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Mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigte sich der Kreisverband der Europa-Union.

Vortrag bei der Europa-Union

Europäische Asylpolitik: "Die Solidarität fehlt"

Wolfratshausen – „Die Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik“: Zu diesem Thema hielt Thorsten Kerl kürzlich im Wirtshaus Flößerei einen Vortrag. Der Studienleiter der Europäischen Akademie Bayern sprach auf Einladung des Kreisverbands der Europa-Union.

Thorsten Kerl, Studienleiter der Europäischen Akademie Bayern.

Laut einer Pressemitteilung des Kreisverbands-Vorsitzenden Jürgen Göbel sprach der Referent unter anderem die Dimension der weltweiten Flüchtlingsproblematik an. Außerdem erläuterte Kerl die Aufnahmerichtlinien für Flüchtlinge. Die Zahl von Asyl-Erstanträgen sei in der Europäischen Union von 2014 auf 2015 von 562 000 auf 1 255 000 angestiegen, führte der Studienleiter weiter aus. Interessant sei in diesem Zusammenhang, dass die Anzahl von Asylbewerbern je eine Million Einwohner im dritten Quartal 2015 in Ungarn mit etwa 11 000 mit weitem Abstand am höchsten war. Im Vergleich dazu lag Deutschland auf Platz fünf mit lediglich 1334 Asylbewerbern.
 
Auch auf die Europäische Grenzschutzagentur Frontex, Fortschritte bei den Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU und erleichterte Einreisebestimmungen für türkische Bürger in die EU ging Kerl ein. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Türkei wegen ihrer Behandlung von Flüchtlingen und Verletzung von Menschenrechten. Zum Ende seines Referates stellte Thorsten Kerl die Frage: „Wie geht es weiter ?“ 2016 seien mehr Flüchtlinge als 2015 zu erwarten. Die fehlende Solidarität in der Europäischen Union behindere bisher den Weg hin zu einer Lösung des Flüchtlingsproblems.

Die anschließende Diskussionrunde ließe sich laut Jürgen Göbel mit dem Satz „Das Flüchtlingsproblem wird Europa noch über Jahre hinaus beschäftigen“ zusammenfassen. Die Zuhörer verliehen ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die EU trotz des enormen Drucks ihre über die vergangenen 70 Jahre mühsam erkämpfte Freiheit in Frieden bewahre und zu einer verstärkten Integration finde.

mmg

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