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Prominenter Besuch: Dr. Sybille Krafft (4. v. li.), Vorsitzende des Vereins „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“, führte die Vertreter des Wolfratshauser Stadtrats und der Stadtverwaltung durch die Ausstellung. 

Neue Attraktion in der Loisachstadt

Stadtvertreter besuchen Badehaus in Waldram - und sind überrascht

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Vertreter des Stadtrats und der Stadtverwaltung haben die Dokumentationsstätte Badehaus in Waldram besucht. Der neue Erinnerungsort beeindruckte sie.

Wolfratshausen – Zahlreiche Stadträte, angeführt von Vize-Rathauschef Fritz Schnaller und dem Dritten Bürgermeister Helmuth Holzheu, sowie Vertreter der Stadtverwaltung haben kürzlich das Dokumentationszentrum Badehaus in Waldram besucht. Dr. Sybille Krafft, die Vorsitzende des Vereins „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“ führte die Gäste durch die Ausstellungsräume. Wie berichtet hat die Stadt das Projekt, das von Bürgern angestoßen wurde, mit gut 500.000 Euro bezuschusst. Summa summarum sammelten die Vereinsmitglieder rund 1,7 Millionen Euro Spenden. 54.000 Euro stellte die Regierung von Oberbayern für das Vorhaben zur Verfügung, gut 30.000 Euro der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Die illustre Delegation bestand aus den Stadträten Dr. Ulrike Krischke, Claudia Drexl-Weile, Gerlinde Berchtold sowie Roswitha Beyer. Von der Stadtverwaltung nahmen Martin Millian (Bürgerservice) und Peter Schöfmann (Finanzen) an dem rund zweistündigen Rundgang durch die Ausstellung teil. „Alle Teilnehmer zeigten sich sehr beeindruckt von dem kürzlich eröffneten Museum in Waldram, das zu einer neuen Attraktion in der Loisachstadt geworden ist“, bilanzierte Krafft. Mehrere ihrer Gäste hätten erklärt, dass sie „so etwas Tolles und Professionelles“ nicht erwartet hätten.

Beim Rundgang kamen laut Krafft auch „die jungen Badehäusler“ zu Wort: Der 17-jährige Geretsrieder Abiturient Tilman Voss, der seinen Dienst als Bundesfreiwilliger im Badehaus leistet, und der Ickinger Student Jonathan Coenen (21), der als Assistenzkraft im Museum in Waldram tätig ist. Voss berichtete, dass er bereits in den ersten Monaten seines freiwilligen kulturellen Jahres sehr viel gelernt habe und dass seine Arbeit im Museum sehr vielseitig und äußerst interessant sei. „Besonders faszinieren mich hier die Einzelschicksale der Bewohner Föhrenwalds,“ erklärte der junge Geretsrieder. Coenen erinnerte an den jüdischen Ausdruck „Tikun Olam“, der so viel bedeutet wie „die Welt reparieren“. Für ihn, als Vertreter der dritten Generation nach dem Holocaust im „Dritten Reich“, sei das Badehaus ein Ort, an dem dieses „Tikun Olam“ Wirklichkeit werde – ein Ort, an dem man daran mitwirken könne.

Lesen Sie auch: Die Bürger fürs Badehaus trauern um Benjamin Braun

Die Vertreter des Stadtrates und der Stadtverwaltung lobten das große Engagement der Vereinsmitglieder, die inzwischen mehr als 17 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet haben. Paul Brauner, Beiratsmitglied im Badehausverein, wies auf die Notwendigkeit einer guten überörtlichen und innerstädtischen Wegweisung zum Erinnerungsort hin.

Krafft dankte der Kommune noch einmal ausdrücklich für ihren Zuschuss zur Sanierung der Dokumentationsstätte, die im Dezember seine 1000. Besucherin begrüßt hatte. Für die Kosten des laufenden Betriebs, die der gemeinnützige Verein alleine tragen müsse, bat die Vorsitzende um eine Unterstützung insbesondere der jungen Kräfte, die bei diesem Projekt „Feuer gefangen haben“. Krafft: „Gerade heute, in politisch virulenten Zeiten, ist es so wichtig, dass die nächste Generation den Wert eines demokratischen und friedlichen Europas erkennt und den Stab der Erinnerung weiterträgt“, so die promovierte Historikern.  cce

Öffnungszeiten/Preise

Die Öffnungszeiten sind Freitag 9 bis 16 Uhr und Samstag sowie Sonntag 13 bis 17 Uhr. Öffentliche Führungen Samstag und Sonntag um 14 Uhr. Schulklassen, Gruppen und Sonderführungen nach Vereinbarung. Der Eintritt kostet fünf Euro (Erwachsene), ermäßigt drei Euro. Öffentliche Führungen sind gratis, Gruppenführungen kosten 50 Euro.

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