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Satte Verspätung: Wohl zweieinhalb Jahre später als ursprünglich geplant wird die S-Bahn bis nach Geretsried rollen. Für den Verein „S 7 jetzt“ ist das nicht akzeptabel.

Verein „s 7 jetzt“ übt scharfe Kritik 

„S 7-Verlängerung wird verschleppt“

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Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) hat eingeräumt, dass sich der Baubeginn der geplanten Gleisverlängerung nach Geretsried verzögern wird. Scharfe Kritik kommt vom Verein „S 7 jetzt“.

Wolfratshausen/Geretsried Minister Herrmann ist nach eigenen Angaben ein großer Fürsprecher der S 7-Verlängerung von Wolfratshausen in die größte Stadt im Landkreis. Doch er musste den Beteiligten kürzlich reinen Wein einschenken: Der Baubeginn wird sich um rund zweieinhalb Jahre verschieben, der erste Zug demnach voraussichtlich frühestens 2026 übers neue Gleis rollen (wir berichteten). Der Grund: die aufwendigen Planungen für das rund 900 Meter lange, zweigleisige Trog-/Tunnelbauwerk an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen.

Beim Verein „S 7 jetzt“ kommt die schlechte Nachricht nicht gut an: „Wir finden uns mit der Verschleppung des Baubeginns nicht ab“, sagt der Vorsitzende Johannes Schneider im Anschluss an die Mitgliederversammlung am Montagabend.

„Wir wundern uns über die Gelassenheit der Bürger“

Johannes Schneider bleibt Vorsitzender des Vereins „S 7 jetzt“.

Der Verein geht aktuell davon aus, dass der erste Spatenstich für das rund 165 Millionen Euro teure Jahrhundertprojekt (Preisstand 2009) „frühestens 2022“ erfolgt. Mit einer Fertigstellung der rund neun Kilometer langen, eingleisigen Strecke rechnen Schneider und seine Mitstreiter „erst bis 2030“. Schneider: „In Anbetracht des fortgeschrittenen Planfeststellungsverfahrens, der Finanzierungseinigung zur Untertunnelung der Sauerlacher Straße und der Aufnahme des Projektes in den Bundesverkehrswegeplan wundern wir uns über die Gelassenheit der Bürger und der Kommunalpolitiker.“ Denn nicht zuletzt aufgrund der prognostizierten Bevölkerungszunahme von bis zu 300 000 Einwohnern im Raum München werde das Verkehrsaufkommen im Mittelzentrum Geretsried-Wolfratshausen parallel zunehmen. Schneider prognostiziert – ohne S 7-Verlängerung – ein „Chaos im Wolfratshauser Bahnhofsumfeld durch noch mehr erforderliche Busse und Autofahrer, die einen Parkplatz suchen“.

Der Verein werde sich nicht damit abfinden, „dass wegen angeblich fehlender Planungskapazitäten der Deutschen Bahn, die schon in den 1970er-Jahren vom damaligen Landtagsabgeordneten Dr. Edmund Stoiber geforderte S-Bahn nach Geretsried zum Nachteil des Mittelzentrums und des Landkreises weiter verschleppt wird“. Schneider kündigt an, dass der Verein „S 7 jetzt“ seinem Namen alle Ehre machen will. Das heißt: „Wir werden jetzt alles hinterfragen, an frühere Versprechungen erinnern, Verbündete suchen und entsprechenden Druck für eine frühere Realisierung der Verlängerung machen.“

Vorstandswahlen

In der Mitgliederversammlung des Vereins „S 7 jetzt“ standen auch Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Vorsitzender Johannes Schneider sowie seine Stellvertreter Matthias Hanfstingl und Reinhold Krämmel wurde in ihren Ämtern bestätigt.

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