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Zwei Gebäude will die Städtische Wohnungsbaugesellschaft auf der Coop-Wiese in Waldram errichten.

Bund Naturschutz warnt

„Waldram wird im Verkehr ersticken“

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Der Bund Naturschutz kritisiert die beschlossene Bebauung der so genannten Coop-Wiese in Waldram. Der Stadtteil, in dem rund 4500 Menschen leben, werde „im Verkehr ersticken“. Zudem seien die von der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft präsentierten Flächenangaben „geschönt.“

Wolfratshausen– Architekt Norbert Blankenhagen hat zwei Gebäude mit insgesamt 50 Wohnungen entworfen, der Stadtrat sagte wie berichtet mehrheitlich „Ja“ zur Bebauung eines Teils der Coop-Wiese in Waldram. Die CSU-Fraktion stimmte geschlossen dagegen, viele Waldramer sind empört über die Pläne der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (StäWo). Nun meldet sich der Ortsverein des Bund Naturschutz (BN) zu Wort – seine Spitzenvertreter plädieren „für den Erhalt der Coop-Wiese in ihrem jetzigen, wertvollen Zustand“.

BN-Ortsvorsitzende Sigrid Bender und ihr Stellvertreter Frank Burger legen Wert auf die Feststellung, dass der BN den Bau von Sozialwohnungen in Wolfratshausen grundsätzlich begrüßt. Ihr Plädoyer für den Erhalt der „grünen Lunge Waldrams“ (CSU-Fraktionschef Günther Eibl) sei kein Statement gegen die vom Stadtrat initiierte Sozialbauoffensive. Aber: Die Bebauung der Coop-Wiese sollte nicht die erste Maßnahme der Kommune sein, so Bender. Zunächst sollten andere städtische Grundstücke verwertet werden.

Ausführlich legen Bender und Burger in einer Pressemitteilung die Chronologie der Entscheidungen in puncto Coop-Wiese dar. Der Kauf erfolgte 1978 in der Amtszeit von Bürgermeister Erich Brockard. Das Grundstück „sollte wegen der bereits vorhandenen vielen Wohnblöcke nicht bebaut werden, vielmehr sollte diese letzte freie Grünfläche zu Spiel- und Bolzplätzen umgewandelt werden“.

1986 wurden laut BN Wege angelegt, rund 125 Bäume sowie mehr als 1000 Sträucher von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs gepflanzt. Dies habe zu einer grundlegenden ökologischen Aufwertung des Areals geführt. Die Wiese diene heute Eichkatzen, Eichelhähern, Spechten, Kleibern, Girlitzen, Rotkehlchen, Haubenmeisen und Fledermäusen als Lebensraum.

Der Bauherr, die StäWo, habe für die Präsentation ihrer Pläne den Flächenverbrauch „geschönt“, kritisieren die Naturschützer. Es würde behauptet, dass von rund 16 000 Quadratmetern „nur“ 5000 Quadratmeter bebaut würden. Nach Berechnungen des BN sollen allerdings 75 Prozent des Grundstücks verwertet werden: „Bei 16 000 Quadratmeter bezieht der Bauherr offenbar den angrenzenden Grünzug entlang der Stromtrasse ein, um ein günstigeres Bild der tatsächlichen Beanspruchung durch Baunutzung zu suggerieren.“ Der Bevölkerung werde vorgetäuscht, dass 80 Prozent der vorhandenen Grünfläche nicht angetastet würden. Bender: „Tatsächlich werden von dem definierten Baugrundstück – 5190 Quadratmeter – zirka 3400 Quadratmeter für Wohngebäude, Nebenanlagen, Verkehrsflächen und Stellflächen beansprucht. Das heißt, 66 Prozent werden versiegelt.“ Nur die verbleibende Teilfläche – 1800 Quadratmeter – solle eine „Alibi-Begrünung“ erhalten, die keinen Nutzen für den Naturhaushalt bringe.

Ein weiterer Ansatzpunkt für den Bund Naturschutz ist das Mehr an Pkw: „Waldram wird im Verkehr ersticken“, prognostizieren Bender und ihr Stellvertreter Burger. Seit fast 20 Jahren erlebe der südlichste Stadtteil Wolfratshausens einen ungebremsten Bauboom. Das habe zu einer Verkehrszunahme von zirka 600 Autos geführt. Die Bebauung der Coop-Wiese würde zusätzliche 100 bis 130 Autos bedeuten, die täglich durch Waldram rollen. „Damit verschärfen sich die Lärm-, Schmutz-, und Abgasbelastung sowie das Sicherheitsrisiko für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer“, konstatiert Bender.

Die Ortsvorsitzende des BN erinnert an den einstimmigen Beschluss des Wolfratshauser Stadtrates, dass die nachhaltige Entwicklung der Kommune – gemäß den Prinzipien der UN-Klimakonferenz in Rio de Janeiro 1992 – die Richtschnur für das Handeln der Bürgervertreter ist: „Hier geht es um die Nachhaltigkeit der langfristigen Siedlungsplanung und Stadtentwicklung im Sinne des Umweltschutzes und des sozialen Engagements. Wir fragen uns, ob der Stadtrat noch zu seinem Beschluss von 1997 steht – oder sich stillschweigend davon verabschiedet hat?“

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