Das Praxisteam: (v. li.) Nicole Dissinger, Matthias Krieg und Tian Tian Krieg-Wu.
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Das Praxisteam: (v. li.) Nicole Dissinger, Matthias Krieg und Tian Tian Krieg-Wu.

Internist Matthias Krieg übernimmt die Praxis von Dr. Rohrer

Von der Akutmedizin in die Hausarztpraxis

  • Clara Wildenrath
    vonClara Wildenrath
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Für Matthias Krieg ist es eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Der Internist übernimmt die Wolfratshauser Hausarztpraxis von Dr. Eberhard Rohrer. Nur wenige Meter davon entfernt ist Krieg aufgewachsen.

Wolfratshausen – Für Matthias Krieg fühlt es sich an, als wäre er zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Nur ein paar Straßen entfernt von seiner neuen Praxis ist er aufgewachsen. Deren früherer Inhaber Dr. med. Eberhard Rohrer war viele Jahre lang der Hausarzt seiner Mutter. Als er sich zur Ruhe setzen wollte, wünschte er sich Krieg als Nachfolger. Seit Anfang des Jahres leitet der 44-jährige Internist die Praxis in der Nähe des S-Bahnhofs.

Nach seinem Medizinstudium kam Krieg 2013 als Assistenzarzt zur Krankenhaus-GmbH Weilheim-Schongau. Dort legte er 2020 auch die Facharztprüfung für Innere Medizin ab. „Ich komme aus der Akutmedizin“, sagt der Wolfratshauser. In der Klinik habe er viel in der Notaufnahme und auf der Intensivstation gearbeitet. Von dieser Erfahrung profitiere er jetzt, erklärt er: Er habe einen Blick für Symptome, die zum Beispiel auf einen drohenden Herzinfarkt hindeuten, und könne seine Patienten oft gleich mit der richtigen Diagnose in die Klinik schicken.

Viel häufiger hat er es als Hausarzt aber mit alltäglichen Erkrankungen zu tun – Erkältungen oder Hautausschlägen. Viele Corona-Tests waren in den letzten Monaten dabei. Auch Diabetes-Patienten betreut er, bis sie Insulin benötigen. Kompliziertere Fälle überweist er an die benachbarte diabetologische Schwerpunktpraxis. „Da funktioniert die Zusammenarbeit toll“, freut sich Krieg.

Dr. Rohrer, der die Praxis 25 Jahre lang führte, habe sehr große Fußstapfen hinterlassen, räumt Krieg ein. „Viele Patienten vermissen ihn.“ In den ersten zwei Monaten nach der Übernahme half sein Vorgänger noch als angestellter Arzt mit. „Aber er musste aus gesundheitlichen Gründen leider inzwischen aufhören“, bedauert der 44-Jährige. Froh ist er, dass Sprechstundenhilfe Manuela Schönherr der Praxis erhalten blieb: „Sie kennt alle Abläufe aus dem Effeff.“ Unterstützt wird sie von Neuzugang Nicole Dissinger an der Rezeption und Kriegs Ehefrau Tian Tian, die Krankenschwester ist. Mittelfristig will auch ein Studienkollege Kriegs einsteigen: „Er bringt viel Erfahrung aus der Neurologie mit und kann unser Portfolio erweitern, zum Beispiel auf dem Gebiet von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen.“

Ein Manko hat die Praxis im Moment: Sie liegt im ersten Stock, ist nur über Treppen erreichbar. „Das ist für viele ein Problem“, so Krieg. Deshalb will er umziehen. Ab Juli, so hofft er, kann er seine Patienten barrierefrei im Erdgeschoss behandeln. Die neuen Räume liegen nur 100 Meter weiter, gegenüber dem Kino – ganz in der Nähe seines Elternhauses.

cw

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