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An drei Bildschirmen schneidet und bearbeitet Geschäftsführer Stefan Eckardt von WOR.tv seine Filme.

„Am meisten ärgert mich das Totreden“

Video-Antwort auf Kritik: So schön ist Wolfratshausen

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Wolfratshausen – Die "Abendschau" des BR hat negativ über die Stadt berichtet. Dass es auch anders geht, sagt Stefan Eckardt. Auch er hat ein Video gedreht - und zwar ein positives.

Wolfratshausen – Malerisch gelegen, bestens erschlossen und von erfolgreichen Geschäftsleuten versorgt: So beschreibt WOR.tv, ein Ableger der Wolfratshauser Firma Extrafilme, die Flößerstadt in einem Video. Der siebenminütige Beitrag ist im Internet abrufbar. Medienunternehmer Stefan Eckardt will damit laut Mitteilung einen Gegenpol setzen zu der vermeintlich negativen Stimmung in der Stadt, über die der Bayerische Rundfunk kürzlich in der Sendung „Abendschau“ berichtet hatte. „Gegen solch einseitige Darstellung muss man sich doch wehren, wenn einem etwas an dieser Stadt liegt“, sagt Eckardt.

Tristesse? Weit gefehlt, sagt Eckardt

Der Beitrag der „Abendschau“ vom 29. April hieß „Ladensterben: Tristesse in Wolfratshausen“. In dem dreiminütigen Video wurde über die zahlreichen Geschäftsschließungen in der Innenstadt berichtet. Von „Stillstandshausen“ war die Rede. Gezeigt wurden das geschlossene Isarkaufhaus, Leerstände und bröckelnde Fassaden (wir berichteten). „Die Altstadt von Wolfratshausen blutet aus“, sagte ein Sprecher. Wenige Tage zuvor hatte unsere Zeitung in der Reportage „Warum die Innenstadt langsam stirbt“ geschrieben, welchen Herausforderungen sich die Stadt momentan stellen muss.

Eckardt widerspricht der Darstellung in der „Abendschau“. Er zeigt andere Bilder der Stadt als „filmische Gegendarstellung“, sagt er. Der Titel des Videos: „Tristesse in Wolfratshausen – Das stimmt nicht“. Zu sehen sind die einladenden Schaufensterkästen des Trachtengeschäfts Fischer-Pflügl, schwimmende Enten auf der Loisach und reger Betrieb auf dem Sebastianisteg. Mit der Schließung von Möbel Mahler und dem Isarkaufhaus habe die Stadt zwar „gerade wichtige Kundenmagneten verloren“, heißt es. Außergewöhnlich sei das aber nicht. „Wolfratshausen geht es nicht schlechter als anderen vergleichbaren Kommunen“, erklärt Bürgermeister Klaus Heilinglechner in dem Video. Man müsse nun zusammenarbeiten und an Stellschrauben drehen.

Tristesse in Wolfratshausen- Das stimmt nicht! from wor.tv on Vimeo.

"Wolfratshausen muss mehr Werbung machen"

„Am meisten ärgert mich das Totreden von Wolfratshausen“, sagt Stefan Fischer vom Trachtenmodengeschäft. Laut Ines Boodevaar, Inhaberin des gleichnamigen Modehauses, kann man in der Stadt sein Leben „sehr gut bestreiten kann“. Die Stadt müsse sich aber besser nach außen präsentieren und mehr Werbung machen. Sie müsse sich „einfach positiv outen“. Und Carl Morbach vom Geschäft Max-Leben findet: „Man muss sich halt die Mühe machen und in die Stadt gehen.“

Dass es Leerstand im Markt gibt, bestreite niemand, sagt der Sprecher in dem Video. „Aber es wäre zu einfach, alles nur auf die äußeren Bedingungen und den Standort zu schieben.“

dor

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