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Susanne Thomas, Ortsvorsitzende der Wolfratshauser CSU.

Ortsvorstand fällt Entscheidung

„Versprechen nicht eingelöst“: Wolfratshauser CSU verbannt Parteifreie

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Drei Fraktionsmitglieder der Wolfratshauser CSU zeigen kein Interesse, an Parteiveranstaltungen teilzunehmen. Der Ortsvorstand reagiert darauf mit einer klaren Ansage.

Wolfratshausen – Die Wahl des Bürgermeisterkandidaten ist für jedes Parteimitglied – ganz gleich welcher Couleur – ein Pflichttermin. Wer nicht ans Krankenbett gefesselt ist, hat dabei zu sein. Bei der Nominierung des Spitzenkandidaten der Wolfratshauser CSU am Mittwoch im Wirtshaus Flößerei fehlten allerdings drei prominente Stadträte: Dr. Manfred Fleischer, Richard Kugler sowie Helmuth Holzheu. Entschuldigt habe sich das Trio für das Fernbleiben im Vorfeld nicht, berichtet die CSU-Ortsvorsitzende Susanne Thomas. Das sei „bedauerlich“ – und leider auch kein Einzelfall.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres ließ der ehemalige CSU-Ortsverbandschef Armin Drexl kein gutes Haar an besagten drei Parteifreunden. „Keine Träne“ werde er Fleischer nachweinen, sollte er der CSU den Rücken kehren, sagte Drexl bei einem Treffen des Kommunalpolitischen Arbeitskreises der Wolfratshauser CSU. Seit der Kommunalwahl 2014 habe der Waldramer „nicht eine“ Veranstaltung der Christsozialen besucht, ergänzte Thomas. Dasselbe gelte für die parteifreien Stadträte der CSU, Kugler und Holzheu. Für Drexl kein Weltuntergang: „Es wäre eher ein Problem, wenn sie mitmischen würden. Die CSU hat nicht gemerkt, dass die drei fehlen.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärten Fleischer, Kugler und Holzheu unisono, dass sie sich noch nicht entschieden hätten, ob sie sich 2020 für die CSU erneut um ein Stadtratsmandat bewerben. Für Kugler und Holzheu ist das laut Thomas derzeit ausgeschlossen: „Es gibt einen Vorstandsbeschluss, dass auf der CSU-Liste für den Stadtrat nur noch Kandidaten stehen dürfen, die Mitglied der Partei sind.“ Weder Kugler noch Holzheu hat ein Parteibuch. Das „Versprechen“, Mitglied zu werden, das beide vor der Kommunalwahl 2014 gegeben hätten, hätten Kugler und Holzheu bis auf den Tag nicht eingelöst. Zu persönlichen Gesprächen sei es seit Monaten nicht gekommen, stellt die Ortsvorsitzende fest. Fleischer, Kugler und Holzheu würden sich „null“ an der Arbeit des 108 Köpfe zählenden Ortsverbands beteiligen.

Fleischer sitzt die Vorwürfe offensichtlich aus. Er sei „ein freier Bürger in einem freien Land“, kommentierte er die Aussagen Drexls – des Mannes, der ihn 2002 im Auftrag des damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zur Wolfratshauser CSU holte. Fleischer war zuvor Sprecher der Grünen im Landtag, bei der Bürgermeisterwahl 2002 unterlag er Reiner Berchtold (SPD).  cce

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