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Der 21-Jährige muss sich wegen des Vergewaltigungsvorwurfs vor der Jugendkammer  des Landgerichts München verantworten.

Prozess wegen Vergewaltigung

Wolfratshauserin beißt Schüler aus Eritrea die Zunge ab

Wolfratshausen - Schwere Vorwürfe lasten auf einem 21-Jährigen aus Eritrea: Er soll in Wolfratshausen unter einer Brücke über eine Frau (28) hergefallen sein. Der Angeklagte schildert die Tat anders.

Nach dem Besuch eines Abendlokals hatte sich die Geschädigte am 31. Mai vorigen Jahres gegen 2.30 Uhr auf den Heimweg gemacht. Auf einer Brücke in der Nähe des Lokals kam es zu einer zwanglosen Unterhaltung mit zwei ihr unbekannten jungen Männern. Kurze Zeit später verabschiedete sich die 28-Jährige, ging durch eine Fußgängerunterführung, wo sie ihre Notdurft verrichtete. In dem Augenblick soll der Angeklagte hinzugekommen sein.

Er soll die Frau zu Boden gestoßen und in die Unterhose gefasst haben

Er habe die Frau zu Boden gestoßen, sie gegen ihren Willen geküsst, in die Unterhose gefasst und sei mit dem Finger in sie eingedrungen. Erst als die Frau ihrem Peiniger ein Stück von der Zungenspitze abbiss, ließ der Mann von ihr ab und flüchtete. So fasst es die Anklageschrift vor der Jugendkammer des Landgerichts München zusammen.

Der Asylbewerber schildert den Vorfall anders

Der Asylbewerber, der seit dem 2. Juni 2015 in Untersuchungshaft sitzt, schildert den Vorfall anders. An jenem Abend sei er mit einem Freund ausgegangen. Zuvor hätten sie in ihrer Unterkunft eine Flasche Wodka mit Cola getrunken. Für ihn sei es der erste Kontakt mit Alkohol überhaupt gewesen. „Es war lustig, die Beine wollten nicht wie ich wollte. Das Gefühl kannte ich nicht“, erklärte der Angeklagte in seiner Einlassung, die der Verteidiger vortrug.

Nachdem ihnen in einer Disko der Zutritt verwehrt worden war, seien sie weiter gezogen. Auf der Brücke trafen sie die Frau, kamen ins Gespräch und „hatten Spaß“. Sein Freund habe die 28-Jährige küssen wollen. „Das gefiel ihr nicht. Deshalb habe ich eingegriffen“, so der Beschuldigte weiter. „Sie fand das gut, nahm mich in den Arm und sagte: Du bist ein Engel und gab mir einen Kuss.“

Die Frau soll ihm für 50 Euro Sex angeboten haben

Dann habe die Frau ihm angeboten, für 50 Euro könne er Sex mit ihr haben. „Ich gab ihr das Geld. Wir küssten uns, mit und ohne Zunge. Plötzlich wollte sie nicht mehr. Ich verstand das nicht, wollte weiter Küssen. Da biss sie mir die Zunge ab“, las der Verteidiger vor. „Ich möchte betonen, dass ich der Frau nicht in die Hose gefasst habe. Das stimmt nicht“, beteuerte der Angeklagte.

Er schäme sich für sein Verhalten und bedauere, dass er nicht aufgehört habe, als die Frau nicht mehr küssen wollte. Weitere Fragen des Gerichts beantwortete er nicht mehr. Auch nicht, nachdem in einem Rechtsgespräch zwischen Richtern, Staatsanwältin und Verteidigern dem Angeklagten im Falle eines Geständnisses eine deutlich niedrigere Strafe in Aussicht gestellt worden war. So blieb der Geschädigten eine Aussage vor Gericht nicht erspart.

Die 28-Jährige verbüßt gerade eine Ersatz-Freiheitsstrafe

Die 28-Jährige wurde aus der JVA Aichach vorgeführt, wo sie eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßt, weil sie Geldstrafen nicht bezahlen konnte. Sie blieb hartnäckig bei ihrer Version und schilderte auf Nachfrage des Gerichts den Vorgang wiederholt bis ins Detail. Als das Gericht sie mit der Version des Angeklagten konfrontierte, antwortete die Wolfratshauserin: „Ich schlafe nicht mit Männern, ich stehe auf Frauen.“ Den Angeklagten hatte sie zwei Tage nach dem Vorfall in einem Flüchtlingsunterkunft in Wolfratshausen ausfindig gemacht. Der Prozess wird fortgesetzt.

rs

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