Das geschlossene Rathauscafé in der Stadt Wolfratshausen.
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Steht seit Mai 2019 leer: das Wolfratshauser Rathauscafé am Westufer der Loisach.

Stadtrat entschied auf der Grundlage von Bewerbungsunterlagen

Wolfratshauser Rathauscafé: Vergabe ohne Ausschreibung

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Fürs Rathauscafé stehen zwei Pächterinnen Gewehr bei Fuß. Anders als bislang kolportiert hat die Stadt Wolfratshausen ihre Immobilie im Vorfeld jedoch nicht ausgeschrieben - die Vergabe erfolgte aufgrund mehrerer Bewerbungen.

  • Für das Rathauscafé in Wolfratshausen gibt‘s zwei designierte Pächterinnen
  • Nach der jüngsten Entscheidung des Rats steht allerdings nicht fest, ob die Damen an ihrem Vorhaben festhalten
  • Gefunden hat die Stadt die potenziellen Pächterinnen nicht nach Ausschreibung, bestätigt Bürgermeister Heilinglechner

Wolfratshausen – Knapp 700 000 Euro darf die Sanierung des seit 2019 leer stehenden Rathauscafés kosten. Diese Obergrenze legte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung in der Loisachhalle fest (wir berichteten). Eine aufwendige Ertüchtigung des Untergeschosses, die laut grober Kostenschätzung mit 300 000 Euro zu Buche schlagen wird, lehnte das Gremium ab. Sollten die designierten Pächterinnen der prominenten städtischen Immobilie, die „Kaffee-Ratscherl“-Betreiberin Rita Schmid und die Konditormeisterin Barbara Schramm-Kastl, unter diesen Voraussetzungen einen Rückzieher machen, müssten neue Interessenten gesucht werden, so der Tenor im Stadtrat. „Dann gibt’s eine neue Ausschreibung“, sagte SPD-Fraktionschef Fritz Meixner wörtlich. Allerdings ist das Objekt bis dato nie ausgeschrieben worden.

Stadt verlangte Businessplan und Schufa-Auskunft

Schmid und Schramm-Kastl hatten den festen Vorsatz, im Untergeschoss des Rathauscafés eine Produktionsstätte einzurichten. Dieses Ansinnen lehnte der Rat aus Kostengründen ab, stattdessen sollen die Räume von der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) so hergerichtet werden, dass sie als Lager genutzt werden können. Noch haben sich Schmid und Schramm-Kastl nicht öffentlich dazu geäußert, ob sie weiterhin als Pächterinnen zur Verfügung stehen. Auf die beiden Damen stieß die Stadt nicht – wie in den vergangenen Wochen stets kolportiert – im Zuge einer Ausschreibung. „Nein, das Rathauscafé musste nicht ausgeschrieben werden“, bestätigt Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Nachdem die Stadt gegen den bislang letzten Pächter eine Räumungsklage erwirkt hatte, hätten sich im Rathaus gleich mehrere Interessenten gemeldet. Denen seien jeweils „Bewerbungsunterlagen“ zugeschickt worden. Nach Informationen unserer Zeitung verlangte die Kommune von den potenziellen Pächtern unter anderem ihren Businessplan, ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Schufa-Auskunft als Bonitätsnachweis sowie ein detailliertes Konzept zum Betrieb des Rathauscafés.

Entscheidung fiel in nicht öffentlicher Sitzung des Stadtrats

Im Januar fällte der Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung die Entscheidung, seine Wahl fiel auf das Duo Schmid/Schramm-Kastl. „Die Entscheidung fiel mehrheitlich für das Konzept eines Cafés“, sagte Rathauschef Heilinglechner bei der Vorstellung der designierten Pächterinnen. Die Damen gingen davon aus, dass sie spätestens beim Wirtefest im September die Eröffnung feiern können. Inzwischen ist nicht nur das Wirtefest aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden, auch die Generalsanierung der städtischen Immobilie konnte nicht wie geplant in Angriff genommen werden. Nachdem der Stadtrat die Investitionssumme zunächst auf 445 000 Euro gedeckelt hatte, sprang ein Fachplaner ab, die StäWo musste einen anderen Experten für das Projekt gewinnen.

Sollten sie an ihrem „Traum“ festhalten, so Rita Schmid im Gespräch mit unserer Zeitung, rechnet sie „nicht vor Sommer 2021“ mit der Wiedereröffnung des Rathauscafés. „Wenn die Damen abspringen, dann müsste das Rathauscafé ausgeschrieben werden“, erklärt Bürgermeister Heilinglechner die Alternative. Angeboten würde die modernisierte Immobilie in diesem Fall „mit Lagerräumen im Untergeschoss“.

cce

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