Ein Heizpilz.
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Geben Wärme an die Gäste ab: Heizpilze könnten die Freiluftsaison in der Gastronomie verlängern.

Außengastronomie in der kalten Jahreszeit

Verlängerte Freiluftsaison: Wirte erwägen Anschaffung von Heizpilzen

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Gemütliches Zusammensitzen, draußen an der frischen Luft, im Biergarten: Mithilfe von Heizpilzen könnte das auch in den kühleren Monaten möglich sein. Einige Gastronomen im Landkreis erwägen die Anschaffung der elektrischen Wärmespender.

  • Viele Gästen bevorzugen in Restaurant nach wie vor Sitzplätze im Freien.
  • Heizpilze könnten den Wirtshäusern helfen, die Freiluftsaison zu verlängern.
  • Einige Wirte im Landkreis haben über diese Möglichkeit bereits nachgedacht.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Stück für Stück erholt sich die Gastronomie von der Corona-Krise. Besonders heiß begehrt sind bei den Gästen dort nach wie vor Freiluftplätze. Um die Außengastronomie zu verlängern, hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die Kommunen deshalb gebeten, Wirten über den Winter energiefressende Heizpilze zu erlauben. Doch würden Gastronomen im Landkreis diese Option überhaupt nutzen? Unsere Zeitung hat sich umgehört.

Für Monika Poschenrieder, Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, ist dieser Vorschlag mehr als sinnvoll: „Durch das Hygienekonzept verlieren wir derzeit etwa 50 Prozent der Innenplätze, das heißt, wir sind auf die Außengastronomie angewiesen“, berichtet die Chefin des „Forellenhof Walgerfranz“. Tag für Tag erlebt sie es selbst, dass „die Leute zur Zeit einfach lieber draußen als drinnensitzen“. Poschenrieder: „Das wird sich wahrscheinlich so schnell nicht ändern.“

Für den tiefsten Winter wird das sicher keine Lösung, aber für die Übergangszeit ist das total sinnvoll.

Monika Poschenrieder, Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel-und Gaststättenverbands

Gerade deshalb sei es wichtig, die Freiluftgastronomie so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Gerade für kleine Gaststätten werde es in den nächsten Monaten sonst „echt schwierig“ zu überleben. „Für den tiefsten Winter wird das sicher keine Lösung, aber für die Übergangszeit ist das total sinnvoll.“ Im „Walgerfranz“ arbeitet Poschenrieder gerade selbst an einer Lösung für die kalten Monate, entweder mit mehreren Heizpilzen oder Infrarotstrahlern.

Das Ickinger Restaurant Klostermaier hat schon vorgesorgt: „Wir haben zwölf Heizstrahler bestellt. Die kommen in etwa vier Wochen und werden dann direkt an die Schirme montiert“, berichtet Seniorchefin Karin Schmidt.

Bei kühleren Temperaturen kann der Familienbetrieb seinen Gästen so trotzdem zirka 40 Terrassenplätze anbieten „Trotz Hygienekonzept spürt man nach wie vor die Unsicherheit der Leute“, ergänzt Katharina Schmidt. Laut der Juniorchefin kommt es durchaus vor, dass Leute mit einer Reservierung im Freien im Zweifelsfall lieber absagen, anstatt sich ins Restaurant zu setzen. .

Trotz Hygienekonzept spürt man nach wie vor die Unsicherheit der Leute.

Katharina Schmidt, Juniorchefin vom Restaurant und Hotel Klostermaier

Ähnlich schaut die Situation im Geretsrieder „Italy“ aus: „Unserem Restaurant würden Heizpilze definitiv über die Wintermonate helfen“, stellt Wirtin Gabi Amodio klar. „Ob er sich im Winter hinaussetzen möchte, das wäre jedem Gast natürlich selbst überlassen. Aber anbieten würden wir diese Alternative sehr gerne.“

Eine etwas andere Meinung vertritt Manuela Meyr, Chefin vom Aufhofener Gasthof Jägerwirt. „Wir haben große luftige Räume und ein gutes Lüftungssystem. Deshalb schaffen wir uns keine Heizpilze an.“ Was Meyr an dieser Möglichkeit zweifeln lässt: „In einem Café, zum Apfelstudel und einer Tasse Kaffee, ist das bestimmt nett. Aber einen Hirschbraten bei 5 Grad in der Winterjacke draußen essen? Das ist doch nicht gemütlich.“

Nicht alle Wirten möchten mit Heizpilzen arbeiten

Für das Tölzer Inkognito kommen Heizpilze ebenfalls nicht infrage. „Ich denke denjenigen, die eine hohe Miete zahlen und innen wenig Platz haben, hilft das auf jeden Fall“, sagt Chef Florian Haupt. „Aber wir haben innen genug Platz.“

Ebenfalls keine Option sind die energiefressenden Wärmespender für das Wolfratshauser Wirtshaus Flößerei. „Wir haben uns lieber einen Luftreiniger angeschafft, der für eine gute Durchlüftung sorgt“, so Wirt Dominik Tabak. „Die Heizpilze wäre vermutlich nur eine Übergangsphase von zwei bis drei Wochen, das lohnt sich doch nicht.“

kof

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