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Thorsten Thane in seinem Tinyhouse.
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Eigenheim auf vier Rädern: Thorsten Thane baut sich einen alten Zirkuswagen zum Tinyhouse um. Rechts soll einmal die Küche stehen.

„Ich mag es, wenn Gegenstände Geschichten erzählen.“

Vom Zirkuswagen zum Tinyhouse: Waldramer baut sich Eigenheim - auf 25 Quadratmetern

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Der große Traum vom Eigenheim: Für Thorsten Thane (48) wird er bald Wirklichkeit. Auf 25 Quadratmetern baut sich der Waldramer aus einem alten Zirkuswagen ein Tinyhouse. Jetzt fehlt ihm nur noch ein Stellplatz.

  • Waldramer Thorsten Thane hat sich aus einem alten Zirkuswagen ein Tinyhouse gebaut.
  • Fast alles in seinem künftigen Eigenheim hat er selbst gebaut.
  • Jetzt fehlt Thorsten Thane nur noch ein Stellplatz.

Waldram – Betritt man Thorsten Thanes restaurierten Zirkuswagen, steigt einem als erstes der unverkennbare Geruch von frisch verarbeitetem Holz in die Nase. Auf den 25 Quadratmetern erfüllt sich der Waldramer gerade seinen Traum vom Eigenheim. Vor zwei Jahren kaufte er den elf Meter langen Wagen aus Aluminium. Bis auf das Fahrgestell riss der 48-Jährige alles ab – und restaurierte es neu.

Waldramer baut sich aus altem Zirkuswagen ein Tinyhouse

Ein Blick ins Wageninnere zeigt: Bis auf die fehlende Einrichtung ist inzwischen fast alles fertig. Thane steht in der Mitte des lichtdurchfluteten Raums und blickt sich stolz um. „Die Wände muss ich noch streichen oder tapezieren. Dämmung und Außenfassade fehlen auch noch. Dann ist es fertig.“ Er zeigt mit dem Finger nach rechts, in den künftigen Wohnbereich. Ganz genau weiß er, wie alles einmal aussehen soll: Neben die Eingangstüre kommt ein Pellet-Holzofen, in die Ecke ein Schlafsofa und an den Holzbalken ein herunterklappbarer Fernseher.

Für die kleinen Häuser setzt sich Thane schon länger ein. Doch zu seinem außergewöhnlichen Tinyhouse inspirierte den Waldramer der amerikanische Kult-Film „Harold und Maude“. Dort lebt Protagonistin Maude in einem Eisenbahnwaggon. „Das hat mir echt gut gefallen. So etwas wollte ich unbedingt auch.“ Da die Waggons aber eher unhandlich sind, entschied sich der Selbstständige für den Zirkuswagen.

Der künftige Wohnbereich: Rechts im Bild ist der Anschluss für den Pelletofen zu sehen.

Jetzt deutet er mit dem Kopf nach links, auf den Küchenbereich. „Die Küchenzeile habe ich aus einer Werkbank gebaut. Und der Ofen kommt aus dem Schiffsbau, der läuft mit Bioethanol“, verrät er zufrieden. „Das ist also supernachhaltig.“ Thane ist weder gelernter Schreiner noch Zimmermann. „Aber zu 96 Prozent habe ich alles selbst gebaut.“

Was er nicht wusste, schaute er sich auf YouTube-Videos an – und probierte es einfach aus. Eine große Herausforderung erwartete ihn gleich am Anfang: das Aufstellen von Dach und Wänden. „Dieser Schritt musste am Stück erledigt werden, solange es nicht regnet.“ Drei Tage schuftete er mit ein paar Helfern durch – dann war es geschafft.

Ich mag es, wenn Gegenstände Geschichten erzählen.

Thorsten Thane

Über einen schmalen Gang geht es in den Schlafbereich. Davor führt eine Schiebetüre ins Bad: Eine Trockentrenntoilette mit Route-66-Klodeckel auf der einen Seiten, gegenüber Dusche und Waschbecken. Besagte Schiebetüre hat übrigens Popularitätscharakter: Sie ist eine aussortierte Filmrequisite aus dem Filmstudio der Krimiserie „Hubert ohne Staller“. „Die Tür war völlig schrott, aber mir hat sie so gefallen, dass ich sie restauriert habe“, erzählt Thane, der im Filmbereich arbeitet. „Ich mag es, wenn Gegenstände eine Geschichte erzählen.“

Seit der 48-Jährige für sein Tinyhouse den ersten Balken zugeschnitten hat, sind schon rund drei Monate vergangen. Doch der Eigenbau bringt auch Vorteile mit sich: „Ich weiß genau, wo welches Teil eingebaut ist.“ Auch finanziell zahlt sich Thanes Engagement aus: „Wenn ich einziehe, hat mich das Tinyhouse etwa 20 000 Euro gekostet.“

Jetzt fehlt Thane nur noch ein Stellplatz

Apropos Einzug, der Schlüssel zum Glück fehlt ihm noch: ein Stellplatz. „Theoretisch könnte ich Ende September einziehen. Aber das mit der Genehmigung ist wahnsinnig kompliziert“, gesteht Thane. Auf Facebook startete er einen Suchaufruf für ein Baugrundstück zur Pacht oder einen größeren Garten. „Vielleicht hat jemand einen großen Garten und schafft es nicht mehr alleine. Da kann ich gerne helfen.“

Erste Reaktionen: „Einige haben mir geschrieben, dass sie zwar nichts Passendes haben, aber dass sie das toll finden und mir viel Glück wünschen.“ Auch eine sehr vielversprechende Nachricht war dabei. „Wer weiß, vielleicht habe ich meinen Standort bald gefunden.“ Mehr möchte er jedoch noch nicht verraten.

Thorsten Thane setzt sich schon lange für Tinyhouses ein. Letzten Sommer kämpfte er für ein Tiny-House-Dorf in der Geltinger Ziegelei. Doch vom Geretsrieder Stadtrat gab es eine Absage.

kof

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