+
Volle Biertische auf dem Marienplatz: Das Wolfratshauser Wirtefest war gut besucht. 

Ausgelassene Stimmung in der Altstadt

Von wegen tote Hose: Ein Streifzug über das zweite Wolfratshauser Wirtefest

Volle Biertische, Livemusik und glückliche Besucher: Am Samstag fand in der Loisachstadt zum zweiten Mal das Wirtefest statt. 

Wolfratshausen– Bis nach Mitternacht tanzen die Leute vor Chili’s Tex-Mex-Bar auf der Königsdorfer Straße zu Salsa-Klängen. Um den Verkehr vorbeizuleiten, haben sie kurzerhand Warndreiecke aufgestellt. Gegen den kleinen Hunger brät Grillmeister Michael Bum im Smoker „Alpenburger“. Lokalinhaber Stefan „Jason“ Thalhammer kommt mit dem Cocktailmixen kaum nach.

Derart ausgelassene Stimmung herrscht im gesamten Markt und teilweise auch in den Locations außerhalb beim zweiten Wolfratshauser Wirtefest am Samstag, organisiert von Stadt und Gastronomen. Junge und Ältere, Wolfratshauser und Besucher aus den Nachbargemeinden genießen den perfekten lauen Herbstabend, der laut Mitteilung der Polizei am nächsten Tag weitestgehend friedlich verlief.

Wirtefest in Wolfratshausen: Jung und Alt genießen lauen Herbstabend

Die städtische Kulturmanagerin Marlene Schretzenmaier, die gegen 19 Uhr, als noch wenig los ist, mit ihrer Vorgängerin Marion Klement über den Obermarkt bummelt, befürchtet, es könnten zeitgleich zu viele andere Veranstaltungen in der Umgebung stattfinden. Doch mit Einbruch der Dunkelheit füllen sich die teilnehmenden Gaststätten und Cafés, hören die Besucher mit einer Bügel-Bierflasche in der Hand an Stehtischen den Bands zu.

Zum Beispiel auf dem Marienplatz, wo ab 20 Uhr „4+x“ die Bude rockt. Seit eineinhalb Jahren spielen Alexander und sein Vater Helmut Wittke, Klaus Burger, Uli Jobst, Markus Klein, Oliver Riedl und Carina Beridze zusammen. Soul, Rock, Blues, aber auch Latin, alles originell arrangiert, umfasst ihr Repertoire. Am liebsten seien ihnen die Eigenkompositionen, sagt Bassist Alexander. Die kommen beim Wolfratshauser Publikum auch gut an.

Musik zur Entspannung: Die „Easy Riders“ spielten vor der Bäckerei Burger. 

Ins Löwenbräu hat die Kultband „G-mahde Wies’n“ ihre Fans mitgebracht. Vor der Bäckerei Burger lassen die „Easy Riders“ Klassiker wie „Das bisschen Haushalt“ aufleben. Die Generation Ü 50 singt vergnügt mit. Leisere Töne schlägt die Singer-Songwriterin Luna in der Tagesbar im Wirth-Haus an. Junge Frauen und Männer nippen dazu an ihrem Aperol Sprizz oder einem Glas Wein und essen Häppchen.

Kaum ein Platz zu bekommen ist in der am Tag zuvor erst neu eröffneten Burgschenke im Humplgassl (siehe Bericht unten). Passend zum mittelalterlichen Ambiente singt der Barde „Graufalke“ Balladen. Die Stadträte Alfred Fraas und Günther Eibl lassen sich in dem urigen Gemäuer einen Met schmecken.

Wolfratshauser Wirtefest:  Burgschenke platzt aus allen Nähten

Inzwischen ist es 21 Uhr. Im Biergarten der Flößerei wurde vor der Bühne der Party-Band „Oans no“ eine Tanzfläche auf dem Kies freigeräumt. Die Mischung aus Balkanbeats und bajuwarischem Sound lockt selbst jene aus der Reserve, die nur gemütlich eine der eigens am Samstag servierten Spezialitäten vom amerikanischen Rind probieren wollten.

Mal schauen, was außerhalb der Altstadt geboten ist. Mit dem kostenfreien Oldtimer-Bus geht es zunächst ins Landhaus-Café. Auch hier sind alle Tische im Freien besetzt, die Formation „Gaudi Box“ sorgt für gute Laune. Wer nicht groß etwas konsumieren möchte, holt sich eine Bratwurstsemmel vom Stand. Auf Snacks setzen auch andere Wirte, wie zum Beispiel Rita Schmid vom Kaffee Ratscherl, die Bruschetta und italienische Vorspeisen zum Bellini reicht. „Die Gäste wollen ja ihr Stempelheft voll bekommen, indem sie überall ein bisschen was essen und trinken“, sagt Schmid lachend. Wer sechs Stempel hat, nimmt an einem Gewinnspiel teil. Es ist nicht schwer, das an einem langen Abend wie diesem, noch dazu mit Gratis-Fahrservice, zu schaffen.

Wirtefest in Wolfratshausen: Gratis Fahrservice und Livemusik

Pünktlich ist der Shuttle zwar nicht, aber das stört keinen. Katharina und Axel Laminet finden, es würde nur eine Art Stadtbus vom Wirtefest in die Wohngebiete fehlen. Doch so radeln sie eben zum Schluss nach Hause. „Aber das Fest ist toll, echt. Das Konzept mit 0,3-Liter-Bierflaschen und Fingerfood überall ist ideal“, sagt Axel Laminet.

Es ist 22.30 Uhr geworden, und in der Trattoria „Da Nonno“ in der Pupplinger Au herrscht Hochbetrieb zu Live-Musik. „Wir haben viele Stammgäste, aber viele haben uns auch zum ersten Mal besucht, was uns freut“, sagt Bedienung Ipek Büyüker. Profitiert haben am Ende sicher alle vom zweiten Wolfratshauser Wirtefest – Veranstalter wie Besucher. Von wegen tote Hose in der Loisachstadt.

Auch schon 2018 war das Wirtefest in der Loisachstadt ein voller Erfolg. 

tal

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Grünen-Abgeordneter wirft Google-Fahrer Angriff vor - Video zeichnet alles auf - Google widerspricht
Hans Urban stieß auf seinem Hof mit einem Google-Street-View-Auto zusammen. Der Grünen-Abgeordnete erstattete Anzeige wegen Körperverletzung. Doch die Kamera lief mit …
Grünen-Abgeordneter wirft Google-Fahrer Angriff vor - Video zeichnet alles auf - Google widerspricht
Stadt Wolfratshausen plant Alkoholverbot an der alten Floßlände
Die Ruhestörungen und Schlägereien nehmen an der alten Floßlände langsam überhand. Jetzt will die Stadt gegensteuern - mit einem Alkoholverbot.
Stadt Wolfratshausen plant Alkoholverbot an der alten Floßlände
Keval Gruppe feiert Richtfest am Loisachbogen
Am Loisachbogen entstehen derzeit vier Reihenhäuser, die ideal für Familien sind. Vor wenigen Tagen wurde Richtfest gefeiert.  
Keval Gruppe feiert Richtfest am Loisachbogen
Ein Baumsetzling für Frischvermählte ?
Die CSU hat eine Idee, was man einem jungen Paar zur Hochzeit schenken könnte: einen Baumsetzling. Doch Bürgermeister Klaus Heilinglechner ist skeptisch. 
Ein Baumsetzling für Frischvermählte ?

Kommentare