Viel zu viel getrunken hatte ein Wackersberger, als er sich ans Steuer seines Wagens setzte.
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Viel zu viel getrunken hatte ein Wackersberger, als er sich ans Steuer seines Wagens setzte.

Gerichtsurteil 

Nach Feier: Autofahrt mit 2,8 Promille

  • vonRudi Stallein
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Ein Mann aus Wackersberg wurde vergangenes Jahr mit über 2,5 Promille hinterm Steuer seines PKW‘s von der Polizei gestoppt. Im Gerichtsverfahren zeigte er sich einsichtig. 

Wackersberg/Wolfratshausen – Das Ergebnis der Blutprobe war auch für den Pkw-Fahrer selbst erschreckend: 2,77 Promille. Mit diesem Wert saß ein Wackersberger (53) am 8. August vorigen Jahres am Steuer seines Fahrzeugs – auf dem Heimweg von einer Geburtstagsfeier bei Bekannten, zwischen Königsdorf und Wackersberg. Der Vorfall zeigte Wirkung: Danach machte sich der Mann umgehend an die Aufarbeitung seines augenscheinlichen Alkoholproblems, suchte Rat bei den Anonymen Alkoholikern und kümmerte sich um eine stationäre Suchttherapie. Das wirkte sich vor Gericht, wo er sich wegen fahrlässiger Trunkenheit verantworten musste, strafmildernd aus.

Mit 2,77 Promille hinterm Steuer erwischt 

„Ich bin froh, dass niemand verletzt worden ist. Das ist für mich die Hauptsache“, betonte der Angeklagte in der Verhandlung am Amtsgericht Wolfratshausen. An die Fahrt selbst habe er keine Erinnerung mehr, was mit dem Grad der festgestellten Alkoholisierung erklärbar ist. Ebenso froh zeigte sich der Beschuldigte über die bisherigen Erfolge der Therapie. „Der Entzug tut richtig gut. Ich kann es nur jedem empfehlen der ein Alkoholproblem hat“, erklärte der Mann.

Mann begab sich nach Rauschfahrt in Suchttherapie 

Positive Effekte seien beispielsweise, dass er zuvor massiv vernachlässigte soziale Beziehungen wieder aufbaue, Sport treibe, in die Berge gehe. „Bis jetzt ist es eine angenehme Zeit“, betonte der Wackersberger.

Die Staatsanwältin würdigte zwar Therapie und Einsicht des 53-Jährigen, hob aber auch die erhebliche Alkoholisierung hervor. „2,77 Promille haben wir hier nicht so oft“, sagte die Anklagevertreterin und beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu je 25 Euro.

Verurteilung zu 90 Tagessätzen à 20 Euro und weitere Führerscheinsperre 

Der Verteidiger des 53-Jährigen betonte, sein Mandant sei „auf dem besten Weg, sein Leben zu ändern“, und plädierte für eine deutliche mildere Strafe, nämlich 70 Tagessätze.

Richter Helmut Berger wählte den Mittelweg: Er verurteilte den Angeklagten zu 90 Tagessätzen à 20 Euro, insgesamt also 1800 Euro, und ordnete eine weitere Führerscheinsperre von noch acht Monaten an.

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