+
Verkaufsoffener Sonntag: ein Publikumsmagnet. 

Debatte über Vorgehensweise in Wolfratshausen

Verkaufsoffener Sonntag: „Christliche Kultur nicht in Gefahr“

Wolfratshausen – Viermal im Jahr öffnen die Geschäfte auch sonntags – allerdings nicht zur Freude der Arbeitnehmervertreter. Die Gewerkschaft Verdi lehnt das ab. Der Stadtrat hat jetzt etwas beschlossen.

Viermal im Jahr öffnen die Wolfratshauser Geschäfte auch sonntags. Zeitgleich ziehen sich die Buden von diversen Märkten durch die Innenstadt. Alljährlich beschließt der Stadtrat deshalb eine Rechtsverordnung, die das Markttreiben regelt – allerdings nicht zur Freude der Arbeitnehmervertreter. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi lehnt die Pläne ab.

Gewerkschaftssekretär Dominik Datz bezog in einem Schreiben Stellung gegen das Vorhaben der Stadt, die vier Marktsonntage beizubehalten. „Dies stellt eine weitere Belastung dar, die nicht selten das Private der Betroffenen unzulässig beeinträchtigt“, kritisierte er. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei dadurch kaum mehr zu gewährleisten. Datz geht noch weiter. Er sieht gar die Kultur des christlich geprägten Bayerns in Gefahr. „Man darf getrost die Frage stellen, welchen Stellenwert der Sonntag für manchen Entscheider noch hat.“ Für ihn entstehe der Eindruck, dass der Stadtrat eine Gesellschaft anstrebe, an der die Menschen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche arbeiten.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses konnten dem nicht folgen. „Wir reden von vier Sonntagen im Jahr“, betonte Wirtschaftsreferent Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen). Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD), langjähriges Mitglied der Einzelhändlervereinigung Werbekreis Einkaufsstadt, berichtete, dass ihm noch keine Beschwerden über die Mehrbelastung durch den verkaufsoffenen Sonntag zu Ohren gekommen sind.

Rathausmitarbeiter Martin Melf versuchte die Wogen ebenfalls zu glätten. „Zwischen den Marktbetreibern und den Einzelhändlern findet ein Geben und Nehmen statt.“ Außerdem habe es eine gewisse Tradition in der Loisachstadt, dass die Läden zu den vier Märkten in der Stadt öffnen.

Das Gremium folgte dieser Argumentation. Mit 9:0 Stimmen wurde der Rechtsverordnung zugestimmt. Damit werden die Wolfratshauser Geschäfte 2017 zum Mittefasten- (2. April), Nepomuk- (28. Mai), Kirchweih- (8. Oktober) und Martinimarkt (12. November) öffnen. 

dst

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Egling sorgt sich um  geothermische Untersuchungen in Pullach
Die geplanten geothermischen Untersuchungen in Pullach berühren nördliche Gemeindeteile Eglings. Das treibt die Räte um.
Egling sorgt sich um  geothermische Untersuchungen in Pullach
Münsing dreht an der Steuerschraube
Die Grund- und Gewerbesteuer  in Münsing wird teurer: Erstmals nach 17 Jahren beschließt der Gemeinderat die Anhebung zum 1. Januar 2018.
Münsing dreht an der Steuerschraube
So soll Geretsrieds neues Zentrum aussehen
Der Bürgermeister spricht von einer ersten Herzkammer, der Architekt von einer Perlenkette. So oder so: „Puls G“ markiert den Beginn der Neugestaltung der Stadt.
So soll Geretsrieds neues Zentrum aussehen
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen AfD-Kandidat ein
Die Staatsanwaltschaft München II hat die Ermittlungen gegen den AfD-Direktkandidaten Constantin Leopold Prinz von Anhalt eingestellt.
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen AfD-Kandidat ein

Kommentare