kam. Der Angeklagte wollte deshalb mit dem Zwölfjährigen sprechen. Doch der beschäftigte sich demonstrativ mit seinem Handy. Sein Vater nahm ihm das Handy ab und warf es durchs Zimmer. Daraufhin sei der Junior cholerisch geworden, habe rumgeschrieen und ihn beschimpft. „Ich wollte ihn nur beruhigen“, begründete der Vater in der Gerichtsverhandlung, warum er seinen Sohn zunächst auf dem Sofa und wenig später auf dem Boden „fixiert“ habe. „Ich habe ihn runtergedrückt, mit beiden Händen, am Schulter- und Nackenbereich.“ Als der Zwölfjährige plötzlich gestöhnt habe, er bekomme keine Luft mehr, habe er ihn sofort losgelassen. Den Jungen gewürgt zu haben stritt der 42-Jährige ab.

Der Richter spricht von einer "rohen und gefühlskalten Tat"

Im Widerspruch dazu standen die Verletzungen am Hals des Kindes, die das Institut für Rechtsmedizin in Fotografien und einem ausführlichen Gutachten attestiert hatte. Der Geschädigte und dessen älterer Bruder hatten ihren Vater offenbar immer wieder gezielt ignoriert und provoziert. Das bestätigten die zwei in ihren Zeugenaussagen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. „Es war ihnen bewusst, dass sie ihren Vater damit auf die Palme bringen“, erklärte ein mit der Sache befasster Kripobeamter. Der Zwölfjährige hatte auch eingeräumt, seinem Vater mit den Worten „Das wirst Du bezahlen“ gedroht zu haben. Schließlich hatte er ihn bei der Polizei angezeigt. „Der Sohn hat einen Gutteil zur Eskalation beigetragen. Er hat die Provokation gewollt. Aber der Vater hat die falschen Konsequenzen gezogen“, sagte Staatsanwalt Konrad Veitenhansl in der Verhandlung am Dienstag. „Am Hals drücken bis sich Atemnot einstellt, das ist eine Rohheit, die vom Erziehungsrecht nicht gedeckt ist.“ Die Verteidigerin des 42-Jährigen sah in der „schwierigen familiären Situation“ seit der Trennung ihres Mandanten von der Kindsmutter und den „massiven Provokationen“ der Kinder genügend Gründe, um die Sache als „minderschweren Fall“ einzustufen. Ihr Fazit: „Ihm ist einfach der Geduldsfaden gerissen.“ „Aus meiner Sicht war das eine rohe und gefühlskalte Tat“, stellte Richter Urs Wäckerlin fest. Er folgte dem Antrag des Staatsanwalts und verurteilte den Wolfratshauser zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr (ausgesetzt zur Bewährung) sowie 1200 Euro Geldbuße zu Gunsten des sozialen Trainingskurses des Landratsamts. Rudi Stallein

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