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In seinem Element: Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller vertritt Klaus Heilinglechner als Rathauschef.  

Vize als Urlaubsvertretung

Wie sitzt es sich im Wolfratshauser Chefsessel, Herr Schnaller?

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Sommerzeit ist Urlaubszeit – auch im Wolfratshauser Rathaus. Weil der Betrieb dort aber weiterläuft, während Bürgermeister Klaus Heilinglechner die Auszeit genießt, sitzt momentan ein anderer auf dem Chefsessel: Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller.

Wolfratshausen – Sommerzeit ist Urlaubszeit – auch im Wolfratshauser Rathaus. Weil der Betrieb dort aber weiterläuft, während Bürgermeister Klaus Heilinglechner die Auszeit genießt, sitzt momentan ein anderer auf dem Chefsessel: Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller. Wie er die Zeit als Oberhaupt der Flößerstadt nutzt und was sein ehemaliger Beruf als Antiquitätenhändler damit zu tun hat, wollte unsere Volontärin mit einem Augenzwinkern von dem 71-Jährigen wissen.

Herr Schnaller, gerade führen Sie das Regiment in der Flößerstadt. Was stellen Sie an?

Große Umbrüche plane ich nicht (lacht). Das würde ich in der Zeit auch gar nicht schaffen. Nur eine von den zwei Wochen, in denen Herr Heilinglechner im Urlaub ist, bin ich sein Stellvertreter. Die zweite übernimmt Dritter Bürgermeister Helmuth Holzheu. Das ist ganz fair aufgeteilt. Stellvertretend für den Rathauschef erledigen wir das Tagesgeschäft. Am Dienstag fand zum Beispiel eine Sitzung mit den verschiedenen Amtsleitern statt. Viele Anträge müssen unterschrieben werden, Besprechungen mit Stadträten stehen an.

Was macht Ihnen am meisten Spaß?

An sich ist es eine besondere Freude für mich, in dieser Zeit Bürgermeister im Amt zu sein. Generell engagiere ich mich gern für unsere Stadt – und mithelfen zu können, ist ganz entscheidend. Ich bin ein geselliger Typ, mir macht es Spaß, über den Markt zu gehen und mit den Leuten zu plaudern. Das ist mein Lebenselixier.

Haben Sie dem Bürgermeisterschreibtisch für Ihre Zeit auch eine persönliche Note verliehen?

Nein, das brauche ich nicht. Wir teilen uns die Einrichtung. Ein Bild meiner Familie habe ich auch nicht aufgestellt, sie ist sowieso in meinem Kopf.

Für frischgebackene Rathauschefs gibt es Seminare, um sich fit zu machen. Hätten Sie sich auch einen Grundkurs gewünscht?

Natürlich gibt es auch für Stellvertreter solche Kurse. Bevor ich dieses Amt angetreten habe, saß ich allerdings schon über 20 Jahre im Stadtrat. Gefühlt habe ich alles schon mal erlebt. Diese Erfahrung ist Gold wert. Außerdem ist der ganze Verwaltungsapparat ein tolles Team. Diese Zusammenarbeit macht Spaß.

Offiziell sind Sie mittlerweile in Rente. Aber wäre der Posten des Ersten Bürgermeisters nichts für Sie gewesen?

Diese Aufgabe ist nicht irgendein Job, sondern eine Berufung, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Jetzt im August ist es ruhig im Rathaus, aber ansonsten habe ich oft an fünf, sechs Abenden die Woche Termine. Das muss man auch mit der Familie in Einklang bringen.

Außerdem haben Sie früher Ihre Raritätenstube geführt. Im Bürgermeisterzimmer gibt es auch einige Antiquitäten.

In der Tat hängen hier vor allem viele alte Gemälde. Eins davon gefällt mir besonders gut: Das Bild vom Kalkofen in Nantwein von Richard Wagner. In seinen Werken zeigt der Wolfratshauser Maler, wie die Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts hier bei uns gelebt und gearbeitet haben – ganz ohne Schönfärberei. Ich freue mich, jetzt die Gelegenheit zu haben, täglich einen Blick darauf zu werfen.

Dass Sie eingefleischter Wolfratshauser sind, erkennt man gleich an Ihrem Revers.

Ja, das lässt sich nicht leugnen. Die Anstecknadel mit unserem Stadtwappen trage ich immer – nicht nur, weil ich momentan auf dem Bürgermeisterstuhl sitze. Mittlerweile steckt sicher schon ein halbes Dutzend an meinen diversen Jacken, damit ich sie nicht jedes Mal wechseln muss (lacht).

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