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Der Wolfratshauser Stradtrat bei der Abstimmung.

„War mit mir meist einer Meinung“

So verließ Benedikt Brustmann den Stadtrat

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Wolfratshausen – Benedikt Brustmann (BVW) hört auf. Am Dienstag hat er sich von den Stadträten mit ein paar besonderen Worten verabschiedet.

„Ich war mit mir meist einer Meinung“, stellte Benedikt Brustmann im Stadtrat am Dienstag mit einem Augenzwinkern fest. Der 38-jährige Vertreter der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) legte sein Amt wie berichtet aufgrund beruflicher Belastung nieder. Das ehrenamtliche Engagement für die Kommune habe ihm „immer Spaß gemacht“, seine Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, sagte der Waldramer. Doch beruflich bedingte Auslandsaufenthalte würden es ihm unmöglich machen, den Auftrag, den ihm der Wähler im März 2014 erteilt habe, „so zu erfüllen, wie ich mir das vorstelle“.

Man sei nicht immer einer Meinung gewesen, aber Diskussionen mit Brustmann seien stets sachlich verlaufen, sagte CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl. Er und seine Parteifreunde würden sein Ausscheiden bedauern – die Entscheidung sei aber nachvollziehbar.

Benedikt Brustmann, Ex-Stadtrat der Bürgervereinigung

„Danke für die Zusammenarbeit“, sagte Fritz Meixner im Namen der SPD-Fraktion. Er persönlich habe sehr geschätzt, dass Brustmann immer „eine fundierte Meinung vertreten habe“. Ähnlich äußerte sich Annette Heinloth (Grüne), die dem Ausscheider sechs Flaschen Flößerbier überreichte. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) räumte ein, nicht immer mit Brustmann auf einer Wellenlänge gelegen zu haben. Doch rückblickend auf „zweieinhalb intensive Jahre“ betonte der Rathauschef: „Die Zusammenarbeit war stets angenehm und von Humor geprägt.“ Brustmann sei „eine wichtige Instanz in diesem Gremium“ gewesen. „Danke für Dein umfangreiches Wirken“, bilanzierte BVW-Fraktionssprecher Josef Praller.
 
Nach den vielen lobenden Worten und angesichts kleiner Präsente (ein mit Gummibären gefüllter Maßkrug, ein Buch mit Weisheiten für jeden Tag und ein Reiseführer über Bern) konnte Brustmann seine Rührung nicht verbergen. Er verlasse den Stadtrat „mit einem weinenden Auge“. Sein Appell an die Gremiumsmitglieder: „Macht wieder mehr miteinander, denn nur gemeinsam können wir Ziele erreichen.“ Er werde die Arbeit des Stadtrats weiter aufmerksam verfolgen – „schließlich lese ich ja Zeitung“. Sein Fraktionskollege Helmut Forster lud ihn mit einem Fingerzeig in Richtung Besuchertribüne ein, die eine oder andere Sitzung live zu verfolgen.

Zwar bedarf es laut Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz für die Amtsniederlegung keines wichtigen Grundes mehr. „Rein deklaratorisch muss jedoch der Stadtrat die Mandatsniederlegung feststellen“, erklärte Bürgermeister Heilinglechner. Das taten die Gremiumsmitglieder einstimmig. Offiziell endet die Amtszeit Brustmanns am 31. Oktober.

cce

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