+
Im Wald wird mit schwerem Gerät gearbeitet, und immer wieder stürzen Bäume um. Das ist und bleibt gefährlich. 

Passanten werden immer unvorsichtiger

Vorsicht, Waldarbeiten!

  • schließen

Waldarbeiten sind und bleiben gefährlich. Deshalb sehen es Förster und Waldbesitzer mit großer Sorge, dass Passanten Hinweise oder Absperrbänder immer öfter ignorieren. Erst kürzlich starb aus genau diesem Grund eine Frau. 

Wolfratshausen – Der Wald kann ein tückischer Ort sein. Vor etwa zwei Wochen kam eine Radfahrerin nahe Icking auf tragische Weise ums Leben. Sie wurde von einem just gefällten Baum erschlagen. Die vierfache Mutter hatte offensichtlich eine Absperrung missachtet, die zwei Forstarbeiter errichtet hatten (wir berichteten). Der Unfall hat laut Robert Nörr, seit 2005 Wolfratshauser Revierförster, „die gesamte Forstcommunity tief bestürzt“. Auch Johann Killer, seit zehn Jahren Chef der Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen (WBV), ist betroffen über den ersten Todesfall seit Langem in einem Gehölz dieser Region. Bislang ist glücklicherweise wenig passiert. Das erstaunt. Denn dass sich Spaziergänger und Radfahrer leichtsinnig über Ge- und Verbote hinwegsetzen, kommt laut Nörr „relativ häufig“ vor. Mehrheitlich seien die Waldbesucher zwar vernünftig, „aber leider nicht alle“.

Die Vorschriften für die Forstarbeiter sind klar

Die Vorschriften für die Forstarbeiter sind hingegen klar formuliert. Sie müssen den Bereich, in dem sie fällen, mit Flatterband, Fähnchen und Schildern, die auf Lebensgefahr hinweisen, abriegeln – und das mindestens zwei Baumlängen entfernt rund um den Fällort. Ist der Sektor „schwer einsehbar, etwa durch Jungbewuchs, müssen wir zudem Posten aufstellen“, sagt Nörr. In der Realität nehmen Erholungssuchende diese Maßnahmen nicht immer ernst. Gerade Ortsunkundige würden ihren Weg „oft unbeirrt“ fortsetzen und sogar ausgeschilderte Umleitungen nicht annehmen. Warum, darüber kann Nörr nur spekulieren: „Vielleicht haben sie Angst, sich zu verlaufen. Vielleicht ist es einfach nur Bequemlichkeit.“

Gerade Ortsunkundige lassen sich oft nicht beirren

Bisweilen ist es auch Dreistigkeit. Nörr und Killer wissen von Holzfällungen am Straßenrand, bei denen Autofahrer mobile Ampeln, fähnchenschwingende Arbeiter und sogar Polizisten frech ignorierten. Und erst im Februar sei im Münchner Westen ein Jogger komplett ausgerastet, sagt Killer. „Er hat einen Stein auf einen Förster geworfen, der dienstlich in seinem Auto unterwegs war.“ Der Brocken durchschlug die Seitenscheibe und verfehlte den Kopf des Waldhüters knapp. Auch herrscht ein rauer Umgangston im dunklen Tann. Ihre Ignoranz toppen uneinsichtige Spaziergänger nicht selten mit „dem Stinkefinger, wüsten Beschimpfungen und Drohungen bis hin zu einem ,I bring’ di um‘“, sagt der 55-jährige Altkirchner. „Dabei bringen sie mit ihrem Verhalten vor allem ihr eigenes Leben in Gefahr.“

Die Wege dienen vor allem der Bewirtschaftung

Wälder gelten im dicht besiedelten Deutschland als Rückzugsorte. Ob Wanderer, Jogger, Mountainbiker, Geocacher – immer mehr Menschen suchen Erholung in den schatten- und sauerstoffspendenden Oasen. Der Freizeitdruck ist enorm. Robert Nörr bestätigt diesen Trend: „Die Frequenz im Wald nimmt zu.“ Viele würden jedoch vergessen, dass der Forst jemandem gehört, der ihn pflegen muss. Auch wenn ein generelles Betretungsrecht gilt: „Die Wege wurden in erster Linie für die Waldbewirtschaftung angelegt und nicht für Erholungssuchende“, stellt der Revierförster klar. Die Spielregeln bestimmt der Eigentümer: Wer sich nicht an sie hält, dem droht rechtmäßig „ein Platzverweis“. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Einbruch am Neuen Platz: Juwelier ausgeräumt
Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro wurden in der Nacht auf Freitag bei einem Juwelier am Neuen Platz gestohlen. Mindestens zwei Einbrecher legten Wert auf …
Einbruch am Neuen Platz: Juwelier ausgeräumt
Frau bremst für Rettungswagen: 3500 Euro Schaden
Eine 54-Jährige hat am Donnerstagmittag für einen entgegenkommenden Rettungswagen gebremst. Die Folge: Ein Auffahrunfall.
Frau bremst für Rettungswagen: 3500 Euro Schaden
Kawasaki rutscht gegen Porsche: 7000 Euro Schaden
Ein riskantes Überholmanöver führte am Donnerstagnachmittag zu einem Unfall in Dietramszell. Der Verursacher interessierte sich dafür nicht.
Kawasaki rutscht gegen Porsche: 7000 Euro Schaden
XXX Lutz: Geduld ist gefragt
Der Branchenriese aus Österreich, XXX Lutz, wird in Wolfratshausen ein Möbelhaus und eine Mömax-Filiale eröffnen. Beim Blick auf das ehemalige Möbel-Mahler-Areal am …
XXX Lutz: Geduld ist gefragt

Kommentare