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Steht ein Reh auf der Fahrbahn, „sollte man langsam heranfahren und versuchen, das Tier durch Hupen zu verscheuchen“, rät Markus Feigl von der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen. Komme es dennoch zu einem Zusammenstoß, müsse sofort die Polizei oder der nächste Jäger verständigt werden. Keinesfalls dürfe ein totes oder verletztes Tier mitgenommen werden.

Vorsicht, die Rehe rennen wieder

Achtung Autofahrer: Vermehrt Wildwechsel

Bad Tölz-Wolfratshausen - Wer dieser Tage mit dem Auto unterwegs ist, kann im Radio vermehrt die Nachricht hören: „Achtung, es befinden sich Rehe auf der Fahrbahn.“ Das hat einen biologischen Hintergrund.

Das schreibt Markus Feigl von der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen in einer Pressemitteilung. Derzeit bringen Rehgeißen und andere Wildtiere ihren Nachwuchs zur Welt. „Um Lebensraum für die jungen Kitze zu schaffen, werden die nunmehr erwachsenen Jungtiere von der Mutter vertrieben – was manchmal in einer kopflosen Flucht endet“, berichtet Feigl weiter. Autofahrer sollten deshalb möglichst vorausschauend und langsam in den mit „Achtung, Wildwechsel“ gekennzeichneten Gebieten fahren. Steht ein Reh auf der Fahrbahn, rät der Pressebeauftragte, „sollte man langsam heranfahren und versuchen, das Tier durch Hupen zu verscheuchen“. Sollte es doch zu einem Zusammenstoß kommen, sei sofort die nächste Polizeidienststelle oder der nächste Jäger zu verständigen. Auf keinen Fall dürfe das tote oder verletzte Tier mitgenommen werden, mahnt Feigl.

Die Jägerschaft appelliert an Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Hundebesitzer, mehr Rücksicht auf die Tiere in Wald und Flur zu nehmen. Wildtiere reagieren in der Zeit, in der sie ihren Nachwuchs zur Welt bringen, besonders sensibel auf Störungen. Jungtiere und hochträchtige Rehgeißen würden zudem zu einer leichten Beute für freilaufende Hunde. Diese müssten daher in Wald und Flur an der Leine geführt werden. „Wer einmal die Bilder einer von Hunden gerissenen Rehgeiß mit zum Teil noch lebenden Kitzen im Bauch gesehen hat, wird schmerzlich erkennen, dass der Mensch für dieses Leid die Verantwortung trägt“, betont Feigl. Zudem reduziere das Anleinen das Risiko einer Übertragung von Parasiten und Wildseuchen, wie etwa Tollwut. Schließlich könnten angeleinte Hunde nicht unkontrolliert die Kadaver toter Tiere fressen.

Markus Feigl weist in seinem Schreiben außerdem auf die Gefahren für Rehkitze durch die Heumahd hin, die aktuell wieder ansteht. Landwirte sollten den Revierpächtern frühzeitig Bescheid geben, „damit Maßnahmen ergriffen werden können, die in den Wiesen liegenden Rehkitze vor dem Mähwerk zu retten“.

red

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