+
Rasante Reise mit dem „Tropical Trip“: Während der eine Schausteller mit der Besucherzahl zufrieden ist, klagt ein anderer über gähnende Leere auf dem Multifunktionsplatz vor der Loisachhalle.

Zwischen Zufriedenheit und Ernüchterung

Volksfest vor der Loisachhalle: Lohnt sich ein Besuch?

Zufriedenheit hüben, Ernüchterung drüben. Die Schausteller auf dem Wolfratshauser Volksfest ziehen unterschiedliche Halbzeitbilanzen. 

Wolfratshausen – Es ist Mittwoch, 14 Uhr. Auf dem Volksfest vor der Loisachhalle ist es gespenstisch still. Obwohl es offiziell um 12 Uhr losging, haben drei Buden noch geschlossen, die Fahrgeschäfte drehen sich nicht. Das einzige, was man hört, ist eine durchdringende Stimme. Sie gehört dem Chef des „Pizza-Wolf“, Mario Wolf. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der Schausteller. Seit 35 Jahren gehe er seinem Gewerbe nach, „aber dass ein Fest so schlecht besucht ist, ist wirklich extrem“. Wolf sitzt vor seinem Pizza-Stand auf einem Klappstuhl – mit dem Rücken zum Festgelände. Als er sich umdreht, sieht er nur einen einzigen Buben, der auf einem Riesentrampolin hüpft. „Wie sollen wir da Geld verdienen?“ Die Antwort liefert Wolf mit: „Gar nicht.“ Warum das Volksfest so schlecht besucht sei, kann Wolf nicht ergründen. „Es wird einfach nicht angenommen.“

Junge Familien mit Kindern sind die Zielgruppe

Das Gegenteil stellt der städtische Marktmeister Hubert Bernwieser fest. „Das Fest ist ordentlich besucht“, betont er. Vor allem viele junge Familien und Kinder hat Bernwieser ausgemacht: „Auf diese Altersklasse haben wir das Angebot zugeschnitten.“ Deshalb sei es auch wenig problematisch, dass die Stadt – wie schon im vergangenen Jahr – auf ein Bierzelt verzichtet hat. Bei ihm, dem Marktmeister, habe sich noch kein Standbetreiber beklagt. „Die äußern sich sehr positiv“, sagt Bernwieser.

Um 15 Uhr hat sich der Festplatz gefüllt. Ein Mitarbeiter des Kinder- und Jugendfördervereins Wolfratshausen, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, berichtet: „Jeden Mittwoch betreuen wir eine zehnköpfige Schulklasse im Jugendhaus La Vida. Heute haben sie sich den Ausflug auf das Volksfest gewünscht.“

Karussell, Dosen werfen, Trampolin

Die Sitzreihe des „Tropical Trip“ ist komplett besetzt. Wer Dosen werfen möchte, muss sich in eine Schlange einreihen und warten. „Bei mir läuft es absolut nicht schlecht dieses Jahr“, sagt Schausteller David Agtsch. Der 35-Jährige weiß allerdings von den Klagen mancher Kollegen. „Das Fest ist insgesamt nicht so gut besucht.“ Man müsse als Schausteller aber „das Beste aus allem machen“, sagt Agtsch – und reicht dem sechsjährigen Valentin Bauer drei Stoffbälle. 

Der junge Wolfratshauser zielt gut: Er räumt über die Hälfte der Dosenpyramide vom Brett und kassiert einen kleinen Preis. „Davor war ich im Bayern-Lift und bin schon auf dem Trampolin gesprungen.“ Für den Valentin und seinen gleichaltrigen Freund war es der erste Ausflug auf das Wolfratshauser Fest in diesem Jahr.

Marktmeister Bernwieser ist mit dem Besuch am Familientag zufrieden. Gemeinsam mit den Fieranten hat er sich spontan zu einer Wiederholung entschlossen: Am Freitag von 14 bis 18 Uhr gibt es erneut besondere Angebote und reduzierte Preise auf dem Volksfestplatz. Das Fest läuft bis Sonntag, 2. Juli, täglich von 12 bis 22 Uhr.

Dominik Stallein

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sicherheit geht vor
Die Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen (WBV) hat ihre Mitglieder zu einer praktischen Arbeitssicherheits-Schulung mit Thomas Hobmeier vom Amt für Ernährung, …
Sicherheit geht vor
Einbrecher vor der Grenze geschnappt
Egling - Da war wohl Kommissar Zufall am Werk: Ein Pole, der kurz zuvor in ein Eglinger Geschäft für Motorgeräte eingebrochen war, wurde kurz vor der Grenze geschnappt. …
Einbrecher vor der Grenze geschnappt
Zickenkrieg auf dem Damenklo
Zwei junge Frauen waren eigentlich mal befreundet - bis sich die eine mit der falschen anfreundete. Nach einer Rangelei auf der Damentoilette trafen sich die drei nun …
Zickenkrieg auf dem Damenklo
Sturm zerstört Bienenhaus - jetzt müssen die Bienen umziehen
Durch Sturmböen wurde das Bienenhaus von Lehrer Richard Neumeier schwer beschädigt. Jetzt versucht er mit Freiwilligen zu retten, was noch zu retten ist. Denn das …
Sturm zerstört Bienenhaus - jetzt müssen die Bienen umziehen

Kommentare