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Seit September 2014 elektrisch unterwegs: Wolfratshausens Rathauschef Klaus Heilinglechner in seinem Dienstfahrzeug, einem BMW i3.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner fährt ein Elektroauto

Vorbild bei der E-Mobilität

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Elektroautos setzen sich nur allmählich durch. Viele Bürgermeister testen die Gefährte als Dienstwagen. Die Meinung, etwa des Wolfratshauser Bürgemeistgers Klaus Heilinglechner: Unbedingt empfehlenswert. 

WolfratshausenDie Vorurteile sind mannigfaltig: zu geringe Reichweiten, zu komplizierte Technik, zu wenige Strom-Tankstellen und vor allem viel zu teuer. So richtig angekommen ist die E-Mobilität noch nicht in diesem Land. Etwas mehr als 34 000 E-Autos kurvten Anfang Januar 2017 auf Deutschlands Straßen umher. Das sind zwar 10 000 mehr als zum vergleichbaren Zeitpunkt des Vorjahres. Doch um das sportliche Ziel der Bundesregierung – sie will bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen – zu erreichen, bedarf es schon eines mittlereren Wunders.

Wolfratshausens Rathauschef Klaus Heilinglechner findet das schade. Seit knapp drei Jahren erledigt er alle Dienstfahrten in einem BMW i3. Er gehört damit im nördlichen Landkreis zu den e-mobilen Bürgermeistern der ersten Stunde – und genießt „dieses Autoscooter-Feeling“, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Man fahre wesentlich entspannter, schwärmt der 50-Jährige, „sobald du Gas raus nimmst, bremst der Motor schon. Die eigentliche Bremse braucht man kaum.“

Genügend Saft für Strecken bis Tölz und München

Im Job als Rathauschef ist auch die Reichweite kein Problem. Die Batterien des Wagens mit dem 125 Kilowatt leistenden Elektrotriebwerk spendieren Saft für rund 150 Kilometer. München und Bad Tölz beispielsweise sowie die umliegenden Gemeinden liegen also locker innerhalb der Reichweite. Sollte der Weg einmal weiter sein, schaltet der Wolfratshauser Bürgermeister den so genannten Range Extender zu: ein von einem Neun-Liter-Tank genährter Zwei-Zylinder-Reihenmotor, der die Akkus während der Fahrt nachlädt. Mit dem Benzinmotörchen verdoppelt sich die Reichweite ungefähr.

Strom zapfen kann der Rathauschef auf dem Loisachhallen-Parkplatz, und auch am Rathaus gibt es eine Außensteckdose. „Am praktischsten“ ist es für ihn jedoch „nach Feierabend zu Hause“, sagt der ehemalige Landwirt. Immerhin acht Stunden sind nötig, um leere Akkus komplett aufzuladen.

Auch privat liebäugelt er mit einem Elektroauto

Umstellen musste sich Heilinglechner allerdings schon, als er die ersten Kilometer in seinem E-Mobil abspulte. „Man hört selber kaum etwas vom Motor, das ist schön. Aber du musst berücksichtigen, dass Radfahrer und Fußgänger dein Auto ebenfalls nicht hören.“ Es gelte also vorausschauender zu fahren als mit einem analogen Wagen. Auf der anderen Seite sei der „Sinn und Zweck“ eines Elektroautos „auch der Emissionsschutz. Und das gilt nicht nur für die Abgase, sondern auch für den Lärm.“

Heilinglechner ist der ökologische Gedanke sehr wichtig. Er hält ihn hoch in seinem erlernten Beruf als Landwirt – und eben in seiner Mobilität und im Privatleben. Sein eigener VW-Bus sei zwar „praktisch, gerade wenn ich mal die Fahrräder mitnehme“, räumt der Rathauschef ein. „Aber ein reineres Gewissen habe ich, wenn ich den i3 fahre.“ Deshalb denkt er durchaus darüber nach, sich privat ein Elektroauto zuzulegen – ebenso sein Schwager. „Auch als Zweitwagen wäre das eine Alternative“, sagt der 50-Jährige und spinnt die Idee weiter: „Man könnte über E-Carsharing nachdenken, dann wäre die Anschaffung leichter zu stemmen.“ Klaus Heilinglechners Fazit nach drei Jahren elektrifizierter Dienstfahrten fällt jedenfalls nur positiv aus: „Ich bin begeistert.“

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