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Premiere in St. Matthias: Sieben Poetry-Slammer lieferten sich einen fairen wie grandiosen Wettbewerb. 

Rund 130 Gäste folgten der Einladung

Waldram: Das war beim ersten Poetry Slam in St. Matthias alles geboten

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Premiere in Waldram: Zum ersten Mal luden die Schulen St. Matthias zu einem Poetry-Slam ein. Rund 130 Gäste folgten der Einladung - auch gewagte Texte wurden an dem Abend vorgetragen. 

Waldram Nicht selten werden Smartphone, WhatsApp, Twitter und Co als Totengräber der deutschen Sprache verdammt. Sätze würden hingerotzt, Rechtschreibung sei nicht existent. Gerade Jugendliche stehen in diesem Zusammenhang oft in der Kritik. Doch junge Menschen haben durchaus Sinn für Sprache. Deutlich wurde dies bei einem Poetry Slam, zu dem erstmals die Schulen St. Matthias in Waldram in Zusammenarbeit mit dem Moderatorenduo „Reimrausch“ eingeladen hatten.

Mic Mehler und Christoph Hebenstreit führten die rund 130 Gäste als Slam-Master durch den Abend. Zu Beginn erläuterten sie die Regeln: Die Autoren dürfen nur selbst verfasste Texte vortragen, dabei aber jeweils sechs Minuten nicht überschreiten. Requisiten und Musikinstrumente sind tabu. „Die wichtigste Regel ist aber der Respekt vor der Kunst des Einzelnen“, erklärte Mehler.

Valérie Schlott, Schülerin der 12. Klasse am Gymnasium, stimmte die Zuhörer und die sieben professionellen Slammer mit eigenen Songs auf den Wettbewerb ein. Im ersten Durchgang bewertete eine sechsköpfige, zufällig aus dem Publikum ausgewählte Jury die einzelnen Beiträge. Christian, alias CSL, eröffnete den Wettstreit mit einem selbstironischen und rasanten Text über AD(H)S. Julia Landes nach ihm schlug leisere Töne an: Sie schilderte ihre Beobachtungen von Menschen im Park. Verena Richter reflektierte wortgewandt über den Borschtsch, einen russischen Eintopf, und Johanna Büntig berührte wohl alle Zuhörer mit einem emotionalen Liebesgedicht.

Letztlich erhielten Max Osswald mit „Gott ist ein Kuchen“ – was laut Veranstalter „gewagt in einer katholischen Schule“, aber deshalb wohl ein großer Erfolg war –, Bert Uschner mit kritischen Überlegungen zu Kinder-Weihnachtsliedern und Georg Kehrer mit einem aufwühlendem Text über rumänische Kinderprostituierte die höchsten Bewertungen in Runde eins. Sie zogen ins Finale ein. Dort stellten sie sich mit einem zweiten Text der Bewertung durch das Publikum. Osswald erhielt für seinen bissigen Beitrag über die Instagram-Scheinwelt, Kryptowährungen und Erfolgs-Coaches den meisten Applaus und siegte. Bemerkenswert war der faire Umgang der Kandidaten miteinander. Laut Finalist Kehrer gehe es bei einem Slam „eigentlich nicht ums Gewinnen. Viel wichtiger ist, seine Texte an die Leute zu bringen und etwas bei ihnen zu bewegen.“

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Außerhalb der Konkurrenz beeindruckte Valérie Schlott mit einem kritischen Beitrag zum deutschen Bildungssystem. Und Jonathan Herrmann zeigte kabarettistisch die Realität des Mittagessens in der Mensa auf. „Es war ein von der ersten bis zur letzten Minute gelungener und vor allem spannender Abend“, sagen Ralf Wiechmann und Sabrina Niehenke vom Organisationsteam und fragen: „Verkümmerung des Sprachsinnes durch das Smartphone – wo ist sie?“  

peb

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