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Hohes Defizit trotz voller Ränge: Auch das Flussfestival 2017 war Thema beim Arbeitskreis der CSU. 

Kommunalpolitischer Arbeitskreis der CSU 

Vom Dienstsiegel-Mysterium bis zur Surfwelle - Kaum einen interessiert‘s

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Nur wenige Bürger kommen zur offenen Arbeitskreis-Sitzung der örtlichen CSU, um über lokalpolitische Themen zu diskutieren.  

Wolfratshausen– Kommunalpolitische Info-Abende, im Volksmund Stammtische genannt, sind längst keine Kassenschlager mehr. Der gemeine Bürger, das heißt der potenzielle Wähler, glänzt zunehmend durch Abwesenheit. Das musste kürzlich auch Stadträtin Claudia Drexl-Weile zur Kenntnis nehmen. Sie hat wie berichtet den Kommunalpolitischen Arbeitskreis der CSU wiederbelebt. Die öffentlichen Sitzungen des Gremiums sollen Otto Normalverbraucher die Möglichkeit geben, sich mit Hintergrundinformationen zur Stadtpolitik zu versorgen – und einfach mal so bei den Damen und Herren Räten nachzuhaken, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Das Dilemma: Neben CSU-Mandatsträgern, Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD), seiner Ehefrau Ingrid (Werbekreischefin) sowie dem Vorsitzenden des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW), Hans-Werner Kuhlmann,fanden weniger als fünf Wolfratshauser den Weg ins Wirtshaus Flößerei. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Sozialdemokraten, Grüne und Bürgervereinigung müssen in der Regel auch keine großen Säle reservieren.

Da „der Bürger“ im Kommunalpolitischen Arbeitskreis zunächst auch keine Fragen stellt, spielen sich CSU-Vorstand und -Stadträte die Bälle erst selbst zu. Das im Rathaus verschwundene Dienstsiegel macht die Runde, doch weder Rätin Drexl-Weile noch ihre Amtskollegen Alfred Fraas und Peter Plößl wollen das Mysterium, das mutmaßlich zur fristlosen Kündigung einer langjährigen Rathausmitarbeiterin geführt hat, öffentlich aufklären. „Wir haben da keine Informationen“, sagt Drexl-Weile. „Ich kann dazu nichts sagen“, stellt Fraas fest.

Zweimal versucht Drexl-Weile, mit Hinweis auf das 220 000-Euro-Defizit beim Flussfestival 2017 Schwung in die Debatte zu bringen. Ihr Vater, Ex-CSU-Ortsvorsitzender Armin Drexl, sekundiert: „Was gedenkt der Bürgermeister in puncto Flussfestival-Defizit zu tun?“ Rathauschef Klaus Heilinglechner kann die Frage selbst nicht beantworten, weil er nicht anwesend ist – die am Tisch sitzenden CSU-Stadträte offenbar auch nicht. „Ihr solltet da noch mal nachfragen“, bittet Drexl.

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Schließlich erhebt doch ein Bürger seine Stimme. Das Thema des Ingenieurs im Ruhestand: die in Weidach geplante künstliche Surfwelle. Konkret: Wo sollen die Surfer parken? Dass die Kommune zu diesem Zweck ein Grundstück pachten will, ist zwar schon mehrfach betont, aber offensichtlich noch nicht von jedem zur Kenntnis genommen worden. Stadtrat Fraas ergänzt, dass das Gros der Wellenreiter mutmaßlich mit dem Rad oder per pedes apostolorum, sprich zu Fuß kommen wird. Plößl weiß inzwischen aus eigener Erfahrung, dass „so ein Ding“, vulgo Surfbrett, „nichts wiegt“ und somit leicht mit dem Drahtesel transportiert werden kann.

Hobby-Politiker Heinz Wensauer, Dauergast an diversen Stammtischen, sorgt sich um die Kosten des deutschlandweit einmaligen Projekts. Immerhin sei ja erst kürzlich bekannt geworden, dass bislang Nettozahlen kommuniziert worden sind. Die Folge: Statt des 2016 bewilligten Zuschusses von 100 000 Euro muss die Kommune nun rund 177 000 Euro (brutto) auf den Tisch legen. Weitere Kostensteigerungen, das berichtet Fraas, „sind nicht in Sicht“. Noch weitere Fragen, lieber Bürger? Nein. Drexl-Weile: „Dann vielen Dank und guten Heimweg“.

cce

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