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Badehaus Waldram: Erweiterung der Dauerausstellung ist gesichert

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Von: Peter Borchers

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Badehaus, Exponat
Die Dauerausstellung im Waldramer Badehaus ist dank der Zuwendung der Bayerischen Landesstiftung gesichert. © Lippert/Archiv

7700 Euro hatte das Badehaus beantragt, und exakt diese Summe hat die Bayerische Landesstiftung bewilligt. Damit kann die Dauerausstellung renoviert und erweitert werden.

Wolfratshausen – Aus Mitteln der Bayerischen Landesstiftung – sie fördert jährlich mehrere hundert Projekte und Maßnahmen in den Bereichen Kultur und Soziales – erhält der Verein „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“ rund 7700 Euro, zweckgebunden für die Renovierung und Erweiterung der Dauerausstellung im Museum. Diese Summe entspreche „exakt dem beantragten Zuschuss“, teilt Martin Bachhuber, CSU-Stimmkreisabgeordneter im Landtag, in einer Pressenotiz mit.

Die Gesamtkosten für die Ausstellung am Waldramer Kolpingplatz belaufen sich auf 85 875 Euro, davon steuert der Verein Eigenmittel in Höhe von 25 000 Euro bei. Bereits im Februar hatten die Landtagsfraktionen von CSU und Freien Wählern aus ihren Fraktionsreserven 100 000 Euro für das Badehaus insgesamt zur Verfügung gestellt, um am Erinnerungsort die Vermittlungsarbeit, die notwendigen Recherche- und Archivarbeiten, die Digitalisierung der Materialien sowie die Anbindung an die schulische Bildungsarbeit zu stärken. „Diese Einrichtung ist bundesweit einzigartig“, betont der Bad Heilbrunner, weil dort des Schicksals von drei vom Nationalsozialismus und den unmittelbaren Folgen des Zweiten Weltkriegs betroffenen Personengruppen gedacht werde: den aus ganz Europa für den Einsatz in der nationalsozialistischen Rüstungsindustrie verschleppten Zwangsarbeitern, den „Displaced Persons“ jüdischen Glaubens, die den Holocaust überlebt und im Föhrenwald eine erste Heimstatt gefunden hatten, sowie den Heimatvertriebenen, die sich in Waldram ab Mitte der 1950er Jahre angesiedelt haben. „Dieser Ort bietet eine Symbiose der Schicksale der Menschen und der Wechselfälle unserer Geschichte“, sagt Bachhuber.

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Florian Streibl, Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag, dankt allen „Beteiligten der Bayerischen Landesstiftung dafür, nun wieder viele Mittel für die Sanierung von denkmalschutzwürdigen Projekten im Oberland zur Verfügung gestellt zu haben“. Zudem zeuge die Tatsache, dass viele Privatleute unterstützt werden, davon, dass der Freistaat dieses Engagement der Bürger wertschätzt. „Nur so lässt sich der Reichtum an Denkmälern, die ein Spiegelbild unserer reichen Geschichte sind, dauerhaft erhalten.“

Mahnblumen im Finale

Die 170 „Mahnblumen“, die seit dem Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar rund um den Erinnerungsort Badehaus in Waldram stehen, kann man dort nur noch bis zum Wochenende bewundern. Die eindrucksvolle Kunstinstallation des Münchners Walter Kuhn endet am 8. Mai, dem Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Am Sonntag, 9. Mai, können Interessierte die Mahnblumen zwischen 10 und 17 Uhr am Badehaus erwerben. Der Erlös von 30 Euro pro Stück kommt dem Erinnerungsort zugute, der wegen Corona bislang acht Monate geschlossen bleiben musste.

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